Aus der Amazon.de-Redaktion
Im Jahre 1841 stieß ein junger englischer Student namens John Couch Adams beim Stöbern in einem Buchladen in Cambridge in einem astronomischen Bericht auf einen verblüffenden Kommentar über das unregelmäßige Verhalten des Planeten Uranus. Adams, ein begabter Mathematiker, machte sich daran, eine Erklärung für dieses Phänomen zu finden. Zu einem Kommilitonen sagte er: "Weißt du, der Uranus ist weit von seiner Bahn abgekommen. Ich möchte herausfinden warum." Letztendlich gelang es ihm auch; nicht durch direkte Beobachtung, sondern -- damals noch recht umstritten -- durch die Art mathematischer Simulation, die mittlerweile gang und gäbe ist. Adams, der sich in Konkurrenz zum französischen Wissenschaftler Urbain Le Verrier befand, legte schließlich fest, dass die Umlaufbahn des Uranus durch die Anziehungskraft des bisher noch unbekannten Planeten Neptun stark beeinflusst wurde. Standage schreibt in seinem Buch die Entdeckung sowohl Adams als auch Le Verrier zu.
Mit Die Akte Neptun präsentiert der Autor und Wissenschaftskorrespondent Tom Standage eine herrliche Geschichte der Entdeckung und schöpft dabei aus lange vergessenen Archiven, darunter auch aus einem Sammelalbum des Verfassers des Kommentars, das damals Adams' Fantasie beflügelt hatte. Seine Geschichte beginnt mit den frühesten wissenschaftlichen Beschreibungen des Uranus, eines geradezu ärgerlich eigenwilligen Planeten, dessen "Position am Himmel sich hartnäckig weigerte, mit der von der Theorie vorgegebenen Position übereinzustimmen" -- der klassischen Theorie nämlich, wonach sich das Universum wie ein geregeltes Uhrwerk verhält, die in Adams Tagen vorherrschte und erst zu Einsteins Zeiten endgültig verworfen wurde. Standages Geschichte setzt sich fort bis zur Gegenwart, einer Ära, in der Astronome geradezu täglich neue Planeten entdecken. Dank Adams und Le Verrier, schreibt Standage am Ende seines Buches, "wies Uranus einst den Weg zu Neptun -- so weist nun Neptun den Weg zu den Sternen." --Gregory McNamee
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Per aspera ad astra
Dramatische Ereignisse begleiteten die Entdeckung des Planeten Neptun. Die Chronik dieser Planetenjagd ist zugleich die Geschichte zweier bemerkenswerter Mathematiker, die auf dem Papier "sahen", was Astronomen durch Teleskope über 200 Jahre lang nicht hatten finden können. Nach der Entdeckung des Planeten Uranus 1781 stellte man fest, dass dieser sich nicht in der vorberechneten Umlaufbahn um die Sonne befand. Der britische Mathematiker Adams schloss 1845 daraus, dass es einen weiteren Planeten geben musste, der den Umlauf des Uranus störte. Auch der französische Wissenschaftler Le Verrier kam zu diesem Schluss. Die Jagd begann: Wer würde den achten Planeten entdecken?
Sir George Airy, Leiter der Königlichen Sternenwarte, der selbst eine fatale Rolle in der Planetenjagd spielte, führte über die Ereignisse Buch. Seine Notizen waren lange verschollen, bis sie 1999 in Chile wieder auftauchten. Tom Standage rekonstruiert aus diesen Aufzeichnungen u nd weiteren Originaldokumenten die spannende Erzählung von Helden und Verrückten, Amateurastronomen und akademischen Rivalen. Und die Geschichte geht weiter: Obwohl bis zur erneuten "Berechnung" eines Planeten 150 Jahre vergehen sollten, sind seit 1995 Dutzende nach Adams' Methode gefunden worden. Keiner von ihnen wurde je gesehen.