Beziehungsschwierigkeiten sind der häufigste Anlass für persönliche Krisen, aber auch für seelische und körperliche Erkrankungen. Wer genauer untersucht, was die Depressionen, die Angstzustände oder die psychosomatischen Leiden ausgelöst hat, findet fast immer Einsamkeit, drohende Trennungen oder die vergebliche Such nach Geborgenheit als Ursache vor. Schmidbauer liefert im vorliegenden Buch eine kritische Analyse, der Bedingungen solcher Problematiken. Er geht davon aus, dass - anders als häufig gedacht - es den Menschen nicht an irgendwelchen ominösen Partnerschaftskompetenzen magele, sondern dass sich individuell das Probelm auf Handeln, das heftigst gegen Kontakt und Nähe gerichtet ist, reduzieren lässt. Die Dynamik, die solchen Entwicklungen zu Grunde liegt, schildert Schmidbauer richtig und nachvollziehbar vor dem Hintergrund der psychanalytischen Therapie. Schmidbauer bringt dies in Zusammenhang mit einer Welt, die mit ihrem Verlangen nach ungehemmten Leistungswachstum ihre menschlichen Schonräume zu zerstören droht. Die notwendige Einbettung in eine kritische Gesellschaftsanalyse leistet Schmidbauer dabei allerdings so gut wie nicht. Dies muss zu einer Abwertung führen. Ansonsten ein empfehlenswertes Buch. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)