11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine tolle Umsetzung!, 23. Oktober 2009
Da "Die Alchimistin" und "Die Unsterbliche" jeher zu meinen Lieblingsbüchern zählen, konnte ich mir die Hörspielserie dazu nicht verkneifen. Zum einen war ich hocherfreut darüber, zum anderen aber auch ziemlich skeptisch, ob die Umsetzung meinen Vorstellungen der Bücher entspräche.
Kurz gesagt: Ich war schon nach den ersten Minuten begeistert!
Interessant vorweg ist schon einmal die Sprecherliste, die mit bekannten (Synchron-)Stimmen wie die von Timmo Niesner, Kerstin Sanders-Dornseif, Detlef und Marie Bierstedt, Ulrike Stürzbecher, Frank Glaubrecht, Dietmar Wunder und Daniela Hoffmann aufwarten kann - allerdings nur in den Nebenrollen.
Die Hauptpersonen aber - Yara Blümel-Meyers als Aura und Claudio Maniscalco als Gillian - waren mir bis dato kein Begriff. Ihre Leistung als Sprecher ist aber gerade durch ihre Unverbrauchtheit grandios, weil man sie nicht mit Schauspielern oder anderen Rollen in Verbindung bringt. Blümel-Meyers trifft mit ihrem Tonfall genau die Aura, die ich beim Lesen immer vor Augen hatte: Sie kann Auras melancholisches Gemüt vollkommen umsetzen und geht total in der Rolle auf. Auch der Rest des Ensembles leistet hervorragende Arbeit und kann durchweg überzeugen. Einziger Kritikpunkt sind die Kinderstimmen von Tess und Gian, die mit dem recht schwierigen langen Textpassagen doch etwas überfordert wirken. Vielleicht wäre es geschickter gewesen, wie bei Sylvette auch, direkt ihre "erwachsenen" Stimmen zu besetzen, die hervorragende Arbeit abliefern.
Der Erzähler wird nur an wenigen Stellen eingesetzt, um Zeitsprünge und Szenenwechsel zu überbrücken. Alles andere wird über die Charaktere vermittelt, die zum einen in Dialogform kommunizieren, aber auch selbst in die Erzählerrolle rücken, da die Szenen aus einer Charakterperspektive heraus - wie bei einer Ich-Perspektive - wiedergegeben werden und somit auch Gedanken und Gefühle eingebracht werden können. Das macht die Charaktere für den Hörer glaubhaft und verleiht ihnen zusätzlich Tiefe.
Unterstützt wird die hervorragende Sprechleistung durch musikalische Untermalung und Geräuschkulisse, die das Gefühl von Kino im Kopf vervollständigen. Die Musik wird zum einen zur Kennzeichnung von Szenenwechseln benutzt, zum anderen aber auch an den richtigen Stellen als emotionale Unterstützung und Untermalung. Schade hierbei ist, dass sich die verwendeten Musikthemen mehrmals wiederholen, aber nicht unbedingt leitmotivisch eingesetzt werden. Ich hatte bei Szenenwechseln manchmal das Gefühl, dass die Musikthemen sehr willkürlich ausgewählt waren.
Die Hörspielserie arbeitet sehr nahe an der Buchvorlage und übernimmt daraus auch die Dialoge wortwörtlich; obwohl ich die Bücher mehrmals gelesen habe, fallen mir nur eine Hand voll Szenen ein, die gestrichen oder um wesentliches verkürzt wurden. Die Handlung bleibt somit auch für diejenigen, die das Buch nicht kennen, nachvollziehbar, ohne das Gefühl zu haben, dass etwas ausgelassen oder verkürzt wurde.
Studio Stil hat bei der Umsetzung wirklich ganze Arbeit geleistet und präsentiert eine stimmungsvoll, spannend, fesselnd inszenierte Geschichte, die im inneren Auge sofort zum Leben erwacht und einem wirklich das Gefühl gibt, man sähe das ganze als Film vor sich.
Egal was man von der Buchvorlage an sich halten mag, die Überführung ins auditive Medium ist hervorragend gelungen.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unglaublich spannend!, 6. November 1998
Von Ein Kunde
Der Titel ist etwas irreführend. Man erwartet einen Frauenroman, aber das ist "die Alchimistin" eigentlich nicht. Ich würde es eher als Mixtur aus historischem Krimi und phantastischem Roman bezeichnen.
Familie Institoris lebt auf Schloss Institoris an der Ostsee. Nestor, der Herr des Hauses, hat sich seit Jahren auf dem Dachboden der Burg ein Refugium eingerichtet, aus dem er kaum noch hervorkommt. Dort oben hat er einen Dachgarten, mit allen möglichen Pflanzen, Bäumen und Büschen, die er für seine wissenschaftlichen Zwecke benötigt, eine riesige alchimistische Bibliothek und seine Alchimistenküche. Frau und Töchter führen ein relativ trostloses Dasein. Warum nun Charlotte auf die Idee kommt, zu den Töchtern noch Söhne adoptieren zu wollen, wird nicht klar, zumal es sich in beiden Fällen um fast Erwachsene handelt (Christopher ist 17, als er adoptiert wird). Mit seiner Ankunft auf Schloss Institoris beginnt die Geschichte auch. Christopher ist neugierig auf Nestor, der sich bei seiner Ankuft nicht blicken ließ, und klettert eines Nachts an der Außenmauer des Schlosses empor zu Nestors Labor. Der ist beeindruckt von dem Mut und der Wissbegier des jungen Mannes und akzeptiert ihn als Schüler. Von hier aus entwickelt sich nun die Geschichte der Familie, in die mörderische Geheimnisse und tückische Mordanschläge (wie etwa das, was Aura in dem Schweizer Internat entdeckt, in das sie geschickt wird), alchimistische Lehren und medizinische Wunder (etwa die Existenz des Gilgamesch-Krauts, das ewiges Leben schenken soll), psychische Abgründe und physische Gewalt (wie der geistige Verfall von Charlotte Institoris und die Frage, warum sie unbedingt Muscheln sammeln muss) und fremde Länder und unglaubliche Szenarien (oder haben Sie schon mal etwas von Swanetien - das es tatsächlich geben soll - gehört?) eingewoben sind.
"Die Alchimistin" ist eines von den Büchern, die man einfach nicht aus der Hand legen kann. Ich habe eine Nacht gebraucht, um das Buch zu lesen, weil ich immer wissen wollte, wie es weitergeht (und das, obwohl ich wie üblich die letzte Seite zuerst gelesen habe!) !!
Ein bisschen Kritik gibt es natürlich trotz aller Begeisterung auch: Schade finde ich vor allem, dass im zweiten Teil des Romans die Unsterblichkeitsgeschichte reichlich ausgewalzt wird. Die Spannung der Handlung wird dadurch natürlich gesteigert, aber andererseits wird die Alchimie auf diese Weise zu purem Hokuspokus, was sie eigentlich nicht verdient. Auch historische Informationen erhält man recht wenige (und an denen die da sind, wird der Leser sicher spätestens dann zu zweifeln beginnen, wenn die Unsterblichkeit aufs Tapet kommt), aber trotzdem ist es eine außerordentlich spannende Geschichte, die zu lesen sich meiner Ansicht nach unbedingt lohnt.
Mir hat der Roman jedenfalls großen Spaß gemacht!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
traumhaft, 13. Mai 2009
Mein absolutes Lieblingsbuch, einfach perfekt.
Das Thema ist hochinteressant und super ausgeführt. Die Charaktere sind nicht das wofür man sie auf den ersten Blick hält und sehr vielschichtig. Ich bin gespannt ob der Tag einmal kommt, an dem Kai Meyer eine flache, unausgereifte Figur präsentiert, aber ich bezweifle es sehr.
Die ganze Geschichte hat irgendwie so eine düstere, unheimliche Atmosphäre, durch die man sich kaum von dem Buch lösen kann.
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