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Die Basar-Ökonomie: Deutschland: Exportweltmeister oder Schlußlicht?: Deutschland: Exportweltmeister oder Schlusslicht?
 
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Die Basar-Ökonomie: Deutschland: Exportweltmeister oder Schlußlicht?: Deutschland: Exportweltmeister oder Schlusslicht? [Gebundene Ausgabe]

Hans-Werner Sinn
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 250 Seiten
  • Verlag: Econ; Auflage: 1., Aufl. (1. Oktober 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 343018536X
  • ISBN-13: 978-3430185363
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 421.010 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Kürzlich ernannte Bild Hans-Werner Sinn zum „Chefökonom Deutschlands“. Was einigermassen überrascht, wenn man das vorliegende Buch einer genaueren Betrachtung unterzieht. Denn der Münchner ifo-Chef lässt grobe Späne fallen. Seine Hauptforderung: Weg mit den hohen Löhnen, den starren Tarifen und den generösen Sozialleistungen. Die Industriearbeit in Deutschland müsse billiger werden, der Staat als Ausgleich fette Lohnzuschüsse zahlen.

Selbst der Exportboom steht auf Sinns Abschussliste. Er sei pathologisch aufgebläht und könne „eine Art Supernova sein, die dem Sterben des Sterns vorausgeht“. Denn während sich Deutschland damit brüstet, als „Kaufladen der Welt“ massenhaft Güter ins Ausland zu verkaufen, schrumpft ebenso dramatisch die heimische Fertigungstiefe und mit ihr die Zahl der Arbeitsplätze und das Wirtschaftswachstum insgesamt. Die „Basar-Ökonomie“ steigere zwar die Gewinne der heimischen Firmen und sei insofern nichts Negatives. Gleichzeitig aber breche die Industriebeschäftigung im Lande schneller weg, als irgendwo Ersatz geschaffen werden könne. Die Folge: Immer mehr Menschen verlieren ihren Job und wandern statt in andere Sektoren direkt in die Arbeitslosigkeit. „Die Arbeiter sind die Verlierer der Globalisierung“, klagt Sinn.

Nichts gegen flexible Löhne und gemäßigten Sozialstaat -- aber es darf bezweifelt werden, ob der von Sinn propagierte Billiglohn-Patriotismus den Patienten Deutschland wirklich genesen lassen kann. Denn krankt dieses Land wirklich in erster Linie am hohen Lohnniveau oder nicht vielmehr an der niedrigen Bereitschaft, sich zu wandeln und das Neue zuzulassen -- seien es technische, organisatorische oder gesellschaftliche Innovationen? Und signalisieren Lohnsenkungen nicht eher Qualitätsverlust denn Produktivitätsgewinn? Verführen Sie die Unternehmen nicht dazu, träge zu werden, sprich: ihre Wettbewerbsposition zu optimieren, ohne innovativ zu sein? Und macht die zwanghafte Fixierung auf die Arbeitskosten nicht blind für qualitative Standortfaktoren? -- Barbara Friedhelmi

Pressestimmen

»Bei Sinn findet sich profundes Material zum Verständnis der deutschen Krankheit.« Die Welt »Einer der besten Ökonomen unseres Landes.« Handelsblatt »Glaubwürdige, statistisch untermauerte Argumentation für Top-Manager und Politiker« Capital »Auch gerade wer Sinns These nicht teilt, sollte die „Basar-Ökonomie“ als wichtiges Element in der Debatte lesen.«  Süddeutsche Zeitung  »Sinns Warnung ist überzeugend ... Sinns Buch sollte zur Pflichtlektüre für die Seehofers dieser Welt werden.« Rolf Ackermann für Wirtschaftswoche »Wie kein zweiter der ökonomischen Institutspräsidenten versteht es Sinn, seine Sichtweise der Dinge dem Leser in klarer Schreibe deutlich zu machen.«  Rheinischen Merkur  

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

38 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Aufhören gegen den Wind zu segeln!!, 7. November 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Basar-Ökonomie: Deutschland: Exportweltmeister oder Schlußlicht?: Deutschland: Exportweltmeister oder Schlusslicht? (Gebundene Ausgabe)
“Die Basar-Ökonomie“ kann als aktuelle Ergänzung zu “Ist Deutschland noch zu retten?“ gesehen werden. Gewohnt sachbezogen und ökonomisch fundiert gibt Prof. Sinn weitergehende Erläuterungen zu seinen dort aufgestellten Thesen und Antworten auf die Gegenargumentation seiner Kritiker. Im Mittelpunkt steht dabei der von ihm geprägte Begriff der “Basar-Ökonomie“.

Alle Sachverhalte werden ausführlich dargestellt und sehr überzeugend belegt. Seine wichtigsten Feststellungen sind die folgenden.

· Deutschland hat mit seinen viel zu hohen Lohnkosten ein massives Struktur- und kein Konjunkturproblem! Das Stemmen gegen den unabdingbaren Faktorpreisausgleich durch die Globalisierung ist dumm und verheerend! So verpaßt unser Land die große Chance, die sich ihm hier bietet!

· Die Export(vize)weltmeisterschaft ist kein Indiz für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes! Kurzfristig bleiben die Unternehmen durch Verlagerung immer weiterer Teile ihrer Produktion in Niedriglohnländer (Basar-Effekt) konkurrenzfähig, die Arbeitnehmer sind und werden es nicht! Nur durch marktgerechte Löhne können wir langfristig wettbewerbsfähig bleiben!

Die Argumentation ist nach wie vor betont sachorientiert, die Ansprache gegenüber den Reformkritikern ist aber deutlich klarer geworden! Hierzu kann man den Autor nur beglückwünschen. Bei Leuten die zu einer ökonomisch fundierten Diskussion nicht bereit oder in der Lage sind, sich aber ständig lautstark und populistisch zu Wort melden, ist vornehme Zurückhaltung fehl am Platze!

Prof. Hans-Werner Sinn ist mit diesem Buch eine eindrückliche Untermauerung seiner Thesen und eine schlüssige Widerlegung seiner Kritiker gelungen! Es ist ein neuerlicher Aufruf endlich unser deutsches Erkenntnisproblem zu lösen und uns vernünftig auf die Herausforderungen der Globalisierung einzustellen und sie als Chance zu nutzen, bevor es zu spät ist! Es bleibt zu hoffen, daß wir in Deutschland nicht Realitätsverweigerung bis zum bitteren Ende betreiben und ihn befolgen!

Ein hervorragendes und mit geringen ökonomischen Kenntnissen sehr gut lesbares Buch! Unbedingt empfehlenswert für jeden der ernsthaft daran interessiert ist in der aktuellen Reformdiskussion die Spreu vom Weizen trennen zu können!

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34 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der Meister schlägt zurück, 21. Oktober 2005
Von 
Frank Reibold (Gehrden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Basar-Ökonomie: Deutschland: Exportweltmeister oder Schlußlicht?: Deutschland: Exportweltmeister oder Schlusslicht? (Gebundene Ausgabe)
... und trifft mit den Breitseiten gegen seine Kritiker wie immer voll ins Schwarze. Die Argumente sind wie gewohnt spitz formuliert und das Buch ist auch für nicht vorgebildete Leser verständlich.

Während die Herren Bofinger, Hickel und Horn gebetsmühlenartig wiederholen, Deutschland leide an einer zu schwachen Kaufkraft und die Arbeitslosigkeit sei konjunkturell bedingt, weist Sinn nach, dass das nicht stimmen kann.

- nach Angaben der OECD sind sechs Siebtel der Arbeitslosigkeit nicht (!) konjunkturell bedingt
- die eine Billion Euro, die bisher in die neuen Bundesländer flossen, waren ein riesiges Konjunkturprogramm und hätten die Arbeitslosigkeit verringern müssen (was nicht der Fall war, weil die Arbeitslosigkkeit eben nicht aus einem Nachfragemangel herrührt)
- nicht der private Konsum schwächelt, sondern die privaten Investitionen im Inland

Mit dem letzten Punkt sind wir schon beim nächsten Argument der Kritiker angelangt: "Deutschland ist Exportweltmeister". Um die keynesianischen (= nachfragepolitischen) Wirtschaftswissenschaftler mit ihren eigenen Waffen zu schlagen, verweise ich auf den keynesianischen Nobelpreisträger Paul Samuelson. In dessen Lehrbuch "Volkswirtschaftlehre" (15. Auflage von 1998) kann man auf Seite 483 lesen: "Wenn ein Staat mehr exportiert als importiert, investiert er den Überschuß (Nettoexporte) im Ausland. Diesen Posten nennt man Nettoauslandsinvestitionen." Sinn kommt ebenfalls zu diesem in der Wissenschaft allseits bekannten Ergebnis (Kapitalflucht), welches uns so große Probleme bereitet. Nicht von ungefähr ist der Staat durch unser gutes altes Stabilitätsgesetz verpflichtet, auch auf ein "außenwirtschaftliches Gleichgewicht" zu achten.

Sinn führt dann weiter aus, dass Deutschland sich langsam zu einer Basarökonomie entwickelt: Arbeitsintensive Tätigkeiten werden in Niedriglohnländer verlagert, die Vorprodukte importiert und hier dann nur noch veredelt. Die Löhne entwickeln sich durch die Globalisierung so, dass höher Qualifizierte mehr verdienen und weniger Qualifizierte weniger; die Lohnspreizung nimmt also tendenziell zu (siehe Bofinger: "Wir sind besser, als wir glauben", S. 241-45). Wir sind nicht nur Exportweltmeister, sondern exportieren auch unsere Arbeitsplätze ins Ausland. Das kann man nur stoppen, indem man den Standort Deutschland für Investitionen attraktiver macht. Der Autor weist nach, dass im Grunde Löhne und Steuern die einzigen wichtigen Standortfaktoren sind. Hier muss man zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ansetzen.

Das führt im Schlusskapitel zu der "Aktivierenden Sozialhilfe", die der Autor schon in seinem letzten Buch "Ist Deutschland noch zu retten?" vorgeschlagen hatte: Die Löhne müssen sich wieder (ohne Beeinflussung durch den Staat und die Tarifkartelle) frei am Markt bilden können; dann werden weniger Arbeitsplätze ins Ausland verlagert und das Investieren in Deutschland lohnt sich wieder. Statt einer Sozialhilfe mit fester Höhe zahlt der Staat Lohnzuschüsse. Auf diese Weise können die Löhne sinken, ohne dass es Armut gibt (und der Staat spart auch noch dabei).

Kritiker behaupten, das Statistische Bundesamt und der Sachverständigenrat (die "Wirtschaftsweisen") hätten Sinns These der Basarökonomie widerlegt. Der Autor weist jedoch an Hand von Daten eben dieser Institutionen nach, dass er Recht hat. Es wird gesagt, dass Sinn in diesem Buch keine konkrete Zahl für die angestrebte Lohnsenkung nennt. Das braucht er auch nicht, weil er in diesem Zusammenhang auf sein letztes Buch verweist (s. o.; dort wird eine Lohnsenkung um durchschnittlich 15 Prozent gefordert, für gering Qualifizierte sogar um ein Drittel). Manchmal wird der Eindruck erweckt, die Prozentzahl in der Behauptung, ein zusätzlicher realer Euro Export ziehe 53 Cent exportinduzierte Vorleistungsimporte nach sich, sei nicht belegt. Da muss ich wohl ein anderes Buch haben; denn diese Zahl wird ausführlich besprochen. Eine Grafik, die aus Daten des Statistischen Bundesamtes erstellt wurde, veranschaulicht die Berechnung dieser Zahl.

Wer nur ein Buch zum Thema "Standort Deutschland" bzw. "Globalisierung" kaufen möchte, sollte sich dieses kaufen: Es wird alles von allen Seiten dargestellt und dann an Hand von harten Fakten nachgewiesen, welche Seite Recht hat.

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15 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wissenschaftlich fundiert + flüssig geschrieben, 20. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Basar-Ökonomie: Deutschland: Exportweltmeister oder Schlußlicht?: Deutschland: Exportweltmeister oder Schlusslicht? (Gebundene Ausgabe)
Grundidee: Sinn erklärt den Exportboom bei Massenarbeitslosigkeit mit einem Heckscher-Ohlin-Modell und dem Gesetz des Faktorpreisausgleichs. Die zu hohen und zu starren Löhne bewirken eine schrumpfende Fertigungstiefe. Deshalb kauft Deutschland nur noch preiswert im Ausland ein, klebt das Etikett

'Made in Germany' auf, und exportiert teuer ins Ausland.

Der Aussenhandelsüberschuß hat somit keinen Einfluß auf die Beschäftigung, und ist ein Krankheitssymptom. O-Ton Sinn: Wie bei einer Supernova bläht sich der sterbende Stern noch einmal auf.

Sinn schrieb das Buch als Antwort auf Lafontaines Polemik:

'Wir sind Exportweltmeister, also können die Löhne rauf.' Sinn beweist, daß dies zu noch mehr Export und noch weniger Beschäftigung führen würde. Sinn beweist auch, daß die Strategie'Abwarten bis die Löhne in Polen/China steigen' nicht funktioniert, Die dortigen Löhne werden erst 2030 die Hälfte des deutschen Niveaus erreichen.

SCHLUSSFOLGERUNGEN:

Sinn ist gegen Konjunkturprogramme, für radikale Lohnsenkungen,

gegen die Gewerkschaften, für die Senkung von HartzIV, für einen Kombilohn.

Kommentar: Ich stimme mit der Analyse überein, aber nicht mit der Forderung nach einem Kombilohn. Großbritannien hatte in der viktorianischen Ära einen Kombilohn unter dem Namen 'Speenham Land Act'. Folge: Löhne unterhalb des Preises für einen Leib Brot pro Tag, bei explodierenden Steuern für die Subventionierung der Löhne.

Abgesehen davon ist das Buch wissenschftlich fundiert, mit zahlreichen Statistiken, sehr flüssig geschrieben, und mit einem sehr guten Literaturanhang.
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