Endlich, endlich ein Buch für Betroffene. Seit rund fünf Jahren hatte ich das Gefühl, mit dieser Problematik allein auf der Welt zu sein. Alle schienen die Angst vor Krankeit ausschließlich kurzzeitig bei Auftreten der Angstsymptome bei Panikattaken zu kennen und alle Therapieansätze schienen darauf ausgerichtet. Wie zermürbend es sein kann über Jahre, tagein, tagaus, von der Angst zerfressen zu werden, schwer krank zu sein und wie sehr die entsprechende Symptomatik das Leben einschränkt, das schien niemand zu kennen und niemand schien eine Lösung anbieten zu können. Als ich begann dieses Buch zu lesen war ich so erleichtert wie schon lange nicht mehr - es gibt offensichtlich doch Menschen mit derselben Problematik wie ich und sie ist behandelbar.
Leider verwässerte diese Motivation während der Lektüre dadurch, dass neben dem Hauptaugenmerk auf der hypochondrischen Störung und ihren typisch gehäuften Medizinerkonsultationen auch die Krankheitsphobie und damit die Vermeidung von Arztbesuchen besprochen wird. So soll der erstgen. Betroffene lernen, seiner Symptomatik weniger Aufmerksamkeit zu schenken und nicht ständig Abklärung zu erbitten. Im nächsten Fallbeispiel ist dann aber von einer Frau (51) die Rede, die obwohl sie sich Sorgen machte sie könne Krebs haben, nicht zum Arzt ging sondern für ihre Schmerzen eine harmlose Erklärung suchte. Als sie dann doch den Arzt aufsuchte bekam sie die Quittung: Zweifach Krebs. Liebe Autoren, wissen Sie, was ein solches Beispiel jemandem der unter einer massiven hypochondrischen Störung leidet, machen sagt? "Aha, besser doch gleich zum Arzt, es kann doch das Schlimmste sein, da sieht man es ja wieder."
Dennoch: Endlich ein Buch, dass einen wirklichen Anstoss zur Heilung und Hoffnung auf die Rückkehr in ein normales Leben bietet!