Da mich der Fall von Anfang an sehr interessiert hat, habe ich an meinem freien Tag gestern das Buch in einem Rutsch bis zum Ende gelesen.
Es stellt eine ordentlich geschriebene Zusammenfassung des Falls Kachelmann da.
Zwei Punkte Abzug gebe ich aber aus drei Gründen.
Erstens vermisse ich die angekündigten neuen Fakten. Wer regelmäßig online und in Zeitungen die Sache verfolgt hat, hat mindestens 98 Prozent von dem Dargestellten schon gewusst. Viel Neues und schon gar nichts beeindruckendes Neues bietet das Buch nicht.
Zweitens wird das Buch gegen Ende oberflächlicher, wahrscheinlich weil man so schnell wie möglich mit dem Buch auf den Markt wollte. Und drittens stören mich die teilweise persönlichen Wertungen des Autors, die in einer objektiven Darstellung eines Journalismusprofis nichts zu suchen haben.
Ich frage mich auch, mit wem der Autor die vielen Stunden Interviews geführt hat, mit Jörg Kachelmann und der Anzeigeerstatterin, oder mit Leuten im Gerichtscafé, wo er seine Stunden überbrücken musste, wo er wie alle anderen von den Zeugenaussagen ausgeschlossen war;)?
Fazit: Da mich der Fall wirklich brennend interessiert, habe ich den Kauf des Buchs als Nachschlagewerk für später fürs Regal nicht bereut, und es lässt sich flüssig lesen. Es bietet einen guten Überblick, aber leider nicht mehr. Bin auf das von Kachelmann selbst angekündigte Buch gespannt, auch wenn es natürlich eine einseitige Beschreibung aus seiner Sicht sein wird.