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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Lenz brilliert wie gewohnt durch Einfachheit,
Rezension bezieht sich auf: Die Auflehnung. (Taschenbuch)
...durch die vermeindliche Einfachheit seiner Charaktere, wie der seiner Ausdruckskraft. Das ungleiche Brüderpaar Willy und Frank steckt gleichermaßen in der ureigensten Existenzkrise. Keiner von beiden kann aber die Krise des anderen verstehen, da ihre Leben unterschiedlicher nicht sein könnten. Willy, bekannter Teekoster, der seinen unfehlbaren Taste verloren hat, sinniert: "...; die Sinne sind ein Geschenk auf Zeit und vielleicht werden sie uns im Alter genommen, um uns den Abschied von der Welt zu erleichtern.", was bei Frank, der seine Fischbestände gegen Kormorane und den kleinen Halunken Bernie zu verteidigen sucht, auf wenig Verständnis trifft, denn schließlich hatte dieser nicht die Gelegenheit ein Vermögen und diverse Auslandserfahrungen anzuhäufen. Dennoch entwickelt sich bei aller Unterschiedlichkeit, die sich zu Anfang des Buches in deutlicher Kühle und Voreingenommenheit ausdrückt, ein Familienzusammenhalt, dessen zurückhaltende nordische Wärme nur Lenz derart zu beschreiben vermag. Es ist jetzt 24:00 Uhr und ich habe eben das Buch aus der Hand gelegt, das mich wahrlich nicht lange beschäftigt hat, und ohne eine rührseelige Tussi zu sein, hatte ich gläserne Augen, ob der Rührung, die mich bereits bei "Arnes Nachlaß" ergriff. Und die Moral von der Geschicht?! Glück im Unglück oder "Worin ist das Glück denn eigentlich wirklich zu suchen?" wird von Lenz in wunderbarerweise dargestellt. Einfach ein brillianter Geschichtenerzähler!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Herbe Verluste,
Von Dr. Reinhard Lahme "t 43 t" (Borgwedel SH) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Werkausgabe in Einzelbänden, 20 Bde., Bd.12, Die Auflehnung (Gebundene Ausgabe)
Willy Wittmann übt den Beruf des Teekosters bei einer Hamburger Weltfirma aus. Als er die Fähigkeit verliert, sichere Geschmacksurteile abzugeben, kündigt er seine Stellung und zieht sich auf das ländliche Anwesen seines Bruders zurück. Hier sucht er neue Perspektiven für die Altersphase seines Lebens. Frank Wittmann hat die Teichwirtchaft vom Vater übernommen. Auch er ist von einem herben Verlust bedroht, der ihm und seiner Familie die ohnehin karge materielle Basis entziehen kann: Kormorane fressen ihm die Fische aus seinen Teichen.Wider besseren Wissens hofft Willy, daß sich seine Geschmacksnerven regenerieren werden. Bald aber muß er einsehen, daß ihm der Verzicht auf seinen bisherigen Lebenssinn abverlangt wird. Er findet zu seiner Form des Aufbegehrens... Und Frank, ein oft bitterer Mann, holt seinen alten Karabiner hervor und nimmt den Kampf gegen die Kormorane auf. Da diese unter Naturschutz stehen, muß er mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Dennoch zögert er keine Sekunde ... Siegfried Lenz hat auch in diesem Roman an seiner Schreibkonzeption der erinnernden Literatur festgehalten. Zwar gibt es eine ausgedörrte wie auch eine spröd-liebevolle Ehe, eine altersscheue Liebe, Liebesverrat, Vergewaltigung, schwere Unfälle auf hoher See, Schlägerei, Diebstahl, Brandstiftung, Fischvergiftung... Trotzdem hat Lenz seinen Stoff nicht im Gewusel des aktuellen Tagesgeschehens gesucht und zu Spannungshäppchen arrangiert. Bestimmend bleibt die Einbettung der Vorfälle in einen ruhigen, breiten Erzählstrom, der von einer genau recherchierten Detailtreue geprägt ist. Faszinierend die zahlreichen Naturbilder, die den Roman durchsetzen. Nur wer die Landschaft von Schleswig über Arnis und Kappeln bis zur Ostsee entlang der Schlei kennt, wird den Facetten-Reichtum des Werkes genau erfassen können. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unspektakulär und gut!,
Rezension bezieht sich auf: Die Auflehnung: Roman (Taschenbuch)
Ich finde, "Die Auflehnung" kommt nicht ganz an die großen Meisterwerke wie 'Deutschstunde' und 'Heimatmuseum' heran. Trotzdem hat mir das Buch ausnehmend gut gefallen.Zwei Brüder, der eine Teekoster und der andere Fischzüchter, geraten zum Ende ihres Berufslebens in eine existentielle Krise. In der Auflehnung gegen diese Situation gehen beide eigene, nicht unbedingt erfolgreiche Wege. Sie finden aber auch auf anrührende Weise wieder zueinander. Das alles ist meisterhaft erzählt, unspektakulär und nicht überladen, ohne Pathos und mit dem entscheidenden, hoch sensiblen Blick auf das Wesentliche. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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