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Die Angst des Tormanns beim Elfmeter: Erzählung (suhrkamp taschenbuch)
 
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Die Angst des Tormanns beim Elfmeter: Erzählung (suhrkamp taschenbuch) [Sondereinband]

Peter Handke
3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (41 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Sondereinband: 120 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: In neuer Ausstattung (31. Januar 1972)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518365274
  • ISBN-13: 978-3518365274
  • Größe und/oder Gewicht: 18,1 x 10,6 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (41 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 69.559 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Peter Handke
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ein Mord geschieht, der Täter reist in ein Dorf an der Grenze, seine Entdeckung durch die Polizei steht bevor. Es ist der Fall des ehemaligen Tormanns Josef Bloch.

Über den Autor

Peter Handke wird am 6. Dezember 1942 in Griffen (Kärnten) geboren. Die Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich; der Vater, ein Deutscher, war in Folge des Zweiten Weltkriegs nach Kärnten gekommen. Zwischen 1954 und 1959 besucht er das Gymnasium in Tanzenberg und das dazugehörige Internat. Nach dem Abitur im Jahr 1961 studiert er in Graz Jura. Im März 1966, Peter Handke hat sein Studium vor der letzten und abschließenden Prüfung abgebrochen, erscheint sein erster Roman Die Hornissen. Im selben Jahr 1966 erfolgt die Inszenierung seines inzwischen legendären Theaterstücks Publikumsbeschimpfung in Frankfurt in der Regie von Claus Peymann.

Seitdem hat er mehr als dreißig Erzählungen und Prosawerke verfaßt, erinnert sei an: Die Angst des Tormanns beim Elfmeter (1969), Der kurze Brief zum langen Abschied (1971), Die linkshändige Frau (1976), Langsame Heimkehr (1979), Die Lehre Sainet-Victoire (1981), Der Chinese des Schmerzes (1983), Die Wiederholung (1986), Mein Jahr in der Niemandsbucht (2004), Der Bildverlust (2002) sowie 2008 Die morawische Nacht.

Auf die Publikumsbeschimpfung folgt 1967, ebenfalls in Frankfurt uraufgeführt, Kaspar von hier spannt sich der Bogen weiter über Der Ritt über den Bodensee (1970), Die Unvernünftigen sterben aus (1973), Das Spiel vom Fragen oder Die Reise zum sonoren Land (1988), Die Stunde da wir nichts voneinander wußten (1991), über den Untertagblues (2002) und Bis daß der Tag euch scheidet (2008) zum großen Epos Immer noch Sturm, das im August 2011 bei den Salzburger Festspielen seine Uraufführung haben wird.

Darüber hinaus hat Peter Handke viele Prosawerke und Stücke von Schriftsteller-Kollegen ins Deutsche übertragen: Aus dem Griechischen Stücke von Aischylos, Sophokles und Euripides, aus dem Französischen Emmanuel Bove (unter anderem Meine Freunde), René Char und Francis Ponge, aus dem Amerikanischen Walker Percy.

Sein Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen geehrt.

Die Formenvielfalt, die Themenwechsel, die Verwendung unterschiedlichster Gattungen (auch als Lyriker, Essayist, Drehbuchautor und Regisseur ist Peter Handke aufgetreten) erklärte er selbst 2007 mit den Worten: »Ein Künstler ist nur dann ein exemplarischer Mensch, wenn man an seinen Werken erkennen kann, wie das Leben verläuft. Er muß durch drei, vier, zeitweise qualvolle Verwandlungen gehen.«



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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kein Buch für nebenbei 19. August 2004
Format:Gebundene Ausgabe
Handke Peter
Die Angst des Torwarts beim Elfmeter Erzählung
Süddeutsche Zeitung Bibliothek, 20004, 106 Seiten
Nur weil der Polier vom Essen aufschaut, glaubt Josef Bloch, früher ein bekannter Torwart, sich entlassen und verlässt seine Arbeitsstelle. Ziellos wandert er durch Wien, nächtigt in einem Hotel und besucht ein Kino, dessen Kassiererin er nach einer Liebesnacht erwürgt. Mit dem Bus fährt er in einen Ort an der Grenze, führt Gespräche mit einer ehemaligen Freundin, mit zahlreichen Dorfbewohnern, prügelt sich grundlos und entdeckt die Leiche eines ertrunkenen, taubstummen Jungen, ohne es zu melden. In der Zeitung liest er seinen eigenen Steckbrief und beobachtet abschließend einen Torwart, der einen Strafstoß hält, indem er einfach stehen bleibt. Soweit der Inhalt.
Im Ablauf des Romans treten bei Bloch immer häufiger Wahrnehmungsstörungen auf. Er ist dann unfähig Gegenstände, seinen eigenen Körper, Personen, deren Aussagen oder zeitliche Abläufe als Ganzes zu sehen und ihre Bedeutung zu erfassen. Er fixiert sich vielmehr auf deren Einzelteile, aus denen er wieder eine anders geartetes, stets auf ihn selbst bezogenes Ganzes entwickelt, das aber nicht mehr der ursprünglichen Bedeutung entspricht. (Medizinisch gesehen macht er also nicht nachvollziehbare Gedankensprünge - ein Leitsymptom der Schizophrenie). Aus jeder Einzelheit seiner von Handke akribisch geschilderten Umgebung, etwa aus Handbewegungen einer Person oder der Anordnung auf dem Tisch liegender Kekse, konstruiert Bloch qualvolle Anspielungen auf seine Person oder ihm gestellte Fallen. Sie lösen Gefühle in ihm aus und zwingen ihn zu für andere nicht nachvollziehbaren Handlungen. Umgekehrt bemängelt er, dass andere Menschen ihn nicht verstehen und seine kompliziert gedachten Aussagen nur einfach wörtlich nehmen. Zuletzt denkt er zeitweilig in Bildern. Schon früher, als Tormann, war er bei dem aussichtslosen Versuch gescheitert die Gedanken des Elfmeterschützen zu erfassen.
Kein Buch für nebenbei. Ein interessanter, literarischer Versuch, die nichtnachvollziehbare Gedankenwelt des Schizophrenen nachzuvollziehen. Kurze Sätze erleichtern das Nachdenken, die Beschränkung auf 106 Seiten verhindert bei geringem Handlungsumfang das Aufkommen von Langeweile, wie auch der gekonnte Einsatz der Stilmittel für Abwechslung sorgt.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ungeordnete Gedankenwelt 7. August 2006
Format:Sondereinband
Wer ein Buch über Fußball erwartet, der liegt hier falsch. Handkes Erzählung handelt von einem Monteur, der früher ein bekannter Tormann gewesen war. Das Fußballwissen blitzt nur an wenigen Stellen auf, etwa wenn der Erzähler über Bloch berichtet, dass dieser ein schlechter Flutlichttormann war.

Die Angst des Tormanns beim Elfmeter, der ja dem Stürmer eigentlich überlegen ist, weil er nichts zu verlieren hat, ist doch die Angst, dass der Schütze in seine ungeliebte Ecke schießt, weil er weiß, dass der Tormann seine Lieblingsecke kennt. Dieses grüblerische Spiel, das man bis zur Unendlichkeit treiben kann, gehört zu Blochs Dasein dazu, jedoch auf allen Ebenen. Er missversteht seine Umwelt, er steigert sich in Kleinigkeiten hinein und er vermag seine Handlungen nur schwer zu kontrollieren.

Bloch erinnert in seiner Weltwahrnehmung Büchners Lenz und sicherlich plagt beide auch eine ähnliche Krankheit. Es gelingt ihnen nicht, sich normal, das heißt für sie unauffällig, in der Welt einzuordnen. Bloch gelingt so gut wie nichts. Er sucht einerseits nach Verständnis, andererseits nach körperlicher Gewalt, er fordert sie geradzu heraus. Wonach er nicht sucht, ist Hilfe, sein bürgerliches Leben zurückzugewinnen.

Wie gesagt, selten ist Bloch durch seine verstörte Weltwahrnehmung und sein bizarres Verhalten gegenüber anderen in seinem Tun erfolgreich, doch als er wortlos der Kassiererin folgt, lässt sie sich auf ihn ein. Sollte Handke hier ganz nebenbei aufgedeckt haben, dass gerade dem Anfang einer Liebe eine Prise Schizophrenie nicht schaden kann?
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein verblüffendes Buch 22. März 2002
Von Ein Kunde
Format:Sondereinband
Peter Handke ist mit diesem Werk wieder einmal ein kleiner Geniestreich gelungen.
Schon von der ersten Seite an ist man vom total untypischen Helden Bloch (wahrscheinlich psychisch krank) gefesselt. Seitenlange Gedankenbeschreibungen gewähren immer wieder Einblicke in die verwirrte Welt Blochs. Manchmal ist es geradezu komisch, wie unbeholfen er reagiert und wie er alles missversteht.
Vielleicht werden manche ein wenig Handlung vermissen, aber die Sprache macht alles wieder wett.
Für Handke-Fans ein absolutes Muss!
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Veröffentlicht am 25. August 2007 von deathdealer92618
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