Kurzbeschreibung
In DIE BEFREIUNG DES KLANGS wird eine Gesangstechnik vorgestellt, die auf der italienischen Belcantoschule fußt und von Kammersänger Peter Gougaloff zu einer durch alle Register erklärbaren, äußerst physiologischen Gesangskunst entwickelt wurde. Verena Rein erweiterte und vervollkommnete diese Technik um eine innovative Methode, die Sängern hilft, größtmögliche frei bewegliche, elastische und pulsierende körperliche Durchlässigkeit in Lagen zu erreichen und somit zu großer klanglicher Individualität zu gelangen. Der Film ist eine Einladung an alle Sängerinnen und Sänger, Musiker und Liebhaber des Gesangs, die offen und neugierig geblieben sind. In übersichtlichen Abschnitten (auf der DVD einzeln anwählbar) wird zunächst die Gesangstechnik mit Verena Rein bei der Arbeit mit Gesangstudenten und Absolventen vorgestellt - undogmatisch und trotz der prallen Wissensvermittlung immer mit viel Humor! Auch die Sänger/innen kommen zu Wort: In Kurzinterviews berichten sie von ihren Erfahrungen mit der Gesangstechnik. In zwei Sequenzen wird das spezielle von Verena Rein für Sänger konzipierte Auftrittstraining gezeigt. Es folgt die Anwendung der Gesangstechnik am Beispiel von Lied und Arie demonstriert mit den Studenten. Ein Feature mit Verena Rein, in dem sie auch näher auf die Herkunft der Technik eingeht, bildet den Abschluss des Films. Drehorte: Universität der Künste Berlin und Studio Siemensvilla von Deutschlandradio Kultur. Eine Produktion von miku media filmproduktion Berlin, 2010 - Sales / Distribution: Edition Peters Group - Frankfurt/Main * Leipzig * London * New York
Rezension
Dass diese Dokumentation mehr geworden ist als ein verfilmtes Lehrbuch für Gesangseleven, vielmehr ein lebendiges, auch für den interessierten Laien jederzeit nachvollziehbares Feature über das Abenteuer des Singens, liegt an der Form der Präsentation und vor allem an der Lehrerin und Moderatorin Verena Rein, die nicht nur über fachliche Kompetenz, sondern auch über ein beträchtliches Kommunikationstalent verfügt. Sie spricht druckreif, ohne ins Dozieren zu verfallen, tritt in einen unverkrampften Dialog mit ihren Schülern und zieht den Zuschauer am Bildschirm wie beiläufig in das Unterrichtsgeschehen hinein. (Magazin Opernwelt, März 2011, Ekkehard Pluta)
Die fein herausgearbeitete Zungenrotation löst nicht nur Registerprobleme, sondern ermöglicht einen äußerst differenzierten Atemfluss. Für den Zuschauer und vor allem Zuhörer ist klar erkennbar, welch wichtige Rolle diese Technik sowohl hörbar als auch visuell spielt: Der Klang schwebt frei durch den Raum, wobei die Mimik des Sängers oder der Sängerin von authentischer Natürlichkeit und Lockerheit zeugt. (...) Faszinierend ist hierbei die Klarheit und Einfachheit der von Verena Rein aufgezeigten Zusammenhänge zwischen Text, Musik und Körperlichkeit, die sich ohne weitere Vorkenntnisse sowohl von Profis als auch Laien erfahren und umsetzen lassen. Als Sängerin bin ich noch immer überrascht, welch spürbare Erleichterung die Anwendung dieser, auch mit Hilfe von erläuternden Skizzen dargestellten Zungentechnik verschafft! (Zeitschrift Üben & Musizieren (Edition Schott), Dezember 2011, Kathrin Feldmann)
Ein besonders positiver Aspekt des Films ist die Genauigkeit: Zuschauer und Zuhörer werden Zeuge von Unterrichtssituationen, in denen die jeweiligen Fragestellungen im Dialog zwischen der Stimmpädagogin und ihren jeweiligen Schülerinnen und Schülern ausführlich diskutiert, plastisch erläutert und am Praxisbeispiel angewendet werden, wobei es immer auch darum geht, das hiermit verbundene Körperempfinden aufzudecken. Besonders für Sängerinnen und Sänger dürfte dies mit großem Gewinn anzuschauen und nachzuvollziehen sein, da es auch produktionstechnisch sehr gut umgesetzt ist: Die wesentlichen Fragestellungen und Ziele der einzelnen Übungen werden als Gedächtnismarken in knapper Textbeschreibung sowie gegebenenfalls als Notenbeispiele ins Bild eingeblendet und finden sich darüber hinaus auch im Booklet, so dass die jeweiligen Aspekte selbst nachvollzogen und ausprobiert werden können. Vertiefendes Material bietet außerdem die Website der Produktionsfirma miku media, wo ergänzend zusätzliche Szenen zur Gesangstechnik und deren Anwendung per Download zu erhalten sind. Neben der Übung an Beispielen aus der Gesangspraxis werden auch ganz grundsätzliche Dinge thematisiert, etwa das textverständliche Singen und das Formen von Konsonanten. Einzelne Sequenzen zeigen die Arbeit an Texten jenseits des Singens, bei der es um ihre Darstellung als reine Sprachkunstwerke mit bestimmter emotionaler Färbung geht. Ebenfalls gezeigt wird das Aufwärmtraining, das durch Körperarbeit die Sinne schärfen soll, aber auch die aus dem Körperempfinden abgeleitete Suche nach natürlichem mimischem Ausdruck und Bewegungsabläufen. Mit einem Wort: Die Ganzheitlichkeit des Körperlichen wird dezidiert unterstrichen. (...) Dass schließlich auch die Schüler selbst, professionelle Sänger ebenso wie Studierende, in Interviewpassagen ausführlich zu Wort kommen und über ihre positiven Erfahrungen mit den erlernten Techniken berichten, lässt das Gesehene auch aus der Perspektive der Betroffenen lebendig werden. (klassik.com, Februar 2011, Dr. Stefan Drees)