Da hat er den Salat.Mit einer harmlosen Frotzelei mit seinem Freund Jim Kirk über den "bequemen"Kommandosessel handelt "Pille",der Bordarzt, sich das Kommando über die Enterprise ein.
Eigentlich kann nichts passieren, so dachte Captain James T.Kirk, denn die Enterprise fliegt im Parkorbit über einem idyllischen Planeten mit dreierlei friedlichen Spezies, fernab von jedem feindlichen Territorium,und die Crew geht ihrer wahren und höchsten Aufgabe nach- der Erforschung einer neuen Welt.
Kirk, glücklich darüber, der Warterei auf erste Ergebnisse im Kommandosessel entronnen zu sein,begibt sich auf den Planeten und kommt mit einem Felsenwesen ins Gespräch.Was ihm dabei aber entgeht,ist die Tatsache, dass er währenddessen in anderen zeitlichen Dimensionen weilt und damit bei seinen Kameraden, insbesondere bei McCoy,für helle Aufregung sorgt,denn für sie ist er seitdem nicht mehr auffindbar.
Doch es kommt noch dicker.Eine(nicht ganz nachvollziehbare)Regel besagt,dassMcCoy nur durch den Captain wieder abgelöst werden kann.Doch dieser bleibt verschwunden...
So muss McCoy zusehen, wie er mit auftauchenden Klingonen UND einem orionischen Superraumschiff fertig wird, und ein fieser Starfleet-Bürokrat sitzt ihm obendrein im Nacken!
McCoy schwitzt Blut und Wasser in "seinem"Kommandantensessel,geht jedoch, mit der Unterstützung seiner Kameraden,diese Herausforderungen auf seine so typisch unorthodoxe Weise an und erweist sich einmal mehr als brillianter Psychologe.Darüber hinaus entpuppt er sich als erstaunlich gewiefter Taktiker und Stratege.
Selbst jetzt verliert er seinen kauzigen Humor nicht, und auch das eine oder andere Geplänkel mit Spock ist ihm noch nicht vergangen.
In dieser brenzligen Situation funktioniert der Zusammenhalt zwischen beiden reibungslos. Der Leser erlebt den erfrischend neuen Blickwinkel des Unerfahrenen, und darüber hinaus gewinnt McCoy dieser Situation noch wissenschaftliche Erkenntnisse ab.
Es ist diese Mischung aus Spannung,Humor,Wissenschaft und Teamgeist, die Diane Duanes Romane auszeichnen und für mich immer wieder zu einem besonderen Lesevergnügen machen.
Die einzelnen Stationen der Brücke erwachen zu Leben, und jede wird in der Komplexität ihrer Aufgabe dargestellt.
Die Raumschlacht ist spannend,dabei sorgfältig geplant, wie aus dem Lehrbuch.
Wissenschaft und Wissenschaftlichkeit ist genau recherchiert und fundiert dargestellt.
Im Zusammenhang mit der Kontaktaufnahme zu den drei Spezies kommt der Linguistik zentrale Bedeutung zu.Die Autorin versteht es meisterhaft zu schildern,wie mühevoll die Voraussetzungen für eine Verständigung herausgefunden werden müssen. Sie bevölkert den Planeten mit dreierlei phantastischer Spezies- es wirbeln fröhliche Plasma-Kugeln durch die Gegend,schüchterne Bäume wandern umher und ein metaphysisch-philosophisch-spiritueller Felsen mit besonderen Eigenschaften lenkt die Geschicke und führt tiefe Gespräche mit dem Captain.
Die humorvolle Seite ist deutlicher ausgeprägt als in den anderen Romanen von Diane Duane.Damit hat sie genau die Stimmung der Classic-Episoden eingefangen.
Insgesamt ist der Roman eine leichte und heitere Lektüre, in der es um Forschung und Entdeckerfreude geht, der eigentlichen Bestimmung der Enterpise.
Die Auseinandersetzung mit der völlig fremdartigen Mentalität der drei Spezies birgt ein gewisses Element der Gesellschaftskritik.Bei aller Leichtigkeit besitzt der Roman sehr viel Tiefe und Vielseitigkeit-eben alles, was einen guten Roman ausmacht!