Die Komoedie ueber zwei konkurrierende Krankenhaeuser, die im Zuge der Gesundheitsreform um ihre Existenz kaempfen, haette ein unglaubliches Potenzial gehabt, um ein satirisches, kritisches Meisterwerk zu werden.
Leider ist das Scheitern schon mit der ersten Szene offensichtlich, in der ein Arzt seine Kontaktlinse in der offenen Bauchhoehle eines Patienten verliert und sie dort wieder herauspult. Saemtliche unlustigen Sketchserien warteten mit ebendiesem Witz bisher auf. Wenn man also einen innovativen Kinofilm drehen will, sollte man tunlichst auf einen derartigen Todesstoss verzichten, insbesondere direkt nach dem Vorspann.
In dieser Art "Humor" geht es dann weiter: ein Spenderorgan landet auf dem Teller, die Krankenschwester ist ein huebsches Bloedchen und die beiden Aerzte sind naive Deppen.
Wenigstens die schauspielerische Besetzung, bis auf Cosma Shiva Hagen, der wieder einmal die Rolle des Dummchens nicht glaubhaft gelingt, rettet den Film ansatzweise von seiner sonst diazepamaehnlichen Wirkung. Christoph Maria Herbst, gewohnt ueberzeugend, gibt Professor Radwanski in seiner hervorragenden Stromberg-Manier und obwohl sein Drehbuch versagt, mimt Carsten Strauch den schuechternen, nicht sonderlich pfiffigen Dr. Wesemann schon beinahe liebevoll.
Vierkoetter (Josef Ostendorf), der Rainer Calmund persifliert, ist zu Beginn seines Auftritts etliche Lacher wert, aber da der ganze Witz ausschliesslich in dieser Figur und nicht ihres Handelns liegt, erschoepft sich auch deren Humor recht schnell.
Aehnliche Slapstickeinlagen bilden altbekannte Bilder betrunkener Personen, die sich mehr oder minder albern bewegen oder der Uralt-Witz eines Missverstaendnisses, das auf einer nicht ausgesprochenen Wahrheit, sondern dem heissen Brei drumherum basiert (in unserem Fall handelt es sich wie innovativ- um den Verdacht, dass Dr. Wesemann und sein Kollege Dr. Klaus Kunze, uebrigens gleichsam grenzdebil wie sein Freund, ein schwules Liebespaar waeren).
Angekuendigt als Film ueber die Auswirkungen der Gesundheitsreform, erfuellt der Streifen keinesfalls die an ihn gestellten Erwartungen. Kleine intelligente Seitenhiebe auf die Unmenschlicheit eines effizienten Gesundheitssystems wie die Darstellung von Patienten in Etagenbetten im St. Georg sind selten bis gar nicht der Fall.
Hier muss dementsprechend die Frage gestellt werden, warum ein Machwerk mit Witzen, die schon dereinst Dieter Hallervorden praesentierte, mit so vielen Foerderungen unterstuetzt wurde.
Fazit:
Ein Film, den man tunlichst mit vielen Koffein-Tabletten oder gleich einem Vorrat an Amphetaminen konsumieren sollte.
Wer auf oberflaechliche und seichte Komoedien steht, sollte unbedingt zugreifen, denn das Kriterium wird zur Gaenze erfuellt in Kombiantion mit erfrischenden, unbekannteren Darstellern, denen das Spiel sichtbar Spass macht.
Wer aber eine satirische Gesellschaftskritik erwartet, muss auf jeden Fall von diesem Film Abstand nehmen.
2-3 von 5 Punkten