Der Journalist ("Monitor" und "Kontraste") Sascha Adamek hat ein Buch vorgelegt, das mehr bietet als einem Gegner der Atomkraft Argumente zu liefern, ihn mit Material zu unterfüttern für Überzeugungsarbeit. Auch wenn es das bietet, eine Materialfülle an Pannen in Atomkraftwerken (immer sorgfältig belegt), das (mir bisher unbekannte) Ende des renommierten russischen Chemikers Waleri Legassow 1988 (er hat sich erhängt, weil er die Lügen über die Toten von Tschernobil nach dem Osten auch im Westen nicht mehr aushielt), Verschleierung von Störfällen, Benutzung des Begriffs "Restrisiko" für Flugzeugabstürze, Terrorangriffe, Erdbeben, das alles und noch viel mehr bringt das leicht lesbare Taschenbuch!
Fast wie einen Krimi schildert er, wie es zum Vorläufer des neuen Atomgesetzes kam, wie Gerhard Schröder und die Konzerne die Grünen (Trittin) über den Tisch zogen.
Wie besonders Siemens beim Export von Atomkraftwerken (etwa nach Iran oder Brasilien) sich dort "einkaufte", verantwortungslos.
Aber Adamek blickt nicht in erster Linie zurück, sondern in die Zukunft nach Fukushima. Wie sieht die Zukunft aus, die atomare Zukunft? Kommt ein schwarz übertünchter rot-grüner Atomkonsens und die Rückkehr zum Restrisiko als Staatsraison? Oder ein unumkehrbarer und kurzfristiger Ausstieg Deutschlands aus der Atomenergie?
Seine Skepsis möchte man (nur Wunschdenken?) nach dem Ausstiegsbeschluss des Bundestages in dieser Woche eigentlich nicht teilen. Nicht "lasst uns uns überraschen" sondern "Packen wir es an"!