André Previn, der seine Wurzeln im Jazz hat und auch ein paar Soundtracks komponierte, nahm diese drei berühmten Ballet-Partituren zwischen 1974 und 1976 mit dem London Symphony Orchestra auf. Sie zählen mit denen von Richard Bonynge und dem Royal Philharmonic Orchestra eingespielten, zu den Standardeinspielungen dieses Repertoires. Im Gegensatz zu Bonynges Aufnahmen setzt Previn auf eine dramatischere Inszenierung, die den Tanzcharakter der Musik bewußt ein ums andere Mal ausblendet. Im Sinne eines abstrakten Dramas, welches Schwerpunkte in den Charakteren und Atmosphäre setzt macht dies auch absolute nachvollziehbar Sinn. Klanglich ist das vorliegende Remastering eine Offenbarung, so natürlich breitet sich das Panorama des Orchesters vor einem aus. Insbesondere die sensibel agierenden Holzbläser sind hier hervorzuheben, die sehr natürlich ins Orchester eingepasst sind und auch bei Tuttis nicht untergehen. Zu jederzeit merkt man die Aufmerksamkeit für Akzente oder kleine Betonungen, die Details zuteil wird, die andernfalls untergehen. Für diesen Preis sind drei komplette Ballette in dieser Qualität also zusammenfassend ein wirkliches Schnäppchen. Leider gibt es jedoch auch einen kleinen Wehmutstropfen. Verpackung und das komplette Booklet ist in Französisch gehalten, so daß man sich eventuell Informationen zur Entstehung der Werke anderweitig besorgen muß.