Die Depressionszeit hat die USA als Folge der Weltwirtschaftskrise 1930 fest im Griff. Noch leidet Eliza Wyatt mit ihren drei Kindern keine Not. Das kann sich, nachdem zuerst ihr Mann und darauf ihr despotischer Schwiegervater gestorben sind, schnell ändern. Niemand traut der jungen Frau, die nicht einmal auf dem Land groß geworden ist, zu, die geerbte Apfelplantage allein führen zu können. Da steht plötzlich ein fremder, schwer kranker Mann vor ihrer Türschwelle. Die Angst, wieder jemanden sterben zu sehen, erfüllt sich nicht. Nach seiner Genesung wird der mysteriöse Gabriel zum rettenden Engel für Eliza, auch auf emotionaler Ebene. In einer verrückten alten Tante, die der Familie bis dahin entfremdet war, findet sie eine weitere zupackende Helferin. Dann werden alle von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt.
Lynn Austin ist nicht nur für Freunde christlicher Liebesromane ein Glücksgriff. Sie beherrscht die Kunst, mit ihren Geschichten auf eine ganz unnachahmliche Weise zu berühren. Die Botschaft, die sie ganz sachte einbaut, ist mehr die der Menschlichkeit als der Religiosität, wenn sie bei ihr auch durch Gott und den Glauben repräsentiert wird. Alle drei Erwachsenen, Eliza, Gabriel und die Tante, haben etwas voreinander verborgen gehalten. Nicht jedes dieser Geheimnisse wiegt wirklich schwer, der Prozess sich zu offenbaren ist aber für jeden von ihnen schmerzlich. Gerade die Authentizität der Empfindungen bringen die Figuren so nahe. Gleichsam unverfälscht ist die Beziehung, die sich zwischen Eliza und Gabriel anbahnt. Sie ist voller Güte und Wärme und vermittelt, wie das ganze Buch, ein wohliges Gefühl, das über das Romanende hinaus anhält. (TD)