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Die Aktualität des Mittelalters: Gegen die Überheblichkeit unserer Wissensgesellschaft
 
 
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Die Aktualität des Mittelalters: Gegen die Überheblichkeit unserer Wissensgesellschaft [Gebundene Ausgabe]

Johannes Fried
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 91 Seiten
  • Verlag: Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3799583017
  • ISBN-13: 978-3799583015
  • Größe und/oder Gewicht: 17,3 x 11,3 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 416.889 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Johannes Fried
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Woher kommt die Vorstellung, Geisteswissenschaften seien unproduktiv und abzuwickeln?
Wieso, fragt der bekannte Frankfurter Historiker Johannes Fried, soll das Internet eine qualitativ andere Form des Wissens vermitteln als die mittelalterliche Lateinschule. Beruht doch unser gesamtes Wissen auf Vergangenem - Erfahrenem wie Gedachtem -, was die Beschäftigung mit Geschichte zur beispielhaften "Erfahrungswissenschaft" macht, wie Fried in spitzer Wendung formuliert, denn dieses Etikett tragen sonst die Naturwissenschaften. Ist nicht vielmehr, so fragt Fried in einem zweiten Schritt, die Analyse der Vergangenheit als eigentliche "life science" anzusehen? Fried stellt die These von der Geschichtswissenschaft als Kognitions- und Lebenswissenschaft auf.
Dieser Essay ist ein Zwischenruf gegen die Überheblichkeit der Gegenwart, sich als "Wissensgesellschaft" der Vergangenheit überlegen zu fühlen.
Frieds mit leichter Hand geschriebener, gut lesb arer Beitrag greift in die aktuelle Debatte über wissenschaftliche und gesellschaftliche Orientierung ein und wird Reaktionen provozieren. Über einen ersten Vortrag jedenfalls berichtete die Süddeutsche Zeitung: "Man rieb sich die Augen ..., da erschienen bei Johannes Fried Geschichte und Genom als zwei Seiten derselben Sache."

Autorenportrait

Johannes Fried ist Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Frankfurt. Er war von 1996 bis 2000 Vorsitzender des Verbandes der Historiker Deutschlands. 1995 erhielt er für sein Werk "Der Weg ins Mittelalter" den Preis des Historischen Kollegs.

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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
In diesem 'Büchlein' veröffentlicht ist ein Vortrag von Johannes Fried, der, obwohl vor Mediävisten gehalten, eine einzige Apologetik des Mittelalters - oder doch eher seiner Fachdisziplin, der Mediävistik darstellt? Wenn man sich durch die ersten Seiten und ihre etwas mühsame Rechtfertigungs-Rethorik durchgearbeitet hat, weiß Fried seinen Leser (oder Zuhörer) durchaus mit einer bemerkenswerten Darstellung des Mittelalters als Wissensgesellschaft zu überraschen. Wer nicht eh schon zu der kleinen Zahl der mediävistisch Interessierten gehört, wird hier sicherlich zu einer Reformulierung seiner Sicht auf die Epoche bewegt. Wer die Epoche als relevanten Gegenstand allerdings schon 'vor Augen' hat, dem wird der schmale Band tatsächlich zu dünn erscheinen. Denn mehr als eine grobe Skizze der Wissensgesellschaft Mittelalter zu entwerfen, gelingt dem Autor nicht (was sicherlich allein dem Format des Vortrags geschuldet ist). Doch immerhin wünscht man sich nach der Lektüre, mehr zu erfahren und hofft, dass Johannes Fried einen ausführlicheren dem schmalen Band folgen lässt. Bis dahin kann er sich dann auch entscheiden, was er eigentlich verteidigen möchte: seinen Gegenstand, das Mittelalter ... oder die Fachdisziplin, die sich mit ihm beschäftigt.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Der Anfang läßt sich ja noch gut an: Da wettert der Historiker Johannes Fried gewohnt eloquent und dem Mediävisten aus der Seele gegen die Arroganz jener, die glauben, man könnte bedenkenlos Geisteswissenschaften an den Universitäten eliminieren, und welche die Beiträge ihrer Vertreter im öffentlichen Diskurs getrost überhören. Als hätte gerade die Mediävistik nichts zu sagen im überlauten Geschrei nach Gentechnik und Biotechnologie. Mehr als alle Gesellschaften davor oder danach war die Mittelalterliche eine Wissensgesellschaft: Als "Zwerge auf den Schultern von Riesen" vermochten die Menschen doch immer ein wenig weiter zu sehen als die Generation vor ihnen. Die meisten der ethischen und moralischen Fragen, die uns heute beschäftigen, wurden so bereits lange vor uns gestellt und erörtert, unser gesamter Wertekodex hat seinen Ursprung in jener "ach so finsteren" Zeit, die sich dem objektiven Betrachter weit moderner präsentiert als es die öffentliche Meinung zuläßt. Eine gelungene Apologese der Mediävistik bis zu diesem Punkt. Leider läßt es Fried nicht dabei, die eigenständige Daseinsberechtigung der Mittelalterforschung n e b e n den Biowissenschaften aufzuzeigen. Mit aller Gewalt muß ein Brückenschlag zwischen beiden Disziplinen her. Die Ergebnisse der Hirnforschung und der Soziobiologie sollen dem Mediävisten zukünftig helfen, historische Ereignisse und mithin menschliches Handeln der Vergangenheit zu deuten. Die Lösung für die Geringschätzung der Mediävistik, deren Wert per se Fried doch gerade noch aufgezeigt hat, und das Problem, neben den Naturwissenschaften zu bestehen, kann doch nicht darin bestehen, beide Bereiche auf Biegen und Brechen miteinander zu verbinden. Zumal Fried die Frage nach dem Erkenntnisgewinn erst einmal zurückstellt. Motto: Dies ist der Weg für die Mediävistik, selbst wenn wir noch nicht wissen, was uns das ganze bringen wird. Aber soll man wirklich Dinge tun, nur weil man sie tun kann? Steht nicht die Mittelalterforschung vor genügend Fragen, die sie auch ohne die Soziobiologie beantworten kann? Zweifellos wird sie sich überlegen müssen, wie sie sich in der marktorientierten Wissenschaftslandschaft Gehör verschafft, der von Fried aufgezeigte Weg scheint mir dabei aber der falsche.
Insgesamt ein eher enttäuschendes Buch.
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