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Die junge Archäologin Erika wird von quälenden Ahnungen gepeinigt. In ihrem Heimatort, am Kirchberg, muss sich vor Tausenden von Jahren eine Familientragödie ereignet haben. Sie beginnt an diesem Ort zu graben. Und was sie entdeckt, bringt sie beinahe um den Verstand. Ein Fluch scheint über dem Kirchberg zu liegen. Vielleicht, weil zu allen Zeiten die Menschen dort Leichen verscharrt haben. Soll sie die Toten ruhen lassen, oder findet Erika erst ihr Glück, wenn sie Geschichte und Gegenwart versöhnt hat?
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Sehr guter Stil, aber...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Archäologin. (Taschenbuch)
mir stoßen einige Dinge inhaltlich auf.Die 35-jährige Hauptprotagonistin ist frustriert, weil sie keinen Mann und keine Kinder hat. Oder ist sie nicht? Erwartet ihre ländlich-heimatliche Umgebung nur ebensolches? Nein, sie fühlt sich erst komplett mit Mann und Kind. Böse bin ich dem werten Herrn Autor auch wegen der dicken Hausfrauen auf dem Land, die ununterbrochen zu Strudel und Kuchen nötigen und nicht imstande sind, der studierten, nach Wien gezogenen, dünnen (mindestens 15 x ist sie zu dünn!) Archäologin im Gespräch zu folgen. Im 2. Teil der Story driftet "die Archäologin" immer mehr in den Wahnsinn ab, teilweise so schlimm, dass ich mich frage, warum die Frau nicht in Behandlung ist. Aber zum Glück - letzte Seite - läßt auch Akte X grüßen, die Frau Schmidt mit der Schaufel ist schon seit ein paar 1000 Jahren hier und beschützt "die Archäologin" und ihren Sohn. ----------- Ausgezeichnet der Schreibstil, die unerschrockene und - will mir scheinen - recht neutrale und ehrliche Aufarbeitung der Nazi-Zeit. Eine Freude, etwas Anspruchsvolleres als schlampig übersetzte amerikanische Krimis zu lesen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Großartiger Erstling,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Archäologin. (Taschenbuch)
Thomas Wollingers Roman weckt, und das sei an den Anfang gestellt, den dringenden Wunsch, weitere Bücher des Autors zu lesen, und dies möglichst bald.Mit der „Archäologin" ist Wollinger ein überaus österreichisches Buch (im besten Sinn!) gelungen, das nicht nur spannend und fesselnd, wunderbar leicht und kunstvoll erzählt ist (der Autor verbindet verschiedene Stufen der Vergangenheit virtuos mit der Gegenwart), sondern auch eine faszinierende Protagonistin aufweist. Darüber hinaus rührt der Roman an einige heikle Themen, die man hierzulande gern unter den Tisch kehrt. Subtil wird die nur scheinbar heile Welt des Dorflebens entromantisiert und in seiner oft unerträglichen Enge und Tristesse dargestellt, denen Erika durch ihr Studium in Wien zu entfliehen versucht („Es ist so eng. man kann hier nicht atmen. Das Leben im Zyklus katholischer Sakramente. Taufe, Erstkommunion, Firmung. Heirat. Taufe, noch eine Taufe, und vielleicht noch drei Taufen, bis man nicht mehr kann. Dann Begräbnisse der Nachbarn. Dann das eigene. Und dazwischen: arbeiten auf dem Feld, im Dreck, bei Hitze und im Winter." S.152). Des weiteren zeichnet Wollinger ein deutliches Bild vom sich immer weiter verschlechternden Zustand der universitären Forschung in Österreich: Erika arbeitet teilweise gratis, immer bis zum Umfallen, letztendlich muss sie sich so weit erniedrigen, einen alten Anhänger der nationalsozialistischen Rassenlehre um Hilfe bei ihrer Grabung in ihrem Heimatort Kirchberg zu bitten, da sie alle anderen (männlichen) Kollegen im Stich lassen. Auch die Magersucht der fähigen Wissenschaftlerin ist wohl als überdeutliche Metapher für die Aushungerung des Forschungsbetriebes zu verstehen. Den philosophischen Hintergrund für den Roman liefert das Denkkonzept, dass sich alles in der Geschichte der Menschen wiederholt, was einerseits bedeutet, dass auch das Böse, Grausame wiederkehrt, andererseits aber die Chance zur Auflösung bzw. Erlösung und Weiterentwicklung für jeden Einzelnen gegeben ist - so auch für die Archäologin Erika, die letztendlich die Chance ergreift, den Weg zu sich selbst und damit die Heilung ihrer Seele zu finden. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Erstling, erstklassig, erlesenswert,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Archäologin. (Taschenbuch)
Erika kehrt als frisch gebackene Archäologin in ihr Heimatdorf zurück: Kirchwald, Marchfeld, in nächster Nähe zur tschechoslowakischen Grenze. Eine Ahnung drängt sie dazu, an ihrem geheimen Platz aus Kindertagen zu graben, und sie entdeckt die 3.000 Jahre alten Spuren einer Familientragödie. Viel später wird sie einmal sagen: „Es war, als hätte ich mich selber ausgegraben."Erika ist besessen von ihrer Arbeit, doch in Wahrheit auf der Suche nach Heilung einer Wunde, die tief in der Vergangenheit geschlagen worden ist. Doch alles im Leben wiederholt sich... im Guten - wie im Schlechten? Thomas Wollinger liefert einen faszinierenden Erstlingsroman ab: In zutiefst österreichischer Färbung von Land und Leuten und natürlich Sprache gelingt es ihm, ganz nah an den Kern der Dinge heranzukommen. Völlige Distanzlosigkeit zum Geschehen erreichen seine Schilderungen, sodass er, den Leser im sicheren Griff wissend, mit unseren Emotionen zu spielen vermag wie ein abgebrühter Bestsellerautor. Die Parforcejagd durch die Zeit fördert, Schicht um Schicht, Bruchstücke der allzu gerne begrabenen Geschichte zu Tage. Und Erikas persönliche Historie ist mit allem untrennbar verwoben - ihre Jagd nach der Vergangenheit wird zur Jagd nach ihr selbst, nach Erlösung aus einer früheren Existenz. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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