- Broschiert: 157 Seiten
- Verlag: Nomos (1996)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3789045985
- ISBN-13: 978-3789045981
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 315.270 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
Produktinformation
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Abschließend habe ich seinerzeit ausgeführt: "Die RAF ist gescheitert. Sie hat ihr Ziel, das in der Bundesrepublik herrschende System durch Terrorakte zu stürzen oder ins Wanken zu bringen, auch nicht annähernd erreicht... Die meisten Gruppenmitglieder sind inzwischen zu der Einsicht gelangt, daß die RAF mit ihren gewalttätigen Aktionen einen Irrweg beschritten hat... Vielleicht wächst irgendwann auch bei den Hardlinern der RAF die Einsicht, daß man die herrschenden politischen Verhältnisse in der Bundesrepublik nicht mit gewaltsamen Aktionen verändern kann."
Die 1996 so formulierte Hoffnung, die RAF werde ihren aussichtslosen Weg beenden, ist inzwischen Wirklichkeit geworden: Im März 1998 hat die RAF eine umfassende Auflösungserklärung veröffentlicht, in der es einleitend heißt: "Vor fast 28 Jahren, am 14. Mai 1970, entstand in einer Befreiungsaktion die RAF. Heute beenden wir dieses Projekt. Die Stadtguerilla in Form der RAF ist nun Geschichte."
Diese - allgemein als authentisch bewertete - Erklärung rechtfertigt die Annahme, daß es die terroristische Vereinigung "Rote Armee Fraktion (RAF)" seither nicht mehr gibt.
Die Darstellung der Schleyer-Entführung ist das Ergebnis jahrelanger Ermittlungen des Autors. Klaus Pflieger war als Oberstaatsanwalt bei der Bundesanwaltschaft u.a. Anklageverfasser gegen Peter-Jürgen Boock, Koordinator der Anklage gegen Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar, vernahm 1990 den ersten aussagewilligen Aussteiger der RAF (Werner Lotze) und war dann auch Vernehmender bei der "Lebensbeichte" von Boock vom März bis Mai 1992. Seine Darstellung der Aktion "Spindy" (wie Schleyer von seinen Entführern genannt wurde) basiert in erster Linie auf den Angaben und Erläuterungen von Tatbeteiligten und den polizeilichen Fahndungsergebnissen. Abschließend erläutert Pflieger die Bedeutung der Schleyer-Entführung für die aktuelle Diskussion über die heutige Rolle der RAF und die stark divergierenden Konzepte für ihre Zukunft. Sowohl zur Schleyer-Entführung als auch zu den momentanen Richtungskämpfen innerhalb der RAF zitiert der Autor nicht nur die Schlüsseldokumente, sondern hat auch erstmalig von der Bundesanwaltschaft und vom Bundesjustizministerium die Erlaubnis für diese Veröffentlichung erhalten.
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