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Kundenrezensionen

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am 6. Oktober 2000
Der Erzähler schildert die Lebensgeschichten von vier Männern jüdischer Herkunft: diejenige seines englischen Vermieters Dr. Henry Selwyn, seines einstigen Dorfschullehrers Paul Bereyter, seines Großonkels Ambros Adelwarth und des Malers Max Aurach. Alle vier haben in der äußeren oder inneren Emigration die Zeit des Nationalsozialismus überlebt. Doch im Alter werden sie eingeholt von der Erkenntnis dessen, was damals wirklich war, und an dieser Erinnerung zerbrechen sie.
Inhaltlich und sprachlich sind "Die Ausgewanderten" ein einmaliges Werk der deutschen Literatur. Dass Sebalds abgrundtief melancholisches Buch über die Spätschäden des Nationalsozialsozialismus inzwischen beispielsweise ins Englische, Spanische, Französische und Italienische übersetzt wurde, zeigt Sebalds Ruhm und den Rang, den seinem Werk beizumessen ist.
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am 7. Dezember 2007
In vier umfangreichen Erzählungen, die unter dem Titel "Die Ausgewanderten" zusammengefaßt sind, bewahrt W.G. Sebald die Erinnerung an die Lebens- und Leidensgeschichte von vier jüdischen Männern auf: sein Vermieter, sein Grundschullehrer, sein Onkel und ein befreundeter Maler.

Mit feinfühliger Zurückhaltung bei gleichzeitiger Detailgenauigkeit erzählt Sebald vom Schicksal dieser europäischen Juden, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, im Alter ihre Entwurzelung nicht mehr ertragen konnten und ihrem Leben ein Ende setzten. Der Autor hat sorgfältig recherchiert, Gespräche geführt, Dokumente und Photos gesammelt und sich zahlreiche Schauplätze angesehen. Indem er versucht, das Leben der Männer zu rekonstruieren, erzählt er auch stets von sich und seinem Schmerz über die hektische Erinnungslosigkeit.

Eine Trauerarbeit, deren melancholischer Grundton sich im Leser festsetzt und lange Zeit nachschwingt.
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am 28. November 2012
Man sollte wissen, wer Sebald ist, ehe man sich auf diese aus der Zeit gefallenen Erzählungen einlässt. Geduld, Neugier und die Lust an verschlungenen Wegen, die durch Reales und Irreales führen, sind erforderlich. Dann aber erlebt man durch alles Befremdliche hindurch tiefe Melancholie und Verzauberung.
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am 24. Februar 2016
Fast fotografisch sind mir, noch Wochen nach der Lektüre, so manche seiner Beschreibungen im Kopf geblieben:
Manchester etwa, die Stadt, die der damals junge Autor so lange und einsam durchstreifte. Oder das Haus des heimatlos-sehnsüchtigen Vermieters, in dem das junge Paar ein paar Monate lebte und wo der Vermieter ihnen seine Lebensgeschichte erzählte. Der Lehrer, der nicht unterrichten durfte.
Eine langsame Traurigkeit entstand beim Lesen und hielt an. Es sind jüdische Schicksale, gerettet in England seinerzeit, aber seelisch gestrandet - für immer.
Sebald beschreibt plastisch und dennoch lakonisch, umso packender ist die Wirkung: es wirkt echt, erlebt, ehrlich.

Meine Hochachtung gilt im Übrigen seiner Vita: Sebald ging in den sechziger Jahren aus seiner Allgäuer Heimat, sobald er konnte, erst in die Schweiz, später nach England, wo er blieb.
Dem literarischen Nachkriegs/Gruppe47/68ziger-Deutschland hat er tief misstraut, wie hat er (Beispiel G.Grass,Andersch) Recht behalten.
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VINE-PRODUKTTESTERam 27. September 2012
Keiner der Protagonisten in den vier Erzählungen wird mit dem unfreiwilligen Verlust seiner Heimat fertig. Jeder wirkt verwaist und vereinsamt. Je älter die "Ausgewanderten" werden, desto trostloser erscheint ihr Leben. In der vielleicht intensivsten und meisterhaftesten, der dritten Erzählung um Ambros Adelwarth, Sebalds Großonkel, kommt dies besonders eindringlich zum Ausdruck, obwohl sie die einzige Geschichte ist, in der die seelischen Verletzungen nicht in erster Linie etwas mit dem Holocaust zu tun haben.

Dieser Großonkel wurde durch den Tod der Mutter und die äußere Not schon Anfang des Jahrhunderts aus seiner ländlichen Heimat vertrieben. Bereits als Kind wurde Ambros unablässig zum Arbeiten herangezogen, er hatte, wie Sebalds Tante erzählt, keine Kindheit, und es zog ihn bei erster Gelegenheit hinaus aus Deutschland. Wegen seiner Fügsamkeit, Höflichkeit und Zurückhaltung wurde er Kellner in großen Hotels, ging dann nach Amerika und wurde Vertrauter und persönlicher Begleiter verschiedener exzentrischer Geldmagnaten und eines Glücksspielers und Fantasten. Diese engen, auch homosexuellen Bindungen zogen ihn in deren teils exotisches, teils exzentrisches Leben hinein und entfernten ihn so weit von sich selbst, dass er schließlich kein Gefühl mehr von seiner eigenen Person besaß. Seine Versuche, sich an seine Vergangenheit zu erinnern, wurden für ihn in seinen späteren Jahren "eine Qual sowohl als ein Versuch der Selbstbefreiung" (146). Schließlich konnte er sich überhaupt nicht mehr zusammenhängend erinnern, begab sich freiwillig in eine psychiatrische Behandlung, in der er sich bereitwillig einer selbstmörderischen Serie von Elektroschocks auslieferte.

Für diese Figuren ist Erzählen und Erinnern mehr oder weniger auch ein "unbarmherziges Sich-zugrunde-Richten" (146), und das tun sie mitunter auch auf drastische Art. Diese tragische Haltung entspricht dem Lebensgefühl Sebalds, der sich in dem für ihn unheimlichen Schweigen über den Holocaust im Nachkriegsdeutschland auf die Spurensuche nach seinen eigenen Wurzeln und eben dieser Vergangenheit machte. Für ihn ist der Prozess des Erinnerns ebenfalls mühselig. Aber im Gegensatz zu seinen Figuren gelingt ihm als Schriftsteller die Trauerarbeit. Die beschriebene Atmosphäre ist manchmal beklemmend, die Trostlosigkeit ist überwältigend . Aber gleichzeitig wird gerade durch die Trauer hindurch der Blick auf das Lebendige und Menschliche frei, nicht nur für den Autor, sondern auch für den Leser.

Sebald versucht als authentischer Erzähler (auch immer mit seinen persönlichen Fotos) sein inneres Gleichgewicht durch einen förmlichen, ausgewogenen Stil und nicht selten durch einen trockenen Humor zu wahren. Er lässt den Leser an seinen geduldigen Recherchen teilhaben und lässt die Tatsachen und Erzählungen für sich sprechen. Seine Tante berichtet beispielsweise nur, wie Ambros am Schreibtisch gesessen und wie er sich gequält hat, um sich zu erinnern. Sein Warten auf die Elektroschocks wird sodann von dem Psychiater geschildert, der nach Ambros' Tod seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte. Der Leser muss diese Schilderungen auffüllen und zu Ende denken. Er steht mit dem Autor da, wo wir heute fast alle als Nachgeborene stehen: Es gibt nur noch die Erzählungen von wenigen Zeitzeugen sowie Texte und Bildmaterial, um sich ein Bild von dem zu machen, was die menschliche Vorstellungskraft fast übersteigt.
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am 23. Juni 2008
Lesen Sie dieses Buch, wenn Sie sich für die Hintergründe verschlungener Lebenswege interessieren. Lesen Sie es, wenn Sie sich manchmal überlegen, wo Sie selbst in 20,30 Jahren sein werden. Sebald ist ein Künstler der Biographie, der Reflektion und der stillen demütigen Betrachtung des Lebens.
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am 18. April 2014
Excellente recherche, die durch auftauchende Ortsnamen sehr berührend sind und uns dadurch umsomehr an die Verwurzellung der deutschen Befölkerung mit dem Nationalsozialismus und dem Fremdenhass konfrontieren.
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am 5. November 2010
Ich habe das Buch nicht zu Ende gelesen. Die Kunstsprache des Autors, die nicht einmal vor "gewunken" zurückschreckt, ertrage ich nicht.
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am 27. Juli 2008
Ich hatte das Buch für den Urlaub bestellt, aber ich kam damit überhaupt nicht zurecht. Ich fand es leider eher mühsam zu lesen... Ist was für Anspruchsvolle, fürchte ich.
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