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Die Andere
 
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Die Andere [Gebundene Ausgabe]

Emmanuèle Bernheim
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 110 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 2., Aufl. (1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608932070
  • ISBN-13: 978-3608932072
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.043.096 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Verdeckte Obsessionen

Emmanuèle Bernheims Minimalroman «Die Andere»

Die vierzigjährige Französin Emmanuèle Bernheim versteht sich seit je auf die Kunst des schnörkellosen, minimalistischen Kurzromans; auf deutsch liegt nun ein dritter, gerade 100seitiger und dabei noch sehr grosszügig gestalteter Text vor. Das Buch erhielt 1993 den Prix Médicis und war ein grosser Publikumserfolg.

Die relative Originalität von Emmanuèle Bernheims Schreibweise und des vorliegenden Romans im besonderen speist sich aus dem Umstand, dass es der Autorin gelingt, der hier aufgewärmten Trivialität von Liebesbereitschaft und Liebesbeziehung eine interessante, nun vor allem neurotische und latent selbstkritische Note beizumischen. Dies unterscheidet sie etwa von ihrer Landsmännin Annie Ernaux, deren Kurzromane in Inhalt und Stil freilich ähnlich strukturiert sind.

In Bernheims «Die Andere» stösst der Leser auf die dreissigjährige Ärztin und Junggesellin Claire, die den Bauunternehmer Thomas Kovacs kennenlernt, als er ihre zuvor von Unbekannten gestohlene und ausgeraubte Handtasche zurückbringt; er ist der ehrliche Finder, mehr nicht. Zwischen den beiden beginnt alsbald eine Affäre, obwohl der sich zwar notorisch ungesund ernährende, aber moralisch noch bedingt integre Kovacs Claire zuvor warnt, dass er eine Frau und zwei Kinder habe und nicht daran denke, sich von ihnen zu trennen.

Claire, ein offensichtlich vereinsamtes Wesen, dessen Dechiffrierung von Bezugssystemen nur noch im Minimalbereich des eigenen Glücks funktioniert, verliebt sich Hals über Kopf in Kovacs, sammelt manisch alles, was er hinterlässt, von seinen ungebrauchten Zuckerstückchen bis hin zu den ungezählten leeren Präservativhüllen oder einem Cocktailquirl, den er kurze Zeit in den Fingern hatte; all diese Spuren seiner Existenz hortet sie in der Schublade ihres Schreibtischs, verleiht ihnen einen Fetischcharakter.

Bei dem Versuch, ihre Liebe anhand angehäufter Zeichen und überflüssiger Reste zu materialisieren, drückt sie ihre Verlustangst aus; deutlicher noch wird diese neurotische Anlage, wenn sie sich unablässig Situationen vorstellt, in denen der Geliebte mit seiner Frau und seinen Kindern in alltäglichen Situationen zusammentrifft, beim Frühstück etwa oder beim Shopping in der City. Da ist sie plötzlich deutlich vor ihr, die «Andere», die Rivalin, wie wir sie seit Beauvoirs «Sie kam und blieb» kennen, auch wenn sie hier rein imaginären Status hat. Denn Claire ist eine Meisterin des Sichvorstellens vom Glück, von der Normalität der anderen, einer Normalität, die sie uneingestanden für sich selbst reklamiert.

Als der Bauunternehmer gesteht, dass die Geschichte mit der eigenen Frau eine strategische Lüge war und dass er auch keine Kinder hat, gelangt die Geschichte allerdings alsbald zum recht banalen Happy-End: nach dem zuvor aufgemixten, durchaus interessanten Cocktail von Moral, standardisiertem Rollenverhalten und neurotischer Normüberschreitung ein eher bedauerlicher Kompromiss.

Thomas Laux

Kurzbeschreibung

Der Tag beginnt für Claire, eine junge Ärztin, mit einer Irritation. Ihre Handtasche wird gestohlen. Schlimmer als der Verlust sind die im Kreis gehenden Gedanken - wer war das, warum ich? Das Klima einer latenten Bedrohung beginnt ihr geordnetes Leben zu verunsichern. Als am selben Tag ein unbekannter Patient kommt, meint sie, Bescheid zu wissen. Doch Thomas ist nur der ehrliche Finder. Claire und Thomas werden ein Liebespaar, obwohl Thomas warnt, er sei verheiratet. Während sich die Beziehung entwickelt, steigert Claire sich in Phantasien über die andere Frau hinein. Bis die Geschichte eine überraschende Wendung erhält.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
klein und fein 16. Januar 2003
Format:Taschenbuch
wie alle romane von bernheim auch dieser: kurz, gerade 100 seiten. und auch das nur dank großzügigstem druck. 45 minuten lesezeit. lesevergnügen. die analyse einer neurotischen liebe. einerseits schonungslos unsentimental analysiert. mit wunderbar überraschenden wendungen. andererseits genug zwischentöne, um eine erotische erzählung daraus zu machen, die jedoch niemals in peinliche oder primitive abgleitet.
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Enttäuschend 24. Oktober 2010
Von Anna
Format:Taschenbuch
Leider kann ich meinem Vorredner nicht zustimmen. Das Buch hat mich enttäuscht. Prinzipiell bin ich ein Freund der kurzen schnörkellosen Worte, aber Sätze wie "Am Grund des fast leeren Eimers lag ein kleines rundes glänzendes Ding. (...) Claire kniete nieder und nahm es in die Hand. Es war das Präservativ, das Thomas benutzt hatte. (...) Sie legte es in die Schreibtischschublade (...). Und 3 Sätze später: Die Pommes Frites waren so gut, daß sie eine zweite Portion bestellte.
Man wartet irgendwie die ganze Zeit darauf, dass die Geschichte nun irgendwann interessant wird, passiert aber nicht und vor allem der Schluss ist enttäuschend. Aber da das Buch nur 95 Seiten hat, kann man es schon getrost lesen und sich selbst eine Meinung bilden, geht ja schließlich schnell.
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