Selten war ich bei einem Buch so hin und hergerissen wie bei diesem.
"Die Bärenkralle" von Torkil Damhaug liest sich vom Klappentext sehr interessant und so stellte ich mich auf einen spannenden Plot ein, der dieser Erwartung in meinen Augen aber nicht gerecht werden konnte.
Drei Frauen werden innerhalb kürzester Zeit tot aufgefunden, alle drei mit Verletzungen, die auf einen freilaufenden Bären hindeuten sollen. Allerdings stellt die Polizei schnell fest, das die Frauen erst gefangengehalten, betäubt und dann dem Bären zugeführt worden sind. Somit ist es ein Mord, den sie da zu untersuchen haben und kein Unglücksfall. Schnell konzentrieren sich die Ermittlungen auf den allseits geschätzten Arzt Axel Glenne aus dessen Umfeld die Frauen stammten und die er alle kannte.. Mehr möchte ich nicht vorwegnehmen, denn es soll sich ja bitte jeder Leser sein eigenes Bild machen.
Der Autor nimmt sich sehr viel Zeit um Axel Glenne vorzustellen und sein Umfeld, (Familie, Praxis, Patienten) zu beleuchten, so das dieser Teil ziehmlich viel Raum einnimmt und es bis ca. Seite 100 dauert, bis etwas Spannung aufkommt. Danach kommt die Handlung in Fahrt und der Autor zeigt, das er es doch versteht, den Leser grundlegend in die Irre zu führen. Doch trotzallem war mir die Handlung zu konstruiert und das blutige Finale zu unglaubwürdig, als das ich das Buch hätte zufrieden beiseite legen können. Unzufrieden deshalb, weil ich nicht sagen kann: ja das ist logisch, so könnte es gewesen sein.
Fazit: 3 Sterne für einen soliden Schreibstil und einen Autor, der verwirrende Spuren auslegen kann, aber leider 2 Sterne Abzug, da die Handlung für mich insgesamt nicht sehr stimmig und nachvollziehbar aufgebaut war.