Muhammad Yunus ist kein Bankier, doch er entwickelte ein revolutionäres Bankenkonzept, als er beobachtete, dass die Armen in seinem Heimatland Bangladesch, die Kredite am dringendsten benötigen, diese von herkömmlichen Banken nicht erhalten.
Um die "Grameen Bank", Keimzelle der von Muhammad Yunus ins Leben gerufenen Sozialunternehmen, geht es in diesem Buch vorrangig. Der Friedensnobelpreisträger konnte beweisen, dass die Armen ihre Mikrokredite meistens geht es nur um zwei- oder kleine dreistellige Eurobeträge - wesentlich zuverlässiger zurückbezahlen als konventionelle Bankkunden, insbesondere, wenn sie in ein soziales Gefüge von Kreditnehmern eingebunden werden. Die "Grameen Bank" und weitere Unternehmen der "Grameen"-Gruppe wenden sich vor allem an Frauen, und zwar aufgrund der Beobachtung, dass diese, anders als die meisten Männer, das erhaltene Geld nicht für sich nutzen, sondern für ihre Familie und deren Zukunft. Muhammad Yunus führt aus, wie bettelarme Frauen angesichts der Mikrokredite pfiffige Geschäftsideen hatten, und wie sich über innovative Technologien Ein-Frau-Unternehmen entwickelten: etwa die "Telefon-Damen", Frauen im Besitz eines Mobiltelefons, über die sich die Telekommunikation ganzer Dörfer abwickelt. Die "Telefon-Damen", so Muhammad Yunus, bieten zum Teil mittlerweile auch den Zugang zum Internet an.
Dem Autor gelang es, einen der "Global Player" der Lebensmittelindustrie für ein Non-Profit-Joint-Venture zu gewinnen.
Genau dies ist die Idee der Sozialunternehmen, für die der Autor eine Lanze bricht: Unternehmen in allen Bereichen der Wirtschaft, doch auch Krankenhäuser, Versicherungen und andere Einrichtungen, die ohne Profit arbeiten.
Es lohnt sich, dieses Buch zu lesen, denn hier wird eine Art von Entwicklungshilfe vorgestellt, die sich langfristig und nachhaltig positiv auswirkt, und zwar unmittelbar für die Armen - gleichgültig, in welchem Land.