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Das Büchlein ist in sieben Kapitel gegliedert: 1. das vorislamische Arabien (S. 7-20); 2. Arabien und der Islam (S. 21-57); 3. Die arabische Welt vom 10. bis 15. Jahrhundert (S. 58-74); 4. Die arabische Welt von 1500 bis 1800 (S. 75-85); 5. Das 19. Jahrhundert (S. 86-102); 6. Staatenbildung und Unabhängigkeit im 20. Jahrhundert (S. 103-120); 7. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts (S. 121-124). Es folgen einige notwendigerweise sehr selektive Literaturangaben und ein Personenregister. Die Transkription arabischer Wörter und Namen ist zwar für Laien ungewohnt, ist aber sprachwissenschaftlich exakter als die üblichen sehr ungenauen Wiedergaben und hält sich lobenswerterweise eng an das arabische Wort.
Ich finde die Kapitel über die Kapitel über die frühe und mittlere Zeit sehr gelungen, während die Zeitgeschichte - wahrscheinlich aus Platzgründen - über die Wiedergabe der notwendigsten Daten kaum hinauskommt. Immerhin erfährt man, daß die Entstehung Kuwaits als Staat mit rein strategischen Bestrebungen Großbritanniens zu tun hatte, die Verlängerung der Bagdadbahn an den Persischen Golf und damit eine befürchtete Einflußnahme des Deutsches Reiches zu verhindern (S. 90). Die von Saddam Hussein beanspruchte frühere Zugehörigkeit Kuwaits zum Gebiet des Iraq hat hier ihre historischen Wurzeln. Es hätte auch besser herausgearbeitet werden können, daß die direkte und später indirekte Herrschaft "des Westens" über arabische Klientelregime bis heute andauert und daß die heute existierende Staatenwelt zum großen Teil eine Schöpfung des Imperialismus ist; im arabischen Denken wurde beispielsweise die Region, die heute Syrien, Libanon, Jordanien und Palästina umfaßt, immer als eine Einheit (ash-sham) begriffen. So sind auch die in einem kurzen Satz erwähnten Putsche in Syrien in den 50er und 60er Jahren überwiegend mit Wissen oder tatkräftiger Beteiligung der CIA inszeniert worden, während die Grenzen des Libanon auf Betreiben christlicher Gruppen von den Franzosen auf der Landkarte grob skizziert wurden.
Der Autor hält sich mit eigenen Urteilen sehr zurück, bezieht jedoch Stellung gegen die weit verbreitete Auffassung, seit der frühen Neuzeit sei in der arabischen Welt eine bis heute andauernde Stagnationsphase eingetreten, wobei insbesondere von einem allgemeinen wirtschaftlichen Niedergang nicht gesprochen werden könne (S. 75). Begonnen hat die expansive und später imperialistische Politik Europas nach Halm bereits mit den Kreuzzügen: "in ihnen hat Westeuropa erstmals versucht, einen Teil seiner demographischen, sozialen und wirtschaftlichen Probleme außerhalb Europas zu lösen..." (S. 76) Hinzuzufügen bliebe, daß "der Westen" auch nie ein ernsthaftes Interesse an einer demokratischen Entwicklung in der arabischen Welt hatte, deren Fehlen heute scheinheilig beklagt wird. Das Musterbeispiel, wie eine vielversprechende demokratische Entwicklung erstickt wurde, bietet Ägypten im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jhs. (vgl. S. 91-4)
Insgesamt ist das Buch sehr lesenwert und bietet solide Information in kurzer Zeit.
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