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Die Akazie. SZ-Bibliothek Band 22
 
 
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Die Akazie. SZ-Bibliothek Band 22 [Gebundene Ausgabe]

Claude Simon , Eva Moldenhauer
3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Gebundene Ausgabe, 14. August 2004 --  
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 315 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (14. August 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937793542
  • ISBN-13: 978-3937793542
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 335.643 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Claude Simon
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Der französische Nobelpreisträger Claude Simon, Jahrgang 1913, erzählt seine Lebens- und Familiengeschichte. "Simon legte noch nie ein Buch vor, das so nahe bei ihm selber schien . . . auch wenn 'L'Acacia' ganz offensichtlich kein autobiographisches Buch im gewöhnlichen Sinn ist: nur einzelne Szenen werden aus dem Dunkel gestanzt, einzelne Momente scharf beleuchtet und nach artistischen Gesetzen gestaltet, die den Stoff weit über das Dasein eines einzelnen Menschen hinausheben und das, was zum Teil 'das Leben schrieb' einer ganz anderen Realitätsebene zuordnen . . . Der Autor legt vor, was vielleicht sein schönstes, sein persönlichstes Werk geworden ist". (Neue Züricher Zeitung)

Über den Autor

Claude Simon wurde 1913 auf Madagaskar geboren. Er lebte in Paris und im südfranzösischen Roussillon. Zur Zeit des Spanischen Bürgerkriegs war er in Barcelona. Unmittelbar nach Kriegseinbruch (1940) eingezogen, geriet er in deutsche Kriegsgefangenschaft, konnte jedoch fliehen. Der Hauptvertreter des "Nouveau Roman" erhielt 1985 den Literatur-Nobelpreis. 2005 starb Claude Simon 91-jährig in Paris.Eva Moldenhauer, 1934 in Frankfurt/Main geboren, ist seit 1964 als Übersetzerin tätig. Sie übersetzte u.a. Claude Simon, Jorge Semprun, Agota Kristof, Jean Paul Sartre und Lévi-Strauss. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. 1982 mit dem "Helmut-M.-Braem-Preis" und 1991 mit dem "Celan-Preis". 2005 wurde sie für ihre Neu-Übersetzung von Claude Simons "Das Gras" für den "Preis der Leipziger Buchmesse" nominiert.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mag Wolfgang Neubacher TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
So Claude Simon über sein Werk. Und sehr stark autobiografisch geprägt ist auch "Die Akazie".
Claude Simon verarbeitet in diesem Werk einerseits das Schicksal seines Vaters, der 1914 nach wenigen Jahren Ehe - der Sohn war ein Jahr alt - an der Westfront fiel (nicht zuletzt auch wegen einer völlig falschen, veralteten militärischen Ausbildung); andererseits die eigene Kriegsvergangenheit im 2. Weltkrieg.
Geboten wird em Leser ein riesiges Panoptikum: z.B. die Familie des Vaters vor dem 1. Weltkrieg, die so ganz anders ist als die der Mutter; Aufstieg des Vaters durch das Militär und Kriegseinsätze im Fernen Osten; die Arroganz und Dünkelhaftigkeit des französischen Offizierskorps (im 1. wie im 2. Weltkrieg) - all das in einer faszinierenden Sprache (innerer Monolog!), die sich erst gegen Ende des Romans, als der Held seine Bestimmung gefunden hat, "normalisiert".
Wiederum: eine faszinierende Entdeckung - und wahrscheinlich eines der besten Antikriegsbücher!
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19 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von deathdealer92618 TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Hauptfigur ist hier ein namenloser französischer Soldat im Zweiten Weltkrieg. Er lässt seine Geschichte, so wie parallel dazu, die Geschichte seines Vaters der im Ersten Weltkrieg fiel, revuepassieren. Die Kindheit seines Vaters beginnend 1880, dessen aufstieg beim Militär, das Kennenlernen seiner Mutter und zum Schluss des Vaters Tod. In abwechselnder Reihenfolge wird jeweils ein Kapitel über den Vater und eins über ihn selber erzählt. Seine Erinnerungen an die Suche nach seinem Vater zusammen mit seiner Mutter 1919, seine Kriegserlebnisse und sein Leben nach der Flucht aus dt. Gefangenschaft.
Der Leser erhält also ein Panorama über das Leben vor und während des Ersten sowie des Zweiten Weltkriegs. Hier hat man einen kleinen Einblick in die Welt eines Menschen der sein Leben selbst in Frage stellt, der es als sinnlos ansieht (erst stirbt der Vater im Krieg, dann vielleicht er). Ein Buch das die Sinnlosigkeit von Gewalt aufzeigt.

Das wäre eigentlich 4 Sterne wert, nur jetzt kommt der Schreibstil. Der ist nämlich alles andere als leicht zu verfolgen. Endlos erscheinende, verschachtelte Sätze die sich teilweise über 3 (!) Seiten hinziehen. Massig eingeschobene Nebensätze, und als wenn das noch nicht reichen würde, kommt hier noch eine Klammer hinzu, dort dann noch eine Klammer in der Klammer...das ist anstregend und definitiv eher was für "fortgeschrittene" Leser. Ein hoher Grad an Konzentration ist hier gefordert, denn verliert man mal den Faden, muss man erst mal wieder den Anfang finden.
Deswegen ein Stern Abzug, weil ich finde das lesen, egal um was für ein Buch es sich handelt, Spass machen sollte. Und hier ist es teilweise nah an der Grenze zum "harten Durchackern".
Literaturnobelpreis hin oder her, man kann auch tiefgründige, grossartige Bücher so schreiben, das sie für eine breitere Leserschaft geeignet sind (Thomas Mann, Günter Grass uva)
Wünsche aber trotzdem jedem Spass mir "Die Akazie" ;-)

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Von Diethelm Thom VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Der Baum, der dem Roman den Titel gegeben hat, taucht erst in den letzten Zeilen des Romans auf: Der Kriegsheimkehrer, (der weitgehend mit dem Autor identisch ist), ist auf sein Erbteil (alte, historische Gebäude nebst Einrichtung, Weingut) nach Südfrankreich zurückgekehrt, er öffnet sich langsam wieder dem Leben, beginnt sich für die Politik, die Natur zu interessieren, beginnt zu malen (Simon war auch Maler). Vor ihm liegt ein Stück weißes Papier und er betrachtet die Akazie, die "plötzlich wie von einer eigenständigen Bewegung durchzuckt" wird (315), es ist wieder Frühling - der Heimkehrer, der mit einer kalten Wut aus einem sinnlosen Krieg zurückgekehrt ist, wird jetzt beginnen, entweder die Akazie zu malen, was seinen Genesungsprozess anzeigen würde, oder das Buch zu schreiben, das wir vorliegen haben.
Denn offensichtlich dient dieses Anti-Kriegsbuch der Bewältigung seiner Lebenstraumen, die auch die Traumen seiner Generation sind: den Verlust des Vaters im 1. Weltkrieg, als er ein kleiner Junge war, und die demütigenden, depriminierenden Erlebnisse als Kavalleriesoldat im 2.Weltkrieg - acht Monate, "in denen er auf einem Pferd spazierengeritten war, zuerst in Regen und Schnee, dann acht Tage unter Bomben, vermehrt um fünf Monate, in denen er im sandigen Boden Sachsens eine Sickergrube ausgehoben" hatte (311). Was sich hier so lapidar liest, wird nebst anderen Erinnerungen in immer neuen Anläufen heraufbeschworen: Fast immer abwechselnd befassen sich diese die Vergangenheit beschwörenden Erinnerungen mit der Zeit um den 1. und 2.Weltkrieg: um die Vorgeschichten der Familien des Vaters und der Mutter, deren Ehe, den unbegreiflichen Tod des Vaters im 1.Weltkrieg, dann Claude Simons Fahrten durch Europa vor dem 2.Weltkrieg als Maler-Student, seine Einziehung zum Kriegsdienst, Kriegserlebnisse, Gefangenschaft in Sachsen, Flucht und Heimkehr, nach der er sich allmählich wieder vom Tier, das nur überleben will und angesichts des barbarischen Grauens um sich herum völlig abgestumpft ist, zum Menschen wandelt.
Die ewiglangen Sätze Simons mag man beklagen, aber man tut besser daran, sich dem beschwörenden Duktus der Sprache zu überlassen, der einerseits das Chaotische der Verhältnisse und Erlebnisse widerspiegelt, andererseits zum Ausdruck bringt, wie der Autor seine Vergangenheit, sein Leben gewissermaßen neu erschafft, in hochkonzentrierter und komprimierter Weise sich des ganzen Universums vergewissert, das seine Vergangenheit und sein Leben ausmacht. Simon, der wie gesagt auch Maler war, denkt in Bildern. Unaufhörlich, zwanghaft beschreibt er das Gehörte, das Mitgeteilte, das Erinnerte in unendlichen, sinnlichen Details und Bildern, aber dies ist nicht Selbstzweck, sondern Sinnbild oder ständiges Gleichnis. Nur ein (verkürztes) Beispiel: Als sich einmal die gesamte Kavallerie in Bewegung setzt, vergleicht er das "gewaltige Getrappel, oder Knattern, oder Prasseln" der Pferdehufe mit dem "wirren Rauschen von Myriaden Insekten", die sich schließlich auf den schwarzen "Leichnam der Geschichte" pressen. "Dann dachte er, dass es eher umgekehrt wäre, dass die Geschichte im Begriff war, sie zu fressen.." (200). Auf dem Einband erscheint ein Zitat des Autors: "Alles ist autobiografisch, selbst das Erfundene." Und er macht kein Hehl daraus, dass er vieles erfindet, indem er verschiedene Möglichkeiten erwägt, wie das Geschehen abgelaufen sein könnte, oder sich korrigiert, aber immer spüren wir die Stimme des Dichters - der Ausdruck ist bei ihm wirklich angebracht - der sich seine Welt zueigen macht. Ansonsten beschreibt Simon das Geschehen und die Protagonisten von außen, zwar immer aus der Perspektive der jeweils beteiligten Personen, aber diese sind nur Objekte der Geschichte bzw. Opfer im unmenschlichen, sinnlosen Geschiebe der Kriegsereignisse - nur der Roman selbst kann als Manifestation der schöpferischen Freiheit des Individuums angesehen werden. - Ein Buch, das das Grauen des Krieges heraufbeschwört, aber auch ein eindringliches, intensives Bild von der Elterngeneration vor dem 1.Weltkrieg entwirft und am Schluss der Hoffnung Raum gibt.
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