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Die Autonauten auf der Kosmobahn
 
 
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Die Autonauten auf der Kosmobahn [Taschenbuch]

Julio Cortázar
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 360 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp (1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 351840766X
  • ISBN-13: 978-3518407660
  • Größe und/oder Gewicht: 21,7 x 12,6 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 840.345 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Das Archipel der Parkplätze

Autofahren mit Julio Cortázar und Carol Dunlop

Das Crescendo und Diminuendo vorbeidonnernder Lastwagen mit dem Klang der Wogen eines Ozeans zu vergleichen oder die Autobahn als fernes Raunen zu erleben, «das wir ohne grosse Mühe mit dem angenehmen Rauschen des Karibischen Meeres in Martinique oder Guadeloupe gleichsetzen», bleibt denen vorbehalten, die die Autobahn nicht nur als in kürzestmöglicher Zeit zielstrebig zu durchfahrende Strecke kennen. Julio Cortázar, der schon in seiner Geschichte «Südliche Autobahn» einen normalen Stau zu einem exotischen Abenteuer werden liess, hat sich 1982 mit seiner Lebensgefährtin Carol Dunlop aufgemacht, in einem Monat von Paris nach Marseille zu fahren, an jedem Rastplatz haltzumachen und an jedem zweiten zu übernachten – «ein Buchtenschippern in diesem Archipel der Parkplätze».

Von Cortázar, bedeutendem Vertreter der lateinamerikanischen Literatur, hätte kaum jemand so etwas erwartet. Wer seinen Sinn für Humor kennt, den wird die Ausführung dieses Projekts freilich nicht überraschen. Dunlop und Cortázar stellen ihr Unternehmen in eine Reihe mit den epochemachenden Expeditionen der Weltentdecker von Marco Polo und Kolumbus bis Jean Charcot. Wie auf den grossen Fahrten üblich, haben die beiden ein Logbuch geführt: in welche Himmelsrichtung das Fahrzeug ausgerichtet ist, welche Temperaturen herrschen, was gegessen wird und was beobachtet von einer Welt, die zwar bis dato nicht unbekannt war, die aber vor den beiden Autoreisenden kein Mensch so genau kennenlernen wollte. Was die parodierten Vorbilder vor dem Hintergrund unwirtlicher Landschaften und widriger Verhältnisse, sei es am Südpol oder im tropischen Urwald, geschildert haben, gerät bei Dunlop und Cortázar, wenn sie dieselben Worte für Alltägliches und Banales verwenden, zu einer komischen Heldentat.

Bei maximal zwanzig Minuten Autobahnfahrt pro Tag bleibt den Autoren hinreichend Zeit, sich vom Ambiente inspirieren zu lassen. Strassenarbeiter, die ihnen über ein paar Rastplätze folgen, werden zu bedrohlichen Spionen. Raupen, die aus Bäumen fallen, oder Ameisen, die ins Fahrzeug eindringen, geben Anlass zu unwissenschaftlichen entomologischen Betrachtungen. Ein paar Cronopien, jene Menschentypen, die wir schon aus Cortázars «Reise um den Tag in 80 Welten» kennen, führen absurde Dialoge. Eine verstörte Reisende, die mehrfach auf einem bestimmten Autobahnabschnitt fährt und der der rote VW-Campingbus der Autoren verdächtig vorkommt, berichtet ihrem Sohn in Briefen von dieser Beobachtung, die sie zuerst für ein Trugbild gehalten hat.

Einiges länger, als der Weg von Paris nach Marseille dauerte, brauchte der deutsche Verleger Cortázars, dies charmante Tagebuch einer Reise jenseits der Zeit ins Deutsche übertragen zu lassen. Wer es nicht ins Regal stellt, sondern zu den Karten im Handschuhfach legt, darf sich freuen auf die Lektüre beim nächsten unerwarteten Aufenthalt.

Rudolf von Bitter

Kurzbeschreibung

Einen Monat verbrachten der argentinische Schriftsteller Julio Cortazar und seine Frau Carol Dunlop im Sommer 1982 auf der Autobahn Paris - Marseille in einem VW-Bus mit aufklappbarem Zeltdach. Es galt, alle Autobahnrastplätze auf der Strecke anzusteuern, auf jedem zu verweilen und auf jedem zweiten zu übernachten. Es galt, unerschrockenen Abenteuer- und Forschergeist aufzubringen. Die Reisenden haben ein Tagebuch der Expedition mitgebracht, das voller übermütigem Humor ist, obwohl beide, von Krankheit gezeichnet, wußten, daß ihr Ende bevorstand.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Cortazar ist ein Meister des Fantastischen. Aber anders als diejenigen, die darunter verstehen, daß man Fabelwesen und neue Welten erfinden und präsentieren muß, nimmt er seine Zutaten aus unserer Welt. Das Fantastische entsteht bei ihm durch winzige Verschiebungen der Zusammenhänge, wie ein Stau auf Paris, der mehrere Wochen dauert. In diesem Buch allerdings entfacht Cortazar mit seiner Frau Carol Dunlop sein/ihr gesamtes Können indem sie das Fantastische aus dem Alltäglichen herausfiltern durch blosse Verschiebung des Betrachtungswinkels - jeden Rastplatz schildern wie andere von Ihren Erlebnissen in Rom, New York oder Nepal sprechen, ihren Kleinbus zärtlich zum roten Drachen erklären und sich nicht die noch so kleinste Schönheit entgehen lassen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ich gibt nur wenige Bücher, bei denen ich so ungern zum Schluß kam, weil ich mich dort von meinen beiden Reisebegleitern verabschieden mußte. Die spürbare innige Zuneigung von Julio und Carol zueinander saugt auch den Leser in die an sich alltäglichen Erlebnisse. Nicht zuletzt, weil ich zur Zeit der Lektüre wußte, daß inzwischen beide tot sind, machte mich das Ende wehmütig.

Jedem, der diese Zeilen liest, rate ich, dieses Buch zu lesen.
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