Der Hamburger Journalist Peter Miller macht sich 1963 nach dem Fund des Tagebuchs eines Selbstmörders auf die Suche nach einem Nazi-Verbrecher. Der Mann, der sich umgebracht hat, war ein Jude, der das Konzentrationslager Riga überlebt hatte; in dem Tagebuch schildert er eindringlich seine Erlebnisse aus jener Zeit und die Rolle des Verbrecherss. Miller macht sich auf die Suche, trifft aber sehr schnell auf Widerstände und Unwillen bei Polizei und Staatsanwaltschaft. Bald trifft er auf Agenten einer israelischen Geheimorganisation. Sie helfen ihm, in das Nazi-Umfeld zu gelangen, doch jetzt wird die Jagd gefährlich: die ODESSA trachtet ihm nach dem Leben. Denn der Mann, den er sucht, ist nicht bloß ein Verbrecher aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, er spielt mittlerweile eine neue, wichtige und gefährliche Rolle. Ein Katz-und-Maus-Spiel quer durch Westdeutschland und halb Europa beginnt...
Es ist zum einen die Atem beraubende Spannung, mit der Forsyth den Leser wie kein Anderer zu fesseln vermag, aber in fast gleichem Maße seine fundierten und akribischen Recherchen. "Die Akte Odessa" ist Politthriller, Zustandsschilderung der alten Bundesrepublik in den 1960ern, die geprägt war vom Wegsehen und Vergessenwollen, und erschütterndes Zeitdokument der SS-Verbrechen; hier erfährt man mehr über die SS als in einem Guido-Knopp-Fünfteiler.
Das Buch ist ein frühes Forsyth-Meisterwerk und zu Recht verfilmt worden. Sicher, es ist nicht ganz sein bestes Werk, aber verdammt nah dran.
Übrigens: Die Erlebnisse in dem Tagebuch, dass der Held des Romans, Miller, findet, sind wahr!