Bei dem Begriff Ökologie denkt so mancher an Muesli oder Biogemüse. Es handelt sich aber um einen Zweig der Biologie, der sich mit Lebensräumen, ihrer Flora und Fauna und deren gegenseitigen Abhängigkeiten befasst. Kegel beschreibt in seinem Buch, wie sich solche Lebensräume unter dem Einfluss des Menschen verändern. Ein Schwerpunkt ist die Ökologie von abgetrennten Systemen (Inseln im Meer), auf denen sich in vielen Jahrtausenden einzigartige Tiere und Pflanzen ungestört entwickeln konnten. Mit dem Auftauchen des Menschen und seiner Begleiter (Ratten, Katzen, Schlangen, Pflanzensamen) kommt das Gefüge durcheinander. Die eingeschleppten Arten vermehren sich ungehindert und verdrängen einheimische Arten. Solche Systeme verarmen ökologisch, ihre Vielfalt verringert sich. Kegel macht klar, warum solche Vorgänge auch ein Verlust für uns Menschen bedeuten. Er beschreibt aber auch Vorgänge, die sich in unseren Stadtbiotopen abspielen, nämlich das massenhafte, absichtliche Einführen von Pflanzen, die hier ursprünglich nicht heimisch waren. Viele Dutzend Baum- und Straucharten wurden importiert und schafften irgendwann den Sprung aus Gärten und Parks in die freie Natur, wo sie sich u. U. zu Plagen entwickeln können. Auch wenn solche "Neophyten" schön anzusehen sind (z.B. Robinie oder Forsythie), so finden sich auf diesen Pflanzen bedeutend weniger Insektenarten als bei einheimischen Pflanzen - auch hier tritt also eine ökologische Verarmung ein. Im letzten Teil des Buches geht der Autor ein auf einen wissenschaftlichen Ansatz, der zu erklären versucht, wie solche "invasiven" Vorgänge ablaufen und wie der Mensch gegensteuern kann. Dieses Buch kann dem interessierten Leser helfen zu begreifen, wie einzigartig schön unsere Welt ist und wie zerbrechlich und schützenswert gleichermaßen. Ein tolles Buch!