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Die Auflehnung.
 
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Die Auflehnung. [Taschenbuch]

Siegfried Lenz
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, 1996 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 366 Seiten
  • Verlag: Dtv (1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423121556
  • ISBN-13: 978-3423121552
  • Größe und/oder Gewicht: 19,6 x 12,1 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 298.839 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Siegfried Lenz
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

»Willy Wittmann übt den hanseatisch angesehenen Beruf eines Teekosters aus; sein Bruder Frank ist Fischmeister in der ererbten Teichwirtschaft. Beide werden von Verlusten getroffen: Der Teefachmann büßt die hochdotierten Fähigkeiten seiner sensiblen Geschmacksnerven ein; der Fischer wehrt sich mit wütender Kraft gegen naturgeschützte Raubvögel, die seine Teiche leerfressen. Beide lehnen sich auf. Der eine versucht, in der Liebe zu einer jungen Frau den Geschmack am Leben zurückzugewinnen; der andere holt einen versteckten Wehrmachtskarabiner aus der Ölverpackung... «

Über den Autor

Siegfried Lenz, der am 17. März 1926 in Lyck, einer kleinen Stadt im masurischen Ostpreußen geboren wurde, zählt seit langem zu den bedeutendsten Autoren der deutschsprachigen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur.

Nachdem Lenz aus englischer Kriegsgefangenschaft entlassen worden war, ging er nach Hamburg und studierte Philosophie, Anglistik und deutsche Literaturgeschichte, ehe er 1950/51 als Redakteur für die "Welt" arbeitete. Seit 1951 lebt er als freier Schriftsteller in Hamburg. Bereits mit seinem ersten Roman gelang es ihm, die Kritik und die Leser für sich einzunehmen, und bis heute zeichnet sich Lenz' Werk dadurch aus, daß es menschliche Schicksale und aktuelle gesellschaftliche Fragen auf eine Weise verknüpft, die literarisch ambitioniert die Bedürfnisse breiter Leserschichten nicht vernachlässigt.

Weite Teile des Lenzschen Werkes sind geprägt durch die Auseinandersetzung mit gesellschaftskritischen Problemen (etwa die Romane "Der Mann im Strom", 1957, oder "Brot und Spiele", 1959, einer der wenigen geglückten Sportromane der deutschen Literatur) und mit dem Dritten Reich bzw. seiner Verarbeitung. Zu Lenz' größtem Erfolg wurde dabei der 1968 erschienene Roman "Deutschstunde", der auch internationalen bahnbrechend wurde. Wie der junge Siggi Jepsen darin die Geschichte seines Vaters, eines norddeutschen Polizisten, der es im Nationalsozialismus für seine Pflicht hält, das Malverbot seines Freundes Nansen zu überwachen, erzählt, ist eine bis heute bestechende Demaskierung eines pervertierten Pflichtbegriffs und wurde von vielen als befreiende künstlerische Auseinandersetzung mit diesem Thema verstanden.

Der "Deutschstunde" folgten viele große Romane ("Heimatmuseum", 1978, "Der Verlust", 1981, "Exerzierplatz", 1985 oder "Die Auflehnung", 1994), die Lenz unverrückbar an die Seite der ‚großen' deutschen Gegenwartsautoren wie Heinrich Böll, Günter Graß oder Martin Walser stellten. Sein Werk umfaßt alle literarische Gattungen: Lenz arbeitete für das Theater ("Zeit der Schuldlosen", 1961), schrieb Hörspiele ("Haußuchung", 1967) und Essays ("über den Schmerz", 1997), und für viele Leser ist er nicht zuletzt ein Meister der "kleinen Form". Seine oft humoristisch grundierten Erzählbände wie "So zärtlich war Suleyken" (1955), "Lehmanns Erzählungen" (1964) und "Der Geist der Mirabelle" (1975) belegen dies trefflich.

Siegfried Lenz wurde für sein Œuvre mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet, darunter der Gerhart-Hauptmann-Preis, der Bayerische Staatspreis für Literatur, der Thomas-Mann-Preis, der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und zuletzt, 1999, der Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main. Seine Auszeichnungen galten dem literarisch unvergleichlichen Werk, und sie rühmten immer auch das unerschrockene Engagement des Autors.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
...durch die vermeindliche Einfachheit seiner Charaktere, wie der seiner Ausdruckskraft. Das ungleiche Brüderpaar Willy und Frank steckt gleichermaßen in der ureigensten Existenzkrise. Keiner von beiden kann aber die Krise des anderen verstehen, da ihre Leben unterschiedlicher nicht sein könnten. Willy, bekannter Teekoster, der seinen unfehlbaren Taste verloren hat, sinniert: "...; die Sinne sind ein Geschenk auf Zeit und vielleicht werden sie uns im Alter genommen, um uns den Abschied von der Welt zu erleichtern.", was bei Frank, der seine Fischbestände gegen Kormorane und den kleinen Halunken Bernie zu verteidigen sucht, auf wenig Verständnis trifft, denn schließlich hatte dieser nicht die Gelegenheit ein Vermögen und diverse Auslandserfahrungen anzuhäufen. Dennoch entwickelt sich bei aller Unterschiedlichkeit, die sich zu Anfang des Buches in deutlicher Kühle und Voreingenommenheit ausdrückt, ein Familienzusammenhalt, dessen zurückhaltende nordische Wärme nur Lenz derart zu beschreiben vermag. Es ist jetzt 24:00 Uhr und ich habe eben das Buch aus der Hand gelegt, das mich wahrlich nicht lange beschäftigt hat, und ohne eine rührseelige Tussi zu sein, hatte ich gläserne Augen, ob der Rührung, die mich bereits bei "Arnes Nachlaß" ergriff. Und die Moral von der Geschicht?! Glück im Unglück oder "Worin ist das Glück denn eigentlich wirklich zu suchen?" wird von Lenz in wunderbarerweise dargestellt. Einfach ein brillianter Geschichtenerzähler!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Herbe Verluste 8. Dezember 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Willy Wittmann übt den Beruf des Teekosters bei einer Hamburger Weltfirma aus. Als er die Fähigkeit verliert, sichere Geschmacksurteile abzugeben, kündigt er seine Stellung und zieht sich auf das ländliche Anwesen seines Bruders zurück. Hier sucht er neue Perspektiven für die Altersphase seines Lebens. Frank Wittmann hat die Teichwirtchaft vom Vater übernommen. Auch er ist von einem herben Verlust bedroht, der ihm und seiner Familie die ohnehin karge materielle Basis entziehen kann: Kormorane fressen ihm die Fische aus seinen Teichen.

Wider besseren Wissens hofft Willy, daß sich seine Geschmacksnerven regenerieren werden. Bald aber muß er einsehen, daß ihm der Verzicht auf seinen bisherigen Lebenssinn abverlangt wird. Er findet zu seiner Form des Aufbegehrens... Und Frank, ein oft bitterer Mann, holt seinen alten Karabiner hervor und nimmt den Kampf gegen die Kormorane auf. Da diese unter Naturschutz stehen, muß er mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Dennoch zögert er keine Sekunde ...

Siegfried Lenz hat auch in diesem Roman an seiner Schreibkonzeption der erinnernden Literatur festgehalten. Zwar gibt es eine ausgedörrte wie auch eine spröd-liebevolle Ehe, eine altersscheue Liebe, Liebesverrat, Vergewaltigung, schwere Unfälle auf hoher See, Schlägerei, Diebstahl, Brandstiftung, Fischvergiftung... Trotzdem hat Lenz seinen Stoff nicht im Gewusel des aktuellen Tagesgeschehens gesucht und zu Spannungshäppchen arrangiert. Bestimmend bleibt die Einbettung der Vorfälle in einen ruhigen, breiten Erzählstrom, der von einer genau recherchierten Detailtreue geprägt ist. Faszinierend die zahlreichen Naturbilder, die den Roman durchsetzen. Nur wer die Landschaft von Schleswig über Arnis und Kappeln bis zur Ostsee entlang der Schlei kennt, wird den Facetten-Reichtum des Werkes genau erfassen können.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unspektakulär und gut! 17. Februar 2011
Format:Taschenbuch
Ich finde, "Die Auflehnung" kommt nicht ganz an die großen Meisterwerke wie 'Deutschstunde' und 'Heimatmuseum' heran. Trotzdem hat mir das Buch ausnehmend gut gefallen.
Zwei Brüder, der eine Teekoster und der andere Fischzüchter, geraten zum Ende ihres Berufslebens in eine existentielle Krise. In der Auflehnung gegen diese Situation gehen beide eigene, nicht unbedingt erfolgreiche Wege. Sie finden aber auch auf anrührende Weise wieder zueinander.
Das alles ist meisterhaft erzählt, unspektakulär und nicht überladen, ohne Pathos und mit dem entscheidenden, hoch sensiblen Blick auf das Wesentliche.
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