Verschwörungstheorien sind mir meist zu abgehoben, aber das Szenario, das Christan v. Ditfurth im 6. Stachelmann-Krimi entwirft, erscheint beängstigend realistisch. Es geht um eine piekfeine Akademie, die sich der Elitebildung verpflichtet fühlt, um Verfassungsschützer, die sich keineswegs der Verfassung verpflichtet fühlen, um Regierungsstellen, die lediglich an der Rettung ihrer eigenen Haut interessiert sind - und um sehr viel Geld aus dunklen Quellen.
Als Stachelmann ein toter Historiker vor die Füße fällt, sieht er sich gezwungen, einem möglichen Komplott nachzugehen. Unterstützt von seinem Sidekick Georgie, der deutlich an Farbe gewinnt, mach er sich an die Aufklärung eines Falles, der mit Leichen gepflastert ist (fünf, wenn ich richtig mitgezählt habe). Kompliziert wird Stachelmanns Position dadurch, dass er gerade zwischen zwei Frauen steht und sich nicht so recht zu entscheiden weiß (wobei seine Ex-Freundin Anne ein sehr hübsches Psychogramm des stets an sich selbst zweifelnden Rechercheurs liefert). Überhaupt sind in den Roman Privatleben und (kriminelle) Aktivitäten der handelnden Person geschickt miteinander verwoben - und letztlich ist es auch ein privater Racheakt, der Stachelmann aus der Patsche hilft.
An einer Stelle im Roman klingt an, dass Stachelmann doch wieder in die Wissenschaft zurückgehen könnte - ich freue mich jedenfalls schon auf Stachelmann 7, dann vielleicht wieder an der Uni.