Der neue Henkel liest sich wie ein Krimi. Ich habe ihn mir gleich nach der positiven Besprechung in Focus" gekauft und konnte dann nicht mehr aufhören zu lesen. Wie Henkel die Ursachen der globalen Wirtschaftskrise beschreibt, ist an Spannung kaum zu übertreffen. Wie ein Detektiv verfolgt er die Spuren dieses riesenhaften Betrugs. Er deckt auf, dass nicht die Geldgier" der Kapitalisten am Anfang stand, sondern der Wunsch der amerikanischen Präsidenten, etwas für die Soziale Gerechtigkeit" (und ihr Wahlergebnis) zu tun. Das brachte die Finanzordnung durcheinander, öffnete die Türe für raffinierte Spekulanten und heizte die Märkte an. Die Frage war nur noch, wann die Billionen-Blase platzen würde. Henkel beschreibt diesen Vorgang dramatisch, der die Weltwirtschaft fast zum Einsturz brachte, und geht von da direkt zu seiner persönlichen Story über. Als Aufsichtsratsmitglied betroffener Banken (IKB) und Unternehmen (Conti) hat er alles hautnah" miterlebt. Im Rückblick kann er genau nachweisen, welche individuellen Fehler zur Katastrophe beigetragen haben. Für mich bildet dieser Insiderbericht den eigentlichen Höhepunkt des Buches. So etwas hat man noch nirgends lesen können. Da Henkel sich nicht scheut, Namen zu nennen, wird das Buch zu einer Abrechnung mit den Schuldigen hierzulande. Schonungslos prangert er das Fehlverhalten von Managern an, die Fahrlässigkeit der (vor allem staatlichen) Banker und die Verantwortungslosigkeit der (vor allem sozialdemokratischen) Politiker, die unserer Volkswirtschaft Milliardenverluste einbrachten. Wie gesagt, ich habe das Buch in einem Zug gelesen, und mir blieb oft genug die Spucke weg". Ich bin sicher, es geht jedem so, der es liest. Für mich der Wirtschaftskrimi des Jahres".