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Die Angst der Woche: Warum wir uns vor den falschen Dingen fürchten
 
 
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Die Angst der Woche: Warum wir uns vor den falschen Dingen fürchten [Gebundene Ausgabe]

Walter Krämer
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»(…) eine unterhaltsame Lektüre, bei der man sehr schnell merkt, wie deutsch man bei seinen Ängsten veranlagt ist.« Rhein-Zeitung

Kurzbeschreibung

Immer wieder verursachen sie uns schlaflose Nächte: aufgeregte Meldungen über erhöhte Dioxinwerte in Eiern, genetisch veränderte Pflanzen oder krebserregende Stoffe in Babyschnullern. Doch was steckt wirklich hinter den Gefahren, vor denen uns die Panikmaschinerie so eindringlich warnt? Walter Krämer deckt auf: Oft genug sitzen wir einer Berichterstattung auf, die statistische Daten verzerrt oder verkürzt darstellt. So entpuppt sich eine erhöhte Pestizidbelastung bei Obst und Gemüse zumeist als harmlos. Schließlich sind 99 Prozent der Giftstoffe biologischen Ursprungs, und die Belastung durch chemische Rückstände beträgt lediglich ein Prozent. Wer es schafft, sich von solchen falschen Ängsten zu befreien, wird der nächsten Massenhysterie erfolgreich widerstehen. Dieses Buch zeigt, wie es geht.

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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bloron TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Während jedermann ganz selbstverständlich davon ausgeht, dass Entscheidungen grundsätzlich rational und bewusst getroffen werden, wird durch immer mehr Studien aufgezeigt, wie unglaublich oft wir uns doch unterbewusst beeinflussen lassen. Dieses Buch beleuchtet nun den Teilbereich der Gefahrenwahrnehmung, d.h. vor welchen Krankheiten und Umwelteinflüssen fürchten wir uns und warum.

Es wird schlüssig dargelegt, dass unsere persönliche Gefahrenwahrnehmung zum Teil extrem von der statistisch zu erwartenden Eintrittswahrscheinlich abweicht. Dabei hat unser Handeln, um diese Gefahren zu vermeiden, oft groteske und unerwartete Folgen.

Obwohl der Autor sehr verständlich schreibt, ist der Schreibstil trotzdem der einzige erwähnenswerte Kritikpunkt. Der Autor wird offensichtlich so emotional erregt von der insbesondere in den (deutschen) Medien verzerrten Darstellung der Sachverhalte, dass er zu langen Ausschweigungen neigt und sich viele Aussagen auch an den verschiedenen Stellen des Buches wiederholen.

Fazit:
Man erhält durch dieses Buch sehr faszinieren Erkenntnisse wie (falsch) wir doch die verschiedenen Gefahren einschätzen. Inhaltlich gibt es dabei an den Ausführungen nichts zu kritisieren. Lediglich aufgrund der manchmal bis ins oberlehrerhafte gehenden Art des Autors leidet der Lesespaß zuweilen etwas.
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63 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dr. R. Manthey #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Diesen Aufmacher schlägt der Walter Krämer den ARD-Tagesthemen vor, falls die Redakteure jemals sein Buch lesen und seine Auswertung der entsprechenden Daten zur Kenntnis nehmen sollten. Doch das wird nicht geschehen, denn scheinbar kann der Autor dieses Buches seinem Zweck dann wohl selbst nicht glauben, denn auf Seite 211 findet der Leser folgenden Aufschrei innerer Verzweiflung: "Seit wann helfen Kontra-Argumente gegen Glaubenssätze?".

Doch wer weiß, vielleicht verschafft der Text dem einen oder anderen Leser dann doch wenigstens eine gewisse Immunität gegen die mutwillige Verzerrung der Wirklichkeit, mit der man uns täglich zu manipulieren versucht.

Krämer, Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der Universität Dortmund, sammelt mit seinen Studenten seit Jahren Angstmeldungen. Da wird dann sicher auch die Meldung aus meiner Tageszeitung von vorgestern Platz finden, dass deutsche Kassenbons mit einem schrecklichen Gift verseucht sind. Vom täglichen Verzehr von mehr als zehn solcher Zettel ist daher dringend abzuraten.

Leider erzeugen solche blödsinnigen Meldungen auf Dauer im Unterbewusstsein eine diffuse Bedrohungsangst, die in Glaubenssätzen mündet, gegen die rationale Argumente anschließend kaum noch ankommen. Der Autor versucht es dennoch, schießt dabei aber leider in seinem verständlichen Ärger mehrfach etwas über sein Ziel hinaus. Ich komme darauf am Ende zurück.

Nachdem Krämer seine rhetorische Frage, ob wir Deutsche eine Nation von Panikmachern sind, beantwortet hat, widmet er sich der Funktionsweise der "Panikmechanik", wie er es nennt. Wenn Medien konkurrieren, dann geht es kaum noch um eine eventuell langweilige objektive Berichterstattung, sondern mehr darum, das Publikum mit einer "Story" zu fesseln, um die Einschaltquote oder die Verkaufszahlen zu pushen. Die oben erwähnte Kassenbon-Meldung erfüllt solche Kriterien. Erst nachdem man die Horror-Geschichte wirklich gelesen hat, erfährt man ganz am Ende etwas über die wirkliche (im Grunde lächerliche) Gefahr.

Bei einer solchen "Berichterstattung" bleiben Grenzwerte in der Regel unerwähnt oder werden so verschleiert, dass man sie nicht in Bezug zu realem Geschehen setzen kann. Gerne wird auch der Konjunktiv verwendet. Obwohl keine wirkliche Gefahr im Verzug ist, könnte ja doch vielleicht noch eine entstehen. Wer weiß das schon? Sehr beliebt ist auch die Verwendung von Maßeinheiten, die dem Publikum wenig Erleuchtung bescheren, dafür aber schrecklich klingen.

Der Autor geht im Weiteren noch auf andere Tricks in diesem Zusammenhang ein. Danach beschreibt er im folgenden Kapitel den Irrsinn von Grenzwerten. Unter anderem erwähnt er dabei den "Dioxin-Skandal" bei Bio-Eiern von 2010 und schreibt, dass der erlaubte Grenzwert bei Fisch um ein Mehrfaches höher ist. Mit anderen Worten: Während die entsprechenden Eier wahrscheinlich als Sondermüll entsorgt werden mussten, sind Lebensmittel mit einer möglicherweise viel höheren Dioxin-Belastung völlig untadelig. Doch der Blödsinn geht noch weiter. Was im Norden Deutschlands erlaubt ist, kann im Süden verboten sein. Und umgekehrt. Alles eine Frage des Grenzwertes.

In den beiden folgenden Kapiteln befasst sich Krämer mit der Frage, ob es uns nicht vielleicht zu gut geht, und gewissen Paradoxien in unserer Wahrnehmung. Denn vor bestimmten Gefahren besitzen wir eine recht große Angst, vor anderen wiederum nicht, obwohl das rational eigentlich nicht zu verstehen ist.

Das sechste Kapitel untersucht populäre Irrtümer über Krebs und ihre Folgen, während sich die beiden nächsten Abschnitte mit unserer angeblich irrationalen Chemiephobie und vergifteten Lebensmitteln beschäftigt. Kapitel 9 schließlich diskutiert den Zusammenhang zwischen Leukämie und Kernkraftwerken. Glaubt man dem Autor, dann sind die zum Beleg der von Kernkraftwerken angeblich erzeugten höheren Gefahr, an Leukämie zu erkranken, vorgelegten statistischen Untersuchungen fehlerhaft.

Oder besser: Man kann, wenn man möchte, solche Belege immer finden. Für alles und jeden. Das ist allerdings die einzige Stelle, wo es etwas mathematisch wird, wenn auch wirklich nur etwas. Krämer zeigt dann, wie eine objektive Auswertung vorhandener Daten aussehen müsste. Diese führt schließlich dazu, dass die Leukämie-Rate in der Nähe von KKWs unbedeutend niedriger als normal ist.

Das Buch endet mit der Frage, was uns die fehlende Rationalität am Ende schon gekostet hat oder noch kosten wird. Beispielsweise spekuliert Krämer hier, ob das Verbot von DDT am Ende nicht mehr gekostet als genutzt hat, weil Krankheiten sich ausgebreitet haben, die eine Anwendung von DDT verhindert hätte.

Leider beginnt aber genau hier mein Problem mit diesem ansonsten hervorragenden Buch. Solche Gegenüberstellungen sind nicht nur am Ende nicht wirklich quantifizierbar, sie verleugnen auch ein Problem, auf das Krämer nicht eingeht. Er schreibt, dass die meisten Gifte schließlich natürlich sind und schlussfolgert dann (vereinfacht ausgedrückt), dass unsere Angst vor dem wenigen Zeug, was die Menschen noch zusätzlich erzeugt haben, allein schon der Masse wegen unbegründet wäre.

Er unterschlägt dabei aber erstens, dass der Mensch und seine natürliche Umwelt nicht an (vom evolutionären Gesichtspunkt plötzlich und massenhaft erscheinende) unnatürliche Gifte gewöhnt sind und zweitens, dass beiden nicht nur die einzelnen Giftmengen zu schaffen machen, sondern ihre Summe und die unklare Wechselwirkung untereinander und mit natürlichen Stoffen.

Abgesehen davon hat mir Krämers Buch ausgezeichnet gefallen. Es liest sich leicht und verlangt keine besonderen Voraussetzungen. Auch wenn ich die Skepsis des Autors bezüglich der Überzeugungskraft von rationalen Argumenten gegenüber diffusen Glaubenssätzen teile, bleibt zu hoffen, dass dieses Buch zahlreiche Leser findet.

Fazit.
Ein sehr lesenswerter und äußerst informativer Text, der einen Kontrapunkt zu den täglichen Manipulationsversuchen der Medien setzt.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Der 'genvergiftete Honig' des Urteils des Europäischen Gerichtshofs ist natürlich noch nicht dabei, weil erst am 7.9.11 ergangen, aber sonst hat Walter Krämer in seinem neuen Buch von Asbest über Rinderwahnsinn bis Schweinegrippe fast alle furchterregenden und medienmarktgängigen Stoffe und Phänomene einer angstfreien Betrachtung unterzogen.
Sein Fazit fällt bei allen angeblichen Bedrohungen ähnlich aus: entweder gab es viel Lärm um Nichts, oder, wie im Falle des Insektenmittels DDT, eine erschreckende Zunahme der Malaria nach dem Verbot des Mittels (Beispiel Sri Lanka, S. 166) Nur ausnahmsweise paßten Alarm und tatsächlicher Befund zusammen, etwa bei Lungenkrebs, Herzinfakt und Rauchen.
Beim Rauchen? Wirklich? Da hatten wir doch den Dauerraucher Frank Zappa. Daß sein früher Tod nur ein Lungenkrebsfall sein könnte, davon war der Rezensent überzeugt. Zappa starb jedoch an - Prostatakrebs. Und die beiden Kettenraucher Keith Richards und Helmut Schmidt rauchen immer noch, Schmidt hat inzwischen sogar biblisches Alter erreicht. Ich habe das Büchlein RAUCHEN UND GESUNDHEIT (1986) des empirischen Psychologen H.J. Eysenck im Regal stehen, in dem dieser epidemiologisch-statistische Untersuchungen durchmustert und Zweifel an den gängigen Kausalitäten ausdrückt zugunsten einer stärkeren genetischen und konstitutionellen Beteiligung am Krankheitsgeschehen.

Krämer ist studierter Mathematiker und lehrt Statistik an der TU Dortmund, sein Augenmerk gilt daher immer besonders der statistischen Sauberkeit und Wahrscheinlichkeitshygiene, denn er weiß, wie man mit Statistik lügt, so der Titel seines einschlägigen Buches von 1991.
Daß statistische Tricks bei Untersuchungen stets zu vermuten sind, wissen wir eigentlich schon seit Churchill, der bekanntlich empfahl, nur den Statistiken Glauben zu schenken, die man selber gefälscht habe.
Wie kommt es dann zu den vielen Aufgeregtheiten, denen das große Publikum regelmäßig anheimfällt und die unheilvoll in die Politik hineinwirken?
Krämer sieht drei wesentliche Ursachenkomplexe: die Angstbereitschaft und den Herdentrieb als alte, evolutionsbedingte Erbteile der Menschheit, die angstverstärkende Rolle der Medien sowie 'ein gewisses 'Innumeratentum', wie es sich in einem Zeitungszitat darstellt:
'Fuhr vor einigen Jahren noch jeder 10. Autofahrer zu schnell, so ist es heute schon jeder 5. Doch auch 5% sind zu viele '' (S. 278)
Wie wäre diesem Dreier-Syndrom abzuhelfen? Krämer setzt auf Auklärung, gegen den Aufklärer Kant, den er eingangs zitiert:
'Dummheit ist der Mangel an Urteilskraft, und einem solchen Gebrechen ist nicht abzuhelfen.'
Walter Krämer versucht es trotzdem und scheut dafür keinen Aufwand an Darstellung und Untersuchung, an Kommentar und flotter Schreibe.
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