Mit Hilfe dieses Buches habe ich zum ersten Mal in die Welt der Azteken geschnuppert und mir hat dieser Überblick gut gefallen. Zuerst beschreibt Hannes J. Prem den Zustand des aztekischen Reiches, wie er von den Spaniern vorgefunden wurde. Es ist der Höhepunkt vor dem Niedergang der Azteken. Anschliessend versucht er anhand von Mythen, den Weg der Azteken aus der legendären Stadt Aztlan nach Tollan zu rekonstruieren. Erst ab dieser Stadt gelingt es, die weiteren Wanderungen im Becken von Mexiko historisch zu verfolgen. Prem erklärt den weiteren Verlauf der Expansion des aztekischen Reiches mit all seinen komplizierten Bündnissen und Verwicklungen. Der letzte Teil widmet sich dem Untergang und den weiteren Entwicklungen unter spanischer Herrschaft und deutet auch die Entwicklung bis zur heutigen Zeit an.
Mir hat es gefallen, dass der Autor versucht hat, die wenigen wirklich historisch gesicherten Informationen zu einem sinnvollen und nachvollziehbaren roten Faden zu verknüpfen. Es geht in diesem Werk um einen Überblick, der möglichst frei von subjektiven und gefilterten historischen Informationen sein sollte. Er bleibt kritisch und legt immer mehrere Aspekte dar. Detailbeschreibungen vom Alltagsleben oder religiöse Mythen würden den Rahmen sprengen. Die ungewohnten und schwer auszuprechenden aztekischen Namen dem Autor zum Vorwurf zu machen - wie in einer Rezession vorher - ist unfair. Er hat sie ja nicht selbst erfunden, um den Leser zu ärgern, diese Namen sind historische Realität.
Ich kann das Buch empfehlen, wenn man an historischen Tatsachen und nicht an romantischen Fantastereien interessiert ist.