Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Alles ist autobiografisch, selbst das Erfundene..", 5. September 2004
So Claude Simon über sein Werk. Und sehr stark autobiografisch geprägt ist auch "Die Akazie". Claude Simon verarbeitet in diesem Werk einerseits das Schicksal seines Vaters, der 1914 nach wenigen Jahren Ehe - der Sohn war ein Jahr alt - an der Westfront fiel (nicht zuletzt auch wegen einer völlig falschen, veralteten militärischen Ausbildung); andererseits die eigene Kriegsvergangenheit im 2. Weltkrieg. Geboten wird em Leser ein riesiges Panoptikum: z.B. die Familie des Vaters vor dem 1. Weltkrieg, die so ganz anders ist als die der Mutter; Aufstieg des Vaters durch das Militär und Kriegseinsätze im Fernen Osten; die Arroganz und Dünkelhaftigkeit des französischen Offizierskorps (im 1. wie im 2. Weltkrieg) - all das in einer faszinierenden Sprache (innerer Monolog!), die sich erst gegen Ende des Romans, als der Held seine Bestimmung gefunden hat, "normalisiert". Wiederum: eine faszinierende Entdeckung - und wahrscheinlich eines der besten Antikriegsbücher!
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23 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Gute Geschichte. verwirrender Schreibstil, 10. Januar 2005
Hauptfigur ist hier ein namenloser französischer Soldat im Zweiten Weltkrieg. Er lässt seine Geschichte, so wie parallel dazu, die Geschichte seines Vaters der im Ersten Weltkrieg fiel, revuepassieren. Die Kindheit seines Vaters beginnend 1880, dessen aufstieg beim Militär, das Kennenlernen seiner Mutter und zum Schluss des Vaters Tod. In abwechselnder Reihenfolge wird jeweils ein Kapitel über den Vater und eins über ihn selber erzählt. Seine Erinnerungen an die Suche nach seinem Vater zusammen mit seiner Mutter 1919, seine Kriegserlebnisse und sein Leben nach der Flucht aus dt. Gefangenschaft. Der Leser erhält also ein Panorama über das Leben vor und während des Ersten sowie des Zweiten Weltkriegs. Hier hat man einen kleinen Einblick in die Welt eines Menschen der sein Leben selbst in Frage stellt, der es als sinnlos ansieht (erst stirbt der Vater im Krieg, dann vielleicht er). Ein Buch das die Sinnlosigkeit von Gewalt aufzeigt.Das wäre eigentlich 4 Sterne wert, nur jetzt kommt der Schreibstil. Der ist nämlich alles andere als leicht zu verfolgen. Endlos erscheinende, verschachtelte Sätze die sich teilweise über 3 (!) Seiten hinziehen. Massig eingeschobene Nebensätze, und als wenn das noch nicht reichen würde, kommt hier noch eine Klammer hinzu, dort dann noch eine Klammer in der Klammer...das ist anstregend und definitiv eher was für "fortgeschrittene" Leser. Ein hoher Grad an Konzentration ist hier gefordert, denn verliert man mal den Faden, muss man erst mal wieder den Anfang finden. Deswegen ein Stern Abzug, weil ich finde das lesen, egal um was für ein Buch es sich handelt, Spass machen sollte. Und hier ist es teilweise nah an der Grenze zum "harten Durchackern". Literaturnobelpreis hin oder her, man kann auch tiefgründige, grossartige Bücher so schreiben, das sie für eine breitere Leserschaft geeignet sind (Thomas Mann, Günter Grass uva) Wünsche aber trotzdem jedem Spass mir "Die Akazie" ;-)
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Enttäuschend, 24. Oktober 2007
Nachdem ich 1/3 der Bibliothek der Süddeutschen Zeitung durchhatte, kam ich schließlich an den Band Nr. 22, den Roman Die Akazie" von Claude Simon. Vorab gesagt, teilt diese bibliophile Buchreihe das Schicksal vieler ähnlicher Ausgaben, sie entspricht vor allem dem Geschmack des Auswählenden.
So findet man auch hier, neben literarischen Entdeckungen Texte, die besser unveröffentlicht geblieben wären. Der Roman von Claude Simon gehört leider zu letzteren und man fragt sich unwillkürlich, wofür dieser Autor letztlich den Literaturnobelpreis bekommen hat ! Es gelingt ihm doch tatsächlich, auf sage und schreibe 315 ermüdenden Seiten eine im Grunde interessante Geschichte schlichtweg totzuschreiben ! Dabei ist der Plot, nämlich das ähnliche Schicksal von Vater und Sohn im I. und II. Weltkrieg, eigentlich äußerst dankbar und auch für unsere Generation noch ein fesselndes Thema. Wenn aber ganze Sätze z.T. über drei Seiten gehen, dabei noch unterbrochen von Neben, Nebenneben-Sätzen, einer wahren Klammermanie etc. dann verliert man sich schnell im Dickicht einer unkontrollierbaren Sprache und legt das Buch schließlich nur noch verärgert zur Seite. Daß eine komplizierte Sprache dennoch nicht zu Langeweile führen muß, haben Autoren wie Leo Tolstoi (der den Nobelpreis leider nie bekommen hat), Thoman Mann und Günther Grass hinreichend bewiesen.
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