Dieser erste Teil der Dämonenreihe von Chris P. Rolls erscheint mir in den Grundzügen eine wunderbar ungewöhnliche Variation von `Die Schöne und das Biest`. Allerdings trifft die `Unschuld vom Lande` hier nicht auf eine Missgestalt, die eigentlich ein Prinz ist, sondern auf einen Prinzen, der eigentlich eine Missgestalt ist. Das ist spannend mitanzulesen, denn die Aufdeckung der Wahrheit verspricht anders als im Märchen nichts Gutes.
Ich lerne hier den `Prinzen` mit dem Namen Dave sowohl in seiner menschlichen, als auch in seiner dämonischen Gestalt kennen (und lieben). Angenehmerweise ist der Dämon auch ein Dämon, also ein böses Wesen und kein Schaf im Wolfspelz.
Die Unschuld vom Lande heisst Finn und hat mich mit seiner humorvollen Art durch Leben zu gehen schnell für sich eingenommen. Ständig ist er selbst in Diskussionen mit seinen inneren Stimmen verstrickt (eine fürs Gefühl und eine für den Verstand) und da sich die beiden Stimme gerne mal wiedersprechen, ist es sehr lustig ihn zu begleiten.
Die beiden Hauptfiguren werden von vielen gut ausgearbeiteten Nebencharakteren begleitet, von denen mir drei besonders präsent geblieben sind. Roger der Schmied, Angelika die moderne Hexe und Max, der Barde. Drei sehr ungewöhnliche Figuren, die einen ahnen lassen, dass sie auch in den weiteren Bänden wichtige Rollen spielen werden.`
"Die Anderen - Das Dämonenmal" ist also spannend, sehr humorvoll und mit wunderbar ausgearbeiteten Charakteren ausgestattet. UND...nicht zu vergessen: Sexy, denn man sollte vielleicht wissen, dass Dave der Dämon sich nicht nur von menschlicher Angst, Fleisch und Blut ernährt, sondern als Inkubus die menschliche Energie beim Geschlechtsakt ganz besonders lecker findet...
Das Buch behandelt das Aufeinandertreffen und die Annäherung von Finn und Dave und endet... ja, das will ich nicht verraten, ABER es ist mehr als schön, dass es den zweiten Band auch schon zu kaufen gibt...