Hier setzt ein erfahrener Rundfunkmoderator und Musikjournalist einem seiner Lieblings-Alben und dem Jahr in dem es entstanden ist, ein Buch-Denkmal. Für Volker Rebell ist das "Weiße Album" der Beatles ein Meilenstein, ja geradezu Leuchtturm in der Entwicklung der Beatles, der Popmusik und ein facettenreicher Spiegel des Zeitgeistes im Umbruchsjahr 1968. Sein Buch ergeht sich aber nicht in Faktenhuberei und unkritischen Lobhudeleien, sondern Rebell liefert zeitgeschichtliche Bezüge ebenso wie musikalische und textliche Analysen oder Beatles-Fakten und -Trivia, kombiniert mit einem augenzwinkernden Blick auf seine damaligen persönlichen Erlebnisse als Mitglied einer Band, die sich unverdrossen an die Songs der Fab Four wagten. Rebells eigenen Erfahrungen als Musiker und die jahrzehntelange Beschäftigung mit den Beatles (Er hat sie live gesehen!) helfen sehr dabei, John, Paul, George und Ringo in einem realistischen Licht erscheinen zu lassen, statt sie glorifizierend in den Götterhimmel der Popmusik zu erheben. Unnötig fand ich die Aufzählung von Cover-Versionen. Hier wäre ein weiteres Kapitel über die Interpretation von Beatles-Songs anhand ausgewählter Beispiele reizvoller gewesen.
Ein Buch für alle die, die Popmusik nicht nur als Hintergrundberieselung ansehen und natürlich für alle Fans der Beatles und von Volker Rebell.