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Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge Taschenbuch – 2005


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 329 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442076803
  • ISBN-13: 978-3442076802
  • Größe und/oder Gewicht: 18,1 x 11,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (29 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.321.999 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
OA 1910 Form Roman Epoche Moderne
Das Buch von Rainer Maria Rilke darf als der erste konsequent moderne deutschsprachige Roman bezeichnet werden, der ganz im Zeichen einer umfassenden Krisenerfahrung der Moderne (Stichwort S. R 909) steht. In dem Maß, in dem sich ein traumatischer Wirklichkeitszerfall des Ich-Erzählers bemächtigt, versucht dieser verzweifelt, sich in Erinnerungen und Reflexionen seiner Identität zu vergewissern, aber gleichzeitig zu einer Haltung der Hingabe an die Wirklichkeit zu finden. Die irritierende Erfahrung der Modernität schlägt sich auch in der Gestalt des Romans selbst nieder, der darauf verzichtet, auf konventionelle Weise eine Lebensgeschichte zu erzählen.
Entstehung: Die Arbeit an dem Roman geht auf Erfahrungen zurück, die Rilke bei seinem Parisaufenthalt 1902/03 sammelte und während eines Rom-Aufenthalts 1904 zu verarbeiten begann. Nach Unterbrechungen setzte Rilke 1908 die Arbeit fort. Die wechselnden Interessen und Akzentuierungen verschiedener Werk- und Lebensphasen spiegeln sich in den stilistisch und strukturell stark unterschiedlichen Passagen des Romans.
Struktur: Anders als der Roman des 19. Jahrhunderts haben die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge keine fortlaufende, realistische Handlung mehr. Der Text besteht aus 71 unterschiedlich langen Aufzeichnungen. Im ersten Teil überwiegen Eindrücke aus Paris, im zweiten Teil Erinnerungen an die Kindheit auf dänischen Adelsschlössern und in Kopenhagen, im dritten Teil Miniaturen obskurer historischer Gestalten. Die 71 Abschnitte sind jedoch nicht willkürlich gereiht, sondern folgen einem musikalischen Kompositionsgesetz der »ordres complementaires«. Die Einheit des Werks stiftet keine kontinuierliche Narration, sondern ein dicht gewobenes System von Korrespondenzen, Leitmotiven und Bildern.
Inhalt: Der Roman erzählt in einer am Tagebuch angelehnten Form von dem jungen Dänen Malte Laurids Brigge. Er ist ein verwaister und verarmter Adliger, der letzte seines Geschlechts, der im September nach Paris kommt und dort als Dichter zu leben und eine neue Sprache zu finden sucht. Nach einem halben Jahr brechen die Aufzeichnungen ab. In Maltes Notaten stehen Beschreibungen der Pariser Alltagswirklichkeit neben Kindheitserinnerungen und historischen Reminiszenzen. Die Darstellungen des Pariser Lebens sind an Charles R Baudelaire orientiert und liefern abschreckende und beklemmende Beschreibungen von Krankheit, Verfall und Tod. Maltes Kindheitserinnerungen sind der Versuch, eine eigentlich nicht erlebte Kindheit neu zu leisten und ihren fatalen Prägungen zu entkommen. Die historischen Kapitel des Romans erzählen von obskuren historischen Figuren, Hochstaplern und Heiligen, die wie Malte nicht selbst Herren ihres Schicksals sind, sondern der Erfahrung des Fremden und Anderen ausgesetzt waren.
Wirkung: Wegen ihrer kompromisslosen Negativität blieben die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge in der Geschichte des deutschen Romans ohne Nachfolge. Als die Theoretiker des Nouveau Roman, v. a. Nathalie R Sarraute, die programmatische Leistung des Romans erkannten, brach sich endlich auch im Bewusstsein der Kritik die Anerkennung des Romans als einer der großen Leistungen der klassischen Moderne Bahn. H. R. B. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Klappentext

"Farbigkeit und Anschaulichkeit der Darstellung, die breite und stets sorgfältige Wiedergabe des Zeithintergrunds und nicht zuletzt die hohe Lesbarkeit zeichnen das Buch dieses gelehrten, aber gelassenen Erzählers aus."
Marcel Reich-Ranicki

"Eine der großen Durchbruchleistungen der modernen Literatur."
H. E. Holthusen


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von B. Gutleben am 28. Oktober 2009
Format: Taschenbuch
Rilkes "Malte" belegt mit Sicherheit einen Spitzenplatz in meiner persönlichen Bestenliste, ist eins der ganz wenigen Bücher, die ich zu zwei verschiedenen Zeiten meines Lebens mit gleicher wenn nicht gewachsener Begeisterung gelesen habe.
Das erste Mal still und allein während des Studiums - es war eins meiner mündlichen Prüfungsthemen. Das zweite Mal etwa drei Jahrzehnte später zu dritt bei Kerzenschein im Kreis der Familie an den Abenden "zwischen den Jahren", bei denen es manchmal auch Nacht wurde.
Zugegeben: die beiden anderen teilten nicht uneingeschränkt mein Hochgefühl, aber damit sind sie ja wirklich nicht allein, viele kommen mit dem Text noch weniger klar. Manche Leseerwartungen werden durchaus verletzt, wenn Lyriker sich an Prosa wagen, gerade Rilke macht es manchen schwer mit seiner assoziativen, impressionistischen oder meinetwegen surrealistischen Schreibweise bei den Aufzeichnungen. Einige neigen dann zu Sprüchen wie "Dichter, bleib bei deinen Versen..." Manchmal stimme ich selbst in sowas mit ein, aber nicht in diesem Fall. Ich schätze durchaus einige von Rilkes Gedichten, die mich aber nur in seltensten Fällen so eindringlich ansprechen wie die Aufzeichnungen des Malte.
Gerade die Sensibilität des Lyrikers macht ihn so empfänglich für die Fülle von Sinneseindrücken in der Großstadt, denen er eine in sich ruhende Welt einer entfernten Kinderzeit gegenüberstellt um Halt zu finden - Rückblicke, die manchmal noch viel weiter in die Vergangenheit zurückgehen und so etwas wie Archetypen und Urbilder sichtbar machen, die die flutende Vielfalt der Großstadtszenen bannen können.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENTTOP 500 REZENSENT am 29. November 2011
Format: Kindle Edition
Der verarmte, dänische Adelige Malte Laurids Brigge beschreibt seinen Aufenthalt in Paris. Überaus schwermütig und ein wenig kraftlos wirkt dieser höchst sensible, junge Mann, der Schriftsteller werden möchte.

Die hektische Großstadt - zu Anfang des vergangenen Jahrhunderts - wirkt auf Malte abschreckend. Er zieht sich in seine Innenwelt zurück, reflektiert seine Kindheit und schreibt in wohlgesetzten Worten über das, was er an Bedrückendem auf seinen Spaziergängen durch Frankreichs Hauptstadt wahrnimmt.

Laut gelesen hat Rilkes Prosawerk beinahe lyrischen Charakter. Dieses Buch eignet sich nicht für düstere Novembertage. Selbst Frohnaturen sollten sich auf depressive Anwandlungen gefasst machen. Dennoch ist der Text empfehlenswert, da die Sprache dieses Künstlers unglaublich feinsinnig ist.

Empfehlenswert.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Kankin Gawain TOP 500 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 1. November 2010
Format: Gebundene Ausgabe
Wie eine Motte, die in der Finsternis um ein allzu fahles Licht kreist, bewegen sich die Beobachtungen, Reflexionen und Lebenserinnerungen des adligen Malte Laurids Brigge - ohne Tat und Handlung - um die Themen Tod und Vergänglichkeit, den Wahn und das Okkulte. Allerdings scheint mir der Schlüssel zu diesem Werk, der nur durch seine Atmosphäre von Zwielicht und trüber, abgründiger Ahnung zusammengehalten wird, auf den letzten Seiten des Textes gegeben, in denen Rilke das Geistliche, das Spirituelle anspricht. Man könnte nämlich die "Aufzeichnungen" als eine Erzählung lesen, in denen die "dunkle Nacht des Ego" beschrieben wird, wie einige Autoren jene innere Verfassung auf dem spirituellen Weg benennen, in denen tiefere Einsichten in die Wahrheit bereits zu einem "der-Welt-Absterben" geführt haben, aber noch nicht die "Wiedergeburt in Gott" stattgefunden hat. Solcherart Übergang gilt als kritisch und gefährlich, kann doch der Mensch durch sie in Verzweiflung und Wahnsinn gestürzt werden. Es mag sein, dass Rilke hier eigene Erfahrungen dem Leser verständlich machen, einen Ausnahmezustand der Psyche für die Nachwelt mit den Mitteln der Prosa festhalten wollte.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 21. Mai 2002
Format: Taschenbuch
Dieses erstmals 1910 erschienene Werk Rilkes ist seine wichtigste Prosaveröffentlichung, was nicht heißt, dass es einfacher zu lesen wäre als seine Gedichte. Selten ist eine Persönlichkeitskrise drastischer dargestellt worden als hier: Auflösung des Ich, Anonymität der Städte, alle großen Themen der Moderne finden sich in den Aufzeichnungen versammelt. Malte Laurids Brigge, der Erzähler, kommt aus Dänemark in die Großstadt Paris und sp'Et, wie dort Veränderungen in ihm vorgehen: "Ich beginne zu sehen.'ESeine anfangs noch nachvollziehbaren Berichte f'Eren immer mehr ins Innere, bis man schließlich nicht mehr weiß, was eigentlich wirklich passiert. Am Ende des Buches ist der Verbleib des Protagonisten ungewiss.
In der Tat ist dies ein schwieriges Buch, in dem lyrische Passagen die konventionelle Erzählung auflösen. Eine stringente Geschichte kann man daher nicht erwarten. Wer sich allerdings auf die atmosphärische Dichte, die Tiefe der Beschreibungen und den Rhythmus der Sätze einlässt, wird daf'E belohnt. Vielleicht sollte man das Buch als ein langes Prosagedicht betrachten, um nicht mit falschen Voraussetzungen daran zu gehen.
Mir hat diese Ausgabe besonders gut gefallen.
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