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Die Arbeit der Nacht: Roman
 
 
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Die Arbeit der Nacht: Roman [Gebundene Ausgabe]

Thomas Glavinic
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 11 (5. August 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446207627
  • ISBN-13: 978-3446207622
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 12,6 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (101 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 130.849 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Thomas Glavinic
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die Grundidee ist ungewöhnlich, aber nicht neu. Ließ doch Herbert Rosendorfer bereits 1976 in Großes Solo für Anton seinen Helden in einer menschenentleerten Welt aufwachen. Thomas Glavinic bedankt sich auf seine Weise: Rosendorfer ist der einzige Schriftsteller, der in Die Arbeit der Nacht Erwähnung findet. Obwohl sie sehr ähnlich beginnen, haben die zwei Romane allerdings kaum etwas gemeinsam. Während Rosendorfer ins Lustige und Groteske zielt, präsentiert uns Glavinic einen existentialistischen Psychotrip mit Gruselfaktor: Was passiert mit dem Ich, wenn es gnadenlos auf sich selbst zurückgeworfen wird?

Glavinics Robinson in der Großstadt heißt Jonas und verträgt das Alleinsein gar nicht gut. Statt das menschenleere Wien und das übrige Europa als seinen persönlichen Abenteuerspielplatz zu betrachten, entwickelt er in kürzester Zeit paranoide Züge, traut sich nicht mehr ohne Waffe aus seiner Wohnung und sieht hinter jeder Ecke die Gefahr lauern. Überall stellt er Videokameras auf, filmt leere Straßenkreuzungen und auch sich selbst beim Schlafen. Tatsächlich häufen sich unerklärliche Ereignisse, und Jonas verbringt Stunden mit dem Kontrollieren der Aufnahmen. Auch den Leser ergreifen beklemmende Gefühle, die Bedrohlichkeit und Unheimlichkeit dieser leeren Welt werden nicht nur für den einsamen Helden immer spürbarer. Das beherrscht Glavinic sehr gut. Am Ende allerdings wartet man vergebens darauf, dass sich die Spannung auflöst und wenigstens ein paar Fragen beantwortet werden. An den Nerven des Lesers zerren im Lauf der fast 400 Seiten aber leider auch die Monotonie der Hand!lung und die sich im Kreis drehenden banalen Gedanken des Protagonisten.

Natürlich ist es verlockend für einen Autor, sich ein so extremes Szenarium auszudenken. Glavinic macht es sich aber zu einfach und missachtet teilweise die innere Logik seines Entwurfs. Wenn wirklich alle Menschen über Nacht und auf einen Schlag verschwunden sind, warum sind dann alle Fahrzeuge sauber eingeparkt und stehen nicht etliche auf den Straßen und Autobahnen herum? Warum sind manche Geschäfte, Lokale und Büros unverschlossen und andere nicht? Und warum bloß funktionieren auch Wochen nach dem Ereignis ausgerechnet Telefon- und Stromnetz immer noch?

Trotz einiger Schwächen durchaus ein lesenswerter Roman, aber ganz sicher nicht das grandiose Meisterwerk, als das er in manchen Feuilletons gefeiert wird. Da würde ich dann doch lieber auf den guten alten Arno Schmidt zurückgreifen, der ein sehr ähnliches Thema -- der letzte Überlebende eines Atomkrieges irrt durch ein menschenleeres Norddeutschland -- in Schwarze Spiegel tatsächlich meisterlich in Sprache gefasst hat. --Christian Stahl

kulturnews.de

Jonas steht an der Haltestelle, doch es kommt kein Bus. Die Zeitung fehlt. Im Radio und Fernsehen nur Rauschen. Und überhaupt: Kein Mensch. Nirgends. Zunächst sucht Jonas noch nach einer Erklärung, sucht in Wien und Umgebung nach anderen Überlebenden einer vermeintlichen Katastrophe. Doch es bleibt dabei: Er ist vollkommen allein. Dem Wiener Autor Thomas Glavinic, dessen Romane regelmäßig die österreichischen Bestsellerlisten stürmen, interessiert dabei vor allem die Frage: Wie reagiert ein Mensch, der diese größtmögliche Einsamkeit ertragen muss?Jonas sucht Halt an dem, was er kennt, er räumt z.B. unter großem Aufwand die Möbel seines Vaters in die Wohnung, die die Familie in seiner Kindheit gemeinsam bewohnte. Er versucht, die fehlende Wahrnehmung seiner Existenz durch Mitmenschen zu kompensieren, indem er sich selbst beim Autofahren oder Schlafen mit Kameras aufzeichnet - und die Bänder dann ausführlich begutachtet. Dabei beobachtet Jonas, wie er selbst zuweilen aus dem Bild verschwindet, und weitere rätselhafte Dinge geschehen. Er fühlt sich von einem Wolfsvieh verfolgt und pendelt zunehmend am Rande der Schizophrenie, genährt von Schlaflosigkeit und Schmerzen, gehetzt von der Angst ... In dieser Welt gelten natürlich keine gängigen Erzählmuster: Alles geschieht unerwartet, und das macht die sogartige Spannung dieser düsteren Geschichte aus. Dabei liegt die Kraft in simplen Worten und nüchternen Hauptsätzen, mit dem denen Thomas Glavinic philosophische Fragen aufwirft, einen übergeordneten Sinn aber konsequent abstreitet. (cor) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Stefanie
Format:Gebundene Ausgabe
Jonas erwacht im verlassenen Wien in einer leeren Welt. Keine Menschen weit und breit. Nur er, allein.

Ist das nicht furchtbar fad? Nein, ist es nicht. Ich habe vor etlichen Jahren "Die Wand" von Marlene Haushofer gelesen (Inhalt ist auf den ersten Blick ähnlich) und es war das schlimmste Buch, das ich je gelesen habe. Ich hatte also große Bedenken bevor ich mich doch zum Kauf dieses Buches entschloss. Und meine Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet, ganz im Gegenteil: Die Atmosphäre im Buch ist sehr dicht und intensiv, Glavinic gelingt es die Spannung durch das ganze Buch hindurch weiter aufzubauen und hin und wieder jagt dem Leser ein kleiner Schauer über den Rücken. Ähnlich wie in Saramagos "Stadt der Blinden" wird eine utopische Situation beschrieben ohne mit dem science-fiction-Metier auch nur zu liebäugeln: kritisch, persönlich und schnörkellos schreibt und beschreibt Glavinic und zieht den Leser in seinen Bann. Man begleitet Jonas auf der Suche nach anderen Menschen und bemerkt nach und nach, dass nicht das Fehlen anderer sondern eher ihre mögliche Anwesenheit und die eigene Ungewissheit die größten Probleme sind, mit denen er sich auseinandersetzen muss. Großes Kompliment an den Autor!
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
...so klug als wie zuvor 11. November 2006
Format:Gebundene Ausgabe
Gleich vorweg: Ich hatte mir von diesem Roman sehr viel mehr erwartet. Dass der Stoff  Mann erwacht in einer menschenleeren Welt  nicht neu ist, stört mich nicht (gibt es denn einen Stoff, der noch nicht literarisch behandelt wurde? Ich denke nicht). Letztlich geht es um die sprachliche Umsetzung der Idee  und gerade darin liegt für mich eine Schwäche des Romans (die nicht wenigen Logikfehler machen es natürlich nicht gerade besser). Die Handlung ist angesichts des beachtlichen Erfolgs des Romans und den vielen positiven Rezensionen hinlänglich bekannt: Jonas erwacht im menschenleeren Wien und ist, soweit er das in späteren Ausflügen feststellen wird, tatsächlich allein auf der Welt.

Der erste Teil des Romans entwickelt einen wahren Sog der Beklemmung und Angst. Auf der überfüllen Einkaufsstraße drängte sich mir der Gedanke auf: Was wäre, wenn die auf einmal alle weg wären? Was für uns nicht direkt Betroffene ad hoc wie eine Befreiung klingen mag, entwickelt sich für die Hauptfigur zum Fluch. Jonas irrt umher auf der Suche nach anderen Menschen und entwickelt gleichzeitig paranoide Züge, fühlt sich ständig verfolgt. Es ereignen sich rätselhafte Dinge, bei denen nicht mal ansatzweise klar wird, was es damit auf sich hat.

Eng verbunden mit der plötzlichen Einsamkeit sind einige existentielle Fragen, zum Beispiel: Was bedeutet es, Mensch zu sein? Angesichts des zunehmenden Verlusts der zivilisatorischen Fähigkeiten seiner Hauptperson  der ganz harmlos damit anfängt, dass Jonas sich die Finger am Tischtusch abwischt  und dessen langsamen Verfall in den Wahnsinn scheint die Antwort des Autors klar zu sein: Nur die Gesellschaft macht den Menschen zum Menschen. Mensch und Gesellschaft brauchen sich gegenseitig  und sei es allein auf der Ebene der Arbeitsteilung. Seine quälenden Zahnschmerzen wird Jonas mangels ärztlicher Hilfe nicht los.

Die philosophischen Reflexionen, die oft über stakkatoartige Satzfetzen nicht hinausgehen, mögen, wenn sie dem jungen Jonas in den Mund gelegt werden, zwar fortschrittlich sein (Existieren Dinge auch dann, wenn sie niemand sieht?), für einen Erwachsenen wirken sie besonders ob der gebetsmühlartigen Wiederholung und der mangelnden Vertiefung der Gedanken reichlich hanebüchen.

Nach dem fulminanten Start verliert sich der Roman in endlosen Schilderungen von Filmaufnahmen und Tagesabläufen, die sich immer wieder gleichen. Videokameras werden auf- und wieder abgebaut, eine Wohnung wird aus- und wieder eingeräumt, es geschehen zunehmend bizarre Dinge etc. Auch bei der Leserin machen sich Ermüdung und Erschöpfung breit.

Das aufschlussreiche Finale, auf das ich insgeheim gehofft hatte, findet nicht statt. Nicht mal ansatzweise. Am Schluss fährt Jonas noch in abenteuerlicher Manier mit dem Moped durch den Eurotunnel nach England auf der Suche nach seiner Freundin. Apropos:

Als ein wenig störend empfand ich die wüst romantischen und ein wenig postpubertären Reminiszenzen an ebendiese Freundin, die, wie alle anderen Menschen auch, verschwunden ist. Es liest sich so, als ob der Autor frisch verliebt wäre und seiner Freundin ein kleines literarisches Denkmal setzen wollte.

Es war beim Lesen offensichtlich, dass am Schluss keine Aliens vom Himmel schweben würden, um den ganzen Spuk aufzuklären. Und ein Paukenschlagfinale wie in einem Kitschroman wäre natürlich auch unangebracht gewesen  aber dass der Autor seine LeserInnen dermaßen in der Luft hängen lässt, fand ich sehr enttäuschend. Ich bezweifle, dass sich darin eine größere Botschaft verbirgt. Viel mehr beschlich mich der Eindruck, dass sich der Autor hier wenig elegant aus der Affäre ziehen wollte. Es bleibt das unbefriedigende Gefühl, 395 Seiten gelesen zu haben und beinahe so klug wie zuvor zu sein.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von herr bert
Format:Gebundene Ausgabe
in "Die Arbeit der Nacht" zelebriert von Thomas Glavinic. Das Thema klug gewählt - das darf man sich von einem ehemaligen Werbetexter und seinem Verlag wohl erwarten - aber das war es dann auch schon. Die Sprache wirkt bescheiden, wie auch in anderen Büchern von Glavinic, etwa "Wie man leben soll", wobei sie dort durchaus funktioniert. Für das vorliegende Buch ist sie unzureichend. Auch die zahlreichen logischen Fehler, oft willkürlich aneinander gereihte Sätze, deren Zusammenhang sich in vielen Fällen auch beim wiederholten Lesen nicht recht erschließen mag, machen die Lektüre dieses Romans zum Ärgernis. Erstaunlich wie einhellig das Buch von der Literaturkritik gelobt wurde - ein Beweis für gelungenes Verlagsmarketing. Würde sich ein junger unbekannter Schriftsteller trauen ein solches Manuskript überhaupt an einen Verlag zu senden? Ich denke nicht. Unterm Strich bleibt ein Autor der an seinen eigenen Ansprüchen mangels sprachlicher Fähigkeiten einen grandiosen "Bauchfleck" hingelegt hat. Schuster bleib' bei Deinen Leisten.
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Kürzer bitte !
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Vor 3 Monaten von Strasser-Koehler, Ute veröffentlicht
Nicht empfehlenswert
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Vor 5 Monaten von Wigerl veröffentlicht
Großes Solo für Jonas
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Vor 11 Monaten von Helmut Schmid veröffentlicht
Langweilig, Langweilig
Das Buch ist einfach todlangweilig.

Jonas ist der einzige Mensch auf der Welt, alle anderen sind verschwunden. Jetzt setzt er sich ins Auto und fährt durch Europa. Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von Jack O'neill veröffentlicht
I like it
Ein originelles Buch. Ganz anders als (fast) alle anderen.

Vom Romanaufbau her gegen alle Neu-Kreatives-Schreiben-Regeln. Es gibt nur eine Person, den Herrn Jonas!! Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von Simy veröffentlicht
ein meisterwerk
ein unvergleichbares buch, eine fesselnde reise in das innerste eines menschen... wer sich traut - in das innerste der eigenen seele. Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Romi Meu veröffentlicht
Großes Kunststück in Minimalbesetzung
Thomas Glavinic ist mir einer der liebsten Schriftsteller. Nicht nur wegen seines Stils, oder besser, seiner Stile, die er von Buch zu Buch gekonnt variiert. Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von Yeti veröffentlicht
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Romane und Filme zum Thema "letzter Mensch" 2 05.04.2011
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