Wer mit dem Kriminalroman "Die Augen eines Mörders" die typischen Merkmale eines Thrillers erwartet, wird nicht enttäuscht.
Fesselnd und spannend die Handlung, überraschend ansprechend und bemerkenswert die Sprache des Autors: Er beobachtet genau, analysiert und beschreibt so detailliert, dass es ihm gelingt, den Leser durch seine fließende, aber nie geradlinige Erzählweise unglaublich genau in die Bilderwelt der Handlung mitzunehmen.
Anspruchsvoll und elegant, poetisch: In langen, schier nicht enden wollenden, kunstvoll gebildeten Sätzen baut sich seine Erzählung auf, eingangs das typische Ausgangsmuster eines Kriminalromans mit einem Sexualmord an einem Mädchen, einem Kommissar und schließlich der Beginn der versessenen, schier aussichtslosen Suche nach dem Mörder.
Es folgt die feine und geschickt aufgebaute, facettenreiche Handlung, bei dem der Autor den Leser in einem ganz eigenen Rhythmus in immer wechselnden Perspektiven in die Seelen- und Gefühlswelt seiner Figuren entführt.
Wer anspruchsvolle, dabei spannende Literatur sucht, wird bei diesem Krimi fündig.
Antonio Muñoz Molina ist ein herausragender spanischer Autor mit einer virtuosen Prosa, die Leistung des Übersetzers Willi Zurbrüggen überzeugt nicht minder!
Ein absoluter Tipp!