22. November 1963: John F. Kennedy fällt in Dallas einem Attentat zum Opfer. Diese Nachricht hört der gelangweilte Journalist Peter Miller (Jon Voight) im Radio, als er ziellos durch das bereits schon weihnachtlich geschmückte Hamburg fährt.
Miller, der als freier Journalist immer auf der Suche nach guten Storys ist, folgt anschliessend den einsetzenden Polizeisirenen, vermutlich ist ein Unfall passiert.
Polizei und Krankenwagen sind schon vor Ort, in einem heruntergekommenen kleinen Wohnblock ist ein Mann gestorben. Es handelt sich um den jüdischen Mitbürger Salomon Tauber - ein Rentner, der an der Armutsgrenze lebte.
Am Ort des Geschehens trifft Miller seinen Bekannten, den Kriminalbeamten Karl Braun (Gunnar Möller), der im ein paar Tage später einen Aktenordner gibt, der dem verstorbenen Tauber gehörte.
Es handelt sich dabei um eine Art Tagebuch die Tauber im Ghetto von Riga geschrieben hat. Hauptakteur vieler Greueltaten ist der scheinbar verstorbene Eduard Roschmann (Maximilian Schell), ein deutscher SS-Kommandant, der nur der "Schlächter von Riga" genannt wurde.
Aber nicht nur Juden wurden seine Opfer, auch einige deutsche Kameraden hat der Mann laut diesen Aufzeichnungen auf dem Gewissen.
Miller verfängt sich immer mehr in die erschreckende Lektüre, seine Freundin Sigi (Mary Tamm) bemerkt immer mehr eine Veränderung bei ihrem Freund.
Als Miller bei seinen Nachforschungen auf eine Information stösst, dass der tote Roschmann vor kurzem sehr lebendig in Hamburg gesehen wurde, versucht er die Behörden wachzurütteln.
Doch 18 Jahre nach dem Krieg scheint keiner so richtig interessiert daran zu sein, die Täter der Vergangenheit ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Kein Wunder, denn in sämtlichen guten Positionen sitzen ehemalige Kriegsverbrecher mit neuer Identität.
Eine Geheimorganisation namens Odessa soll im Hintergrund aktiv sein. Miller reist zu Nazijäger Simon Wiesenthal (Shmuel Rodetnzky) nach Wien. Dort nimmt auch der Mossad Kontakt zu ihm auf, denn der israelische Geheimdienst ist einer deutschen Firma auf der Spur, die für die Ägypter ein Raketensystem herstellen mit dem Ziel Israel zu bombadieren.
Bald merkt Miller, dass sein Leben gewaltig in Gefahr ist...
1974 drehte Ronald Neame (Sein größter Bluff, Poseidon Inferno) die deutsch-britische Coproduktion "Die Akte Odessa" nach dem gleichnamigen Roman-Welterfolg von Frederic Forsyth.
Ein ähnlicher Erfolg gelang der Bavaria/Pinewood Studio Verfilmung leider nicht. Schade, denn Ronald Neames Thriller über untergetauchte Nazigrößen ist durchweg spannend und straff inszeniert.
Er reicht natürlich nicht an einen Thriller Meilenstein wie John Schlesingers "Marathon Mann" heran, aber der vornehmlich in Deutschland gedrehte Thriller ist auf jeden Fall eine Entdeckung wert.
Maximilian Schell spielt die Rolle des Naziverbrechers auch sehr glaubwürdig und in Nebenrollen gibts ein Wiedersehen mit Klaus Löwitsch, Günther Strack, Christine Wodezky, Maria Schell oder Hannes Messemer.