„Die Arche" ist insgesamt das vierte Buch von Reynolds und der direkte Nachfolger von „Unendlichkeit" (Chasm City ist eine unabhängige Geschichte aus dem gleichen Universum). Obwohl der Roman als eigenständig deklariert wird, ist die Lektüre nur empfehlenswert, wenn man zuvor mindestens „Unendlichkeit" gelesen hat.
Die Geschichte findet fünfzig Jahre nach den Ereignissen von „Unendlichkeit" statt. Ein altes, außerirdisches Artefakt, dass die Macher vor intelligentem Leben warnen sollte, wurde aufgeweckt. Nun ist die Reaktion darauf unterwegs....
Reynolds führt neue Charaktere, Schauplätze und Ereignisse ein. Aber auch Charaktere aus „Unendlichkeit" spielen eine wichtige Rolle. Thematisch im Mittelpunkt stehen die „Conjoiner", eine Rasse von Menschen die sich biotechnologisch weiterentwickelt hat und über die Fähigkeit der Gedankenübertragung und Gedankenverschmelzung verfügt sowie die „Inhibitoren", Maschinenwesen, die plötzlich aufgrund der Reaktionen eines Sensors für intelligentes Leben erschienen sind.
Im Gegensatz zu den wissenschaftlich anspruchsvollen Vorgängerromanen, die bezüglich der Technik eher nüchtern waren, läßt Reynolds diesmal eine Prise Allgemein- und Mainstream Science Fiction einfließen. Er schafft es dabei um Haaresbreite, sich von der Massenware zu unterscheiden (die „Conjoiner" erinnern etwas an die Star-Trek-Borg). Gerade zum Ende des Romans, gelingt es dem Autor jedoch wieder, Wissenschaft zu thematisieren und interessante Ideen aufzuzeigen.
Der Leser findet erneut die typischen Merkmale eines Reynolds Romans: bahnbrechende physikalische Hintergründe, wie sie sonst kein andere Autor zu schreiben vermag; eine realistisch und glaubwürdig erscheinende Zukunftsperspektive; filmreife Actionsequenzen; dramatische Wendungen und abenteuerliche Schauplätze.
In englischer Sprache ist bereits ein (abschließender) Ergänzungssroman erschienen.
Fazit: Aufgrund der Mainstream-Anleihen nicht ganz so innovative und neuartige Space Opera wie die Vorgängerromane. Dennoch aufgrund zahlreicher Tugenden sehr empfehlenswert. Als Einzellektüre nur schwer verständlich.