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Die Augen des Drachen.
 
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Die Augen des Drachen. [Taschenbuch]

Stephen King , Joachim Körber
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (42 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Roland, der alte König von Delain, wird hinterhältig ermordet. Peter, sein Sohn und Thronfolger, soll lebenslang im Kerker schmachten. Der grausame Magier Flagg hält nun die Fäden in der Hand. Wer vermag seinem blinden Wüten Einhalt zu gebieten?

Über den Autor

Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolg, „Carrie“, erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Millionen Bücher in mehr als 40 Sprachen verkauft. Im November 2003 erhielt er den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk. Bei Heyne erschien im November der letzte Band des Zyklus: "Der Turm".

Auszug aus Die Augen des Drachen von Stephen King. Copyright © 0. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

1

In einem Königreich namens Delain lebte einst ein König, der hatte zwei Söhne. Delain war ein sehr altes Königreich, und es hatten dort Hundert von Königen regiert, vielleicht sogar Tausende; wenn genügend Zeit verstrichen ist, können nicht einmal Historiker sich an alles erinnern. Roland, der Gütige, war weder der beste noch der schlechteste König, der das Land bisher regiert hatte. Er gab sich große Mühe, keinem Unrecht zu tun, was ihm meistens auch gelang. Er versuchte außerdem, große Taten zu vollbringen, aber unglücklicherweise gelang ihm das nicht immer. Das Ergebnis war ein recht mittelmäßiger König, und er bezweifelte, daß man seiner nach seinem Tode noch lange gedenken würde. Und der Tod konnte ihn in jedem Augenblick holen, denn er war alt geworden, und sein Herz war schwach. Er hatte vielleicht noch ein Jahr zu leben, vielleicht drei. Jeder, der ihn kannte, und alle, die sein graues Gesicht und die zitternden Hände gesehen hatten, wenn er Hof hielt, waren sich darin einig, daß in allerhöchstens fünf Jahren ein neuer König auf dem großen Platz am Fuße der Nadel gekrönt werden würde... und nur wenn Gott gnädig war, waren ihm noch fünf Jahre vergönnt. Daher sprach jeder im Königreich, vom reichsten Baron und prunkvoll gekleideten Höfling bis hin zum ärmsten Leibeigenen und seiner zerlumpten Frau, vom künftigen König, Rolands ältestem Sohn, Peter.

Nur ein Mann überlegte und plante und dachte über etwas anderes nach: Wie er es bewerkstelligen könnte, daß Rolands jüngerer Sohn, Thomas, statt seiner zum König gekrönt wurde. Dieser Mann war Flagg, der Hofzauberer des Königs.

2

Wenngleich Roland, der König, alt war - er selbst sprach von siebzig Jahren, aber er war ganz bestimmt älter -, so waren doch seine beiden Söhne noch jung. Er hatte erst spät geheiratet, weil er keine Frau gefunden hatte, die seinen Ansprüchen genügte, und weil seine Mutter, die große Königinwitwe von Delain, für Roland und alle anderen - einschließlich ihrer selbst - schier unsterblich zu sein schien. Sie hatte fast fünfzig Jahre lang über das Königreich geherrscht, als sie sich eines Tages ein Stück Zitrone in den Mund steckte, um einen schmerzenden Husten zu lindern, welcher sie schon seit mehr als einer Woche peinigte. Zu eben diesem Zeitpunkt führte ein Jongleur zur Erbauung der Königinwitwe und ihres Hofes seine Kunststücke vor. Er jonglierte mit fünf kunstvoll gefertigten Kristallkugeln. In dem Augenblick, als sich die Königin die Zitronenscheibe in den Mund schob, ließ der Jongleur eine der Glaskugeln fallen. Sie zerschellte mit lautem Geklirr auf dem Fliesenboden des großen östlichen Thronsaals. Die Königinwitwe sog, als sie es hörte, heftig die Luft ein. Und dabei verschluckte sie sich an der Zitronenscheibe und erstickte jämmerlich. Vier Tage später fand Rolands Krönung auf dem Platz der Nadel statt. Der Jongleur konnte sie nicht mehr miterleben; er war drei Tage zuvor an der Hinrichtungsstätte hinter der Nadel geköpft worden.

Ein König ohne Erben macht alle nervös, ganz besonders, wenn dieser König schon fünfzig und bereits kahlköpfig ist. Daher lag es in Rolands Interesse, schnellstmöglich zu heiraten und schnellstmöglich einen Sohn zu zeugen. Sein engster Ratgeber Flagg führte ihm dies immer wieder vor Augen. Er wies ihn auch darauf hin, daß er mit fünfzig nur noch auf wenige Jahre hoffen durfte, in denen er ein Kind im Leibe einer Frau erschaffen konnte. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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