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Die Angst vor dem kindlichen Tyrannen: Eine Geschichte der Erziehung im 20. Jahrhundert
 
 
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Die Angst vor dem kindlichen Tyrannen: Eine Geschichte der Erziehung im 20. Jahrhundert [Gebundene Ausgabe]

Miriam Gebhardt
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (12. Oktober 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421044139
  • ISBN-13: 978-3421044136
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 14,2 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 169.167 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Miriam Gebhardt
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Erkenntnissatte Studie über die Erziehung des 20. Jahrhunderts.« (Die Zeit, 29.04.10 )

»Hilfreicher als viele Ratgeber.« (Bücher )

»Es wird gezeigt, wie rasch und stark sich die in der Ratgeberliteratur und von Experten verbreiteten Ansichten und Überzeugungen ändern, relativiert ihre Bedeutung immens. Auf diese Weise regt das sachlich und fundiert geschriebene Buch dazu an, öfter mal einen Ratgeber im Laden liegen zu lassen und auszuschalten, wenn wieder mal eine Super-Nanny im TV Erziehungsnormen offeriert.« (Hamburger Abendblatt )

Kurzbeschreibung

Erziehung und Angst – eine Geschichte der elterlichen Verunsicherung

Miriam Gebhardt untersucht die Geschichte der Erziehung im 20. Jahrhundert und stellt fest, dass Ärzte, Erzieher und Eltern stets getrieben waren von der Furcht vor dem kleinen Haustyrannen. Bis in die sechziger Jahre warnte man Väter und Mütter eindringlich vor zu viel Verständnis und Zärtlichkeit gegenüber ihrem Nachwuchs. Es galt die strenge Parole: „Kinder nicht küssen!“

Deutsche Eltern im 20. Jahrhundert waren hin- und hergerissen zwischen Norm und Liebe, zwischen Strenge und Verständnis. Von allen Seiten stürmten Ratschläge und Warnungen auf sie ein, man solle sich nur ja nicht von den Bedürfnissen des Kindes gängeln lassen. Es galt, ein wildes Wesen zu zähmen. Wissenschaftler, Ärzte und Hebammen waren sich einig – gefordert wurde eiserne Konsequenz beim Einhalten der Schlaf- und Essrhythmen, wenig Körperkontakt und kein Mitleid. Nur so würde der Nachwuchs für die Härten des Lebens gerüstet.

Miriam Gebhardt untersucht die Geschichte der Früherziehung im 20. Jahrhundert und widmet sich Fragen, die heute noch brandaktuell sind. Denn nach wie vor erhitzt kaum eine Debatte die Gemüter mehr als jene darüber, wie man den Nachwuchs am besten auf das Leben vorbereitet.



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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
In Buchhandlungen liegt das Buch zwischen populären Erziehungsratgebern, und dort liegt es wie Dynamit zwischen Ölfässern. Es ist eine überfällige wissenschaftliche Aufarbeitung eines Themas von dem derzeit viel die Rede ist und leistet dabei beachtliches. Es rückt die Winterhoffs und Super-Nannys in den historischen Kontext und fördert bei der Analyse von sog. "Elterntagebüchern" und der begleitenden Ratgeberliteratur der letzten hundertzwanzig Jahre so manche Überraschung zu Tage. Man ist regelrecht erleichtert zu erfahren wie gut Kinder die gewagtesten Erziehungsexperimente der Vergangenheit verarbeitet haben.

Die Autorin beteuert es ginge ihr nicht um eine Bewertung aktueller Erziehungspädagogik. Doch sie belegt zum einen, dass die jeweils vorherrschende Diskursmode über gültige Erziehungsnormen ein bestimmtes Menschenbild zugrundelegt. Und zum anderen dokumentiert sie den anhaltenden Versuch der Experten die Kontrolle, oder besser gesagt: die Definitionsmacht über die Sozialisierung der Kinder zu gewinnen. Die elterliche Verunsicherung in Erziehungsfragen und die daraus resultierende Angst vor dem tyrannischem Kind erscheint so letztlich als Werk gerade jener Erziehungsexperten, die zu ihrer Bekämpfung angetreten sind. Foucault hätte an einer solcher pointierten Dialektik seine Freude gehabt.

Angesichts von aktuellen Forderungen, "Fachleute sollten sich in die Familienerziehung einmischen und möglichst verbindlich die richtigen Regeln zur Ernährung und Erziehung unters Volk bringen ("Elternführerschein"), wer meint, Kinder müssten wieder Disziplin und Gehorsam lernen ('...), der muss sich gefallen lassen, dass man ihn zu dem Wort "wieder" befragt, dass man an die Vergangenheit erinnert - an all die Ratgeberpäpste und -päpstinnen, die dazu beigetragen haben, dass den deutschen Eltern angst und bange wurde vor ihren "kindlichen Tyrannen"."
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein kluges Buch 13. Dezember 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Auch wenn man dem Buch gerade am Anfang seine Herkunft als wissenschaftliche Arbeit anmerkt: dies ist ein für Erzieher und auch für interessierte Laien sehr lesenswertes und wichtiges Buch. Auf etwa 250 Seiten gibt es einen Überblick, wie die Generationen in den letzten hundert Jahren Kinder und die Kindheit gesehen haben, wie unterschiedlich Kinder behandelt wurden und in welchem Bezug diese Behandlung zum allgemeinen Menschenbild der jeweiligen Zeit stand. Das Buch öffnet einem auch die Augen, wie sehr unsere Sicht auf Kinder auch heute noch im Wandel begriffen ist, ja, dass sich im Grunde jede Generation ihr eigenes Bild vom Kind (und wohl auch generell vom Menschen) schafft und die Erziehung nach diesem - selbst geschaffenen aber nichtsdestotrotz für wahr und richtig erachteten - Bild ausrichtet. Ein gelungenes Buch, das trotz der vielen Fakten und der an manchen Stellen etwas bemühten Sprache richtig fesselt!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Nicht erst seit Michael Winterhoffs Erziehungsbestsellern "Warum unsere Kinder Tyrannen werden" und "Tyrannen müssen nicht sein" ist sowohl in der Pädagogik als auch in der Ratgeberlandschaft für Eltern und Erziehenden ein regelrechter Kulturkampf ausgebrochen über die richtige Erziehung. Verunsicherte Eltern und Erzieher, leidende Kinder ohne Vorbilder und Grenzen - die Zukunft wird schwarz gemalt, wenn , ja wenn nicht endlich Eltern Schluss damit machen, sich von den Bedürfnissen und den Ansprüchen ihrer Kinder bestimmen und gängeln zu lassen.

Die Thesen Winterhoffs und auch die von Bernhard Bueb eröffnete neue Debatte über die dringend notwandige Renaissance der Disziplin (vgl. sein Buch "Lob der Disziplin") sind heftig diskutiert worden, und haben von vielen Seiten entsprechenden Widerspruch erfahren. Dennoch ist etwas hängen geblieben, auf was die beiden (und auch noch etliche andere Pädagogen und Psychologen) richtig hinweisen: es ist in den letzten Jahrzehnten, etwa seit die Thesen der studentische Protestbewegung in die Gesellschaft einsickerten, etwas grundlegend schief gelaufen in der Erziehung unserer Kinder.

Im aktuellen und wohl auch noch lange nicht abgeschlossenen Streit um diese Thesen hilft das vorliegende Buch der Historikerin und Journalistin Miriam Gebhardt außerordentlich weiter. Denn sie zeigt mit ihrer Erziehungsgeschichte des 20. Jahrhunderts, dass viele der aktuellen Fragestellungen und Auseinandersetzungen durchaus historische Wurzeln haben. Sehr aufschlussreich beschreibt sie, dass etwa seit den frühen 20 er Jahren des 20.Jahrhunderts eine Phalanx aus Ärzten, Hebammen und Wissenschaftlern die jungen Eltern mit Thesen und Ratschlägen konfrontierten, die bei diesen den Druck, alles richtig zu machen immer weiter anstiegen ließ bis zum heutigen Tag, wo kaum ein junger Vater oder eine junge Mutter mehr noch auf ihre eigenen Gefühle und Impulse vertraut, sondern sie mindestens durch einen oder zwei entsprechende Ratgeber absichern muss, was meistens zu immer noch größerer Unsicherheit führt, zum erheblichen seelischen und entwicklungspsychologischen Nachteil ihrer Kinder.

Insbesondere die Debatte um die zu setzenden Grenzen, um die nötige Strenge und Disziplin wurzelt im frühen 20. Jahrhundert. Nachdem nun die Kuschelpädagogik der letzen Jahrzehnten ihrer klaren Mängel und Defizite gezeigt hat, ist es verführerisch, an alten Konzepten anzuknüpfen. Wie findet man die richtige Balance zwischen Norm und Liebe, zwischen Strenge und Verständnis ?

Miriam Gebhardts empfehlenswertes und voller Details steckendes Buch hilft bei der nötigen historischen Einordnung jener wichtigen Debatte und bei der gut begründeten Neuorientierung von Erziehungszielen, die überlieferte Normen und Werte nicht mehr über Bord wirft, aber auch nicht der Versuchung erliegt, im Kind einen Partnerersatz zu sehen und es damit zu überfordern, sondern selbstreflexiv und selbstkritisch mit allen Schwächen und eigene Fehlern dem Kind ein Vorbild zu sein bzw. es zu werden, an dem es sich orientieren und im Laufe seiner Kindheit, Jugend und Adoleszenz auch abarbeiten kann hin zu einer eigenen Persönlichkeit.
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