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In der Weltabgeschiedenheit eines norwegischen Fjords verbringt der Däne Ib seinen Lebensabend beim Fischen und Philosophieren. Im Nachbarhaus wohnt Marie, eine Alt-Achtundsechzigerin. Ib und Marie, Protagonisten in Toril Brekkes neuem Roman, leiden an ihrer Vergangenheit, die sie in langen Gesprächen umkreisen. Der ruhige Erzählduktus des Buches spiegelt das Gelassene und Unaufgeregte des norwegischen Lebensrhythmus. Am Fjord hat man Zeit, und man nimmt sich Zeit, und der Leser, der es schneller haben möchte, blättert ungeduldig im Buch, um dann doch wieder vom Sog des Textes erfasst zu werden. Zwei verletzte, desillusionierte Menschen durchwandern die Ruinen ihrer Ideologien. Ib, der Sozialdemokrat von altem Schrot und Korn, will sich mit der Marktorientierung der Partei nicht abfinden. Sein politisches Bewusstsein wurzelt in der Widerstandsbewegung des Zweiten Weltkriegs. Er floh nach Norwegen vor der Erinnerung an seine Geliebte, die sich erhängte, weil sie fälschlicherweise für eine Deutschen-Dirne gehalten wurde. Marie wiederum war in ihren wilden Jahren eine bekennende «Marxistin-Leninistin» - um im Jargon jener Zeit zu sprechen. In Norwegen hatte der Protest der Achtundsechziger, insbesondere auch der literarische, etwas Doktrinäres. Die Autorin schildert denn auch die revolutionäre Bewegung, der sie angehörte, als straff organisierte, totalitäre Polit-Sekte, die von der Kleidung bis zum musikalischen Geschmack alle Lebensbereiche ihrer Anhänger beherrschte. Das stalinistische Albanien Enver Hodschas war für Marie und manche ihrer Gesinnungsgenossen das verheissene Land. Zwei Personen tauchen in den Gesprächen immer wieder auf als Repräsentanten ideologischer Positionen: Mao Zedong, «der grosse Steuermann», sowie der langjährige Sekretär der norwegischen Sozialdemokraten Haakon Lie, ein rigoroser Kommunistengegner und (wie seinen Erinnerungen zu entnehmen ist) NZZ-Leser. Toril Brekke fügt sich mit ihrem gefühlsintensiven, aber wenig analytischen Roman ein in die Reihe literarischer Vergangenheitserkundungen ehemaliger norwegischer «Marxisten-Leninisten». Für Furore sorgten vor allem die Bücher des Romanciers Dag Solstad. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3.0 von 5 Sternen
Die Asche der Vergangeheit,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Asche der Vergangenheit (Taschenbuch)
Teilweise konnte ich schwer folgen wegen der unverhofften Gedankensprünge, trotzdem lesenswert. Weniger ein Buch mit spannender Handlung sondern interessant wegen der darin handelnden Personen. Toril Brekke lässt zwei grundverschiedene Menschen aufeinandertreffen- der Ausgang ist offen.
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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein ruhig fliessender Fluß,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Asche der Vergangenheit (Gebundene Ausgabe)
Ein Roman die Worte fließen wie sanfte Wellen durchs Buchund scheinen nur harmlos, den oft spritzt die scharfe Gischt hoch. Es geht um 2 Schicksale die von zwei sehr verschiedenen Menschen gerade in ihren Gedanken und Gefühle wühlen und sich dabei so über die Hintertür annähern. Wunderbar ist die Beschreibung der norwegischen Landschaft in der die Handlung spielt. Ein sehr gutes Buch , aber nix für Schnellleser und auf Aktion gedachte Leser, man sollte sich Zeit nehmen und das Buch genießen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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