In diesem Buch beschreibt der Autor ausgehend von Interviews, die der mit Migrantennachkommen geführt hat, wie Ausgrenzung anhand rassischer Kategorien produziert wird. Bei den befragten Probanden handelt es sich nicht um die üblichen stereotypen "Problemfälle" und "Ghettokids", sondern um Jugendliche und junge Erwachsene mit i.d.R. höherer Bildung, die landläufig als integriert gelten und die sich selbst auch so verstehen, bzw. verstanden haben. Der Autor macht einsichtig, mittels welcher Diskursmethoden und Praktiken es diesen "Integrierten" im Alltag klar gemacht wird, dass sie nicht dazu gehören. "Banal" ist diese Form des Rassimus, weil sie mit gutem Gewissen daherkommt und keine bösen Absichten hat. Terkessidis zeigt, wie die Herkunft - implizit verstanden als rassisches Kriterium - zum Schicksal gemacht wird.
Viele Studenten denken, diskrininierende soziale Exklusion brauche notwendig Täter mit schlechten Absichten. Terkessidis' Studie zeigt erneut, wie schon die klassische Untersuchung von Erving Goffman über das Stigma, dass dies nicht notwendig der Fall sein muss.
Ob "banaler Rassismus" die treffende Bezeichnung für das Phänomen ist oder nicht besser von einem "naiven Rassismus" gesprochen werden müsste - darüber kann man sich streiten. Tatsache ist, dass das Buch sich ausgezeichnet als Diskussionsstoff für Seminare eignet, insbesondere in der Lehrerausbildung.