B. Traven's Roman "die Baumwollpfluecker" ist mehr als nur eine Geschichte, es ist ein Zeit- und Sozialdokument ueber das Leben und die Lebensbedingungen in Mexiko vor etwa 100 Jahren. Und die spotten jeglicher Beschreibung. Gales (B.Traven selbst?) versucht sich durchs Leben zu schlagen. Er lebt von einem zum naechsten Job und ist sich keiner Arbeit zu schade. Doch es reicht kaum zum Leben. Die Loehne sind gering, oder werden einfach nicht ausgezahlt. Sengende Hitze, Ungeziefer, fehlende Hygiene, Hunger, Krankheiten, Armut sind die taeglichen Beitaten, die das Leben unertraeglich machen. Ausbeuten und ausgebeutet werden. Dazwischen gibt es nur wenige (Polizisten), die korrumpiert und von den Maechtigen bezahlt, dem Volk alles abverlangen, dieses in Schach halten und fuer die Wahrung des Status Quo sorgen. Wenige haben alles, die Masse hat nichts. Hoffnung auf Veraenderung besteht nicht, denn der Gefahr, das wenige, das man besitzt auch noch zu verlieren, kann sich niemand aussetzen, da es zwangslaeufig zum Tod fuehren wuerde.
Wohin es fuehrt, wenn es Mitgliedern einer Gesellschaft nicht vergoennt ist, sich durch Arbeit selbst ernaehren zu koennen, sehen wir heute in den Laendern Sued- und Lateindamerikas. Auch wenn sich die Lebensumstaende seither veraendert haben, ist eine radikale Verbesserung bis heute ausgeblieben. Die Folge: Unruhen, hohe Kriminalitaetsraten, Drogenkonsum, Armut, Verelendung. Hoffnungslosigkeit, die in dem Gefuehl muendig, nichts mehr zu verlieren zu haben und die die ehemals existierenden moralischen und ethischen Grundsaetze ausser Kraft setzt. Menschliches Leben, das diese Bezeichnung oftmals nicht mehr verdient.