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Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk. Bd. 2
 
 
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Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk. Bd. 2 [Sondereinband]

Jaroslav Ha?ek , Grete Reiner
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Produktinformation

  • Sondereinband: 336 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 35 (1. Dezember 1960)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499104113
  • ISBN-13: 978-3499104114
  • Größe und/oder Gewicht: 18,9 x 11,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Jaroslav Ha?ek
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Produktbeschreibungen

Audiobook-Rezensionen

Das wohl berühmteste Buch der tschechischen Literatur ist untrennbar mit dem Lachen verbunden: Man lacht über die Naivität des Protagonisten, über seine Einfältigkeit und seine absurde Sprachkomik. Aber so blöde ist der Schwejk nicht, auch wenn es ihm amtsärztlich attestiert wurde. Der Schwejk hat vielmehr etwas Anarchistisches, Subversives an sich. Er hat Witz und Phantasie – und er ist es, der die Komik des ganzen kriegsgeilen Geschehens demaskiert. Dem „kleinen Mann“ gelingt es, sich in der Maske des Narren, des Dummkopfs durchzumogeln und als Bursche des Oberleutnant Lukáš den Ersten Weltkrieg zu überleben. Gleichzeitig werden durch seine Strategien k.u.k. Patriotismus und Militärfetischismus der Lächerlichkeit preisgegeben. Durch diese geniale Mischung entstand eine Satire auf den Militarismus, die heute aktueller denn je ist.

In der Lesung von Franz Kutschera aus dem Jahr 1958 wird der erste Teil des Romans bis zu dem Zeitpunkt, als Schwejk und Oberleutnant Lukáš in den Weltkrieg ziehen, dargestellt. Wie der bekannte Bühnen- und Filmschauspieler (1909 bis 1991) die vermeintliche Einfältigkeit des Josef Schwejk spricht ist beiendruckend. Z.B. die Szene, in der Schwejk über seine Zeit im Irrenhaus berichtet. Es war die schönste Zeit in seinem Leben. Man konnte dort machen, was man wollte, niemals hieß es, das gehört sich nicht. Das Irrenhaus verherrlichen? Im ersten Moment klingt das etwas seltsam. Aber Schwejk ist ganz pragmatisch: Besser dort als wegen Hochverrats verurteilt zu werden. Franz Kutschera gelang es bravourös, die stets lächelnde, immer sich gehorsam meldende Figur mit seiner Sprachkomik und seinem Idiom mit der Betonung auf der ersten Silbe zu interpretieren. Andererseits liegen ihm auch die Parts des österreichischen Oberschicht. Den versoffenen Feldkuraten Otto Katz oder den Oberleutnant Lukáš, den viele Frauen besuchen und dessen Devise „Seien wir Tschechen, aber es muss niemand wissen“, macht Kutschera unnachahmlich lebendig. Und mit dem Oberst Kraus, dem ehemaligen Besitzer des Stallpinschers, dessen Ahnen ihren Besitz bei Salzburg bereits im 18. Jahrhundert verfressen haben, macht er die österreichischen Militärs vollends lächerlich. Der Herr, der an einer Erklärungsmanie litt – „Ein Buch, meine Herren, sind mehrere geschnittene Buchseiten von einem Format ...“ ist in Kutscheras Interpretation der avancierte Repräsentant von Idiotie und Borniertheit.

„Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ ist der bekannteste Roman von Jaroslav Hašek. Der Ur-Schwejk erschien bereits 1917, in tschechischer Sprache. Der Prager Schriftsteller schrieb in seiner Sprache, während die k.u.k-Monarchie seine Nation kulturell und politisch unterdrückte. Internationale Anerkennung fand der Roman erst durch die deutsche Übersetzung von 1926/27. Danach war sein Siegeszug nicht mehr zu stoppen. Der Stoff wurde unzählige Male verfilmt und auf die Bühne gebracht. Jaroslav Hašek wurde 1883 geboren und starb 1923. Er hatte viele Gesichter, er war Bohemien, Anarchist, Landstreicher, Hundehändler und humoristischer Schriftsteller. Er schrieb seit 1901 zweitausend satirische Kurzgeschichten, von denen er viele beim Biertrinken diktierte.

Lesung, Spieldauer: ca. 95 Minuten, 2 CD. Mit Booklet. -- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk
OT Osudy dobrého vojáka SŠvejka za sveŠtové válkyOA 1921–23 DE 1926 / 27 Form Roman Epoche Moderne
Jaroslav HasŠeks unvollendet gebliebener satirischer Roman um die Erlebnisse des Prager Hundehändlers Josef Schwejk im Ersten Weltkrieg gehört zu den unvergänglichen und zugleich amüsantesten Werken der Weltliteratur. Mit seinem Schwejk hat HasŠek die Literatur um einen liebenswerten Schelm bereichert.
Entstehung: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk erschienen zunächst als Fortsetzungsroman in einer broschierten Heftausgabe. Das erste Heft kam im März 1921 heraus, in einem eigens für dieses Projekt gegründeten Verlag. Der Autor widmete seine beiden letzten Lebensjahre ganz der Arbeit an diesem Werk, dessen Kapitel er einem Schreiber unter enormer Hast diktierte. Fünf Schwejk-Geschichten aus dem Jahr 1912 wurden später gemeinsam mit anderen Texten von HasŠek als »Urschwejk« separat veröffentlicht.
Inhalt: Josef Schwejk, Hundehändler und Stammbaumfälscher, kommentiert in einem Prager Wirtshaus das Attentat auf den österreichischen Thronfolger; er dokumentiert durch diesen Kommentar seine vollständige Unkenntnis der politischen Verhältnisse und wird dennoch wegen Hochverrats verhaftet. Justiz und Psychiatrie beschäftigen sich mit Schwejk, der um beste Zusammenarbeit mit den Behörden bemüht ist und schließlich gesteht, den Erzherzog Ferdinand erschlagen zu haben. Er kommt ins Irrenhaus, aus dem er aber hinausgeworfen wird, weil er zu dumm ist. Auf Schwejks Dienste meint das Kriegsministerium jedoch nicht verzichten zu können und so lässt sich der Rheuma-Geplagte, der einst den Militärdienst quittierte und dem schwarz auf weiß bestätigt wurde, ein »behördlicher Idiot« zu sein, von seiner Wirtschafterin im Rollstuhl zur Meldestelle fahren. Ob dieser beispiellosen Geste patriotischer Gesinnung wird er von Passanten und Zeitungen als Held gefeiert. Es beginnt eine Odyssee durch die Einheiten der k. u. k. Armee und die Narreteien des Kriegs, die Schwejk zunächst als Bursche zu einem trunksüchtigen Feldkuraten führt, der ihn aber beim Kartenspiel an den Oberleutnant Lukasch verliert. Auf dem Weg zur Front widerfährt ihm ein Missgeschick ums andere, doch er lässt sich die gute Laune nicht verderben, hat zu allem und für jeden ein Histörchen zur Hand und zerredet jede ausweglose Situation. Schwejk ist so autoritätsgläubig, dass er jede Autorität untergräbt, so loyal, dass Loyalität sinnlos wird, so ergeben, dass er für keinen Herrn zu ertragen ist. Der Kleinbürger wird durch unbedingten Gehorsam zum Anarchisten und gibt – ungewollt – eine praktische Anleitung zur Wehrkraftzersetzung. Sein Humor und seine einzigartige Lebensphilosophie lassen Schwejk auch die russische Kriegsgefangenschaft und die Gefahren der Russischen Revolution unversehrt überstehen, so dass der Leser ihn zum Schluss im festlich geschmückten Prag einziehen sieht.
Wirkung: Bereits die ersten beiden Kapitel des Romans in Heftform wurden ein durchschlagender Erfolg. Das Lesepublikum liebte die Geschichte des kleinen Mannes, der die Staatsmacht durch die buchstabengetreue Befolgung der Gesetze ad absurdum führte. Die tschechische Kritik hingegen lehnte das unkonventionelle Werk, das ästhetische und ideologische Prinzipien sprengte, lange Zeit ab. Tschechischen Intellektuellen war es peinlich, dass ihre Literatur im Ausland durch einen »unliterarischen« Roman repräsentiert wurde. Erst als der Schwejk vor allem dank der deutschen Übersetzung international anerkannt wurde, fand er auch in seiner Heimat offiziell Aufnahme. R. F. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen etwas kostspielig aber jeden schilling wert., 27. April 2005
Von Ein Kunde
Jaroslav Haseks roman als geniale qualtinger interpretation gelesen zu bekommen ist ... ja ein genuss. nicht nur das qualtinger die verschiedenen dialekte (böhmisch, alt-wienerisch usw.) meisterhaft zu imitieren versteht - darin ist er ja bekanntlich ein meister - nein, hier ist er zudem noch bestens gelaunt und man merkt wie sehr es qualtinger selbst spaß macht den genial statirisch komischen text des schwejks zu lesen.
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "Also sie ham uns den Ferdinand erschlagen", 5. Januar 2008
Jaja, der Schwejk... So oft passiert das ja nicht, dass eine literarische Figur zum Inbegriff eines bestimmten Menschentyps wird, zu Typen wie z.B. Don Quichotte, Odysseus, Faust, Hamlet, die auch außerhalb der Literatur zum Begriff wurden. Und an den Beispielen sieht man's schon, in welch illustre Gesellschaft der brave Josef Schwejk mit vollem Recht eindringt. Dabei ist er eine alles andere als vorbildliche Gestalt, ein Schlemil reinsten Wassers: Gelegenheits-Zuhälter und hauptberuflicher Hundefänger, versiert in der Kunst, Straßenkötern einträgliche, verkaufstaugliche Stammbäume hinzufrisieren.

Schwejk ist aber noch mehr als das, und das erst macht ihn einzigartig: Seine nicht gerade altruistische Klugheit verbirgt sich hinter der Maske des amtlich beglaubigten Trottels, der sich gleich im ersten Kapitel in all seiner nur scheinbar dummen Beredsamkeit präsentiert und der den k.u.k.-Spitzel Bretschneider schwindlig redet, der sich anlässlich der Ermordung des Thronfolgers in den Prager Kaschemmen der Kleinbürger umschaut: Was Schwejk denn vom Franz Ferdinand halte? -- Nun, dessen Tod in Sarajewo erinnere ihn an mehrere Ereignisse um Viehhändler und Waldhüter, nicht schad sei's um die gewesen... und freilich lasse der Ferdinand sich nicht "durch jeden beliebigen Trottel ersetzen"...

Und jetzt schwadroniert Schwejk dem regierungsamtlichen Spitzel beide Ohren ab und andersrum wieder dran. Zwar hilft ihm diese rhetorische Meisterleistung zunächst nichts; er wird des Hochverrats angeklagt und landet nach einigen satirischen Breitseiten auf jedwede Staatsgewalt schließlich im Irrenhaus, das sich wegen Schwejks allzu großer Dummheit für unzuständig erklärt. Aber jetzt geht's erst richtig los: Der "amtlich für einen notorischen Idioten" erklärte lässt sich, "Hurra!" rufend, im Rollstuhl zur Musterung fahren -- ein amtlicher Idiot kann sich das schließlich erlauben...

Und so geht's weiter; Schwejk führt die Dummdreistigkeit nicht nur des k.u.k.-Militärapparats vor, zunächst als Messdiener des selten nüchternen Feldkuraten Katz, dann unter der Kuratel des Oberleutnanten Lukasch, der ihn bezeichnenderweise beim Karteln gewonnen hat... Keiner scheint autoritätsgläubiger als der brave Soldat Schwejk, und eben diese scheinbare Autoritätsgläubigkeit offenbart die Beschränktheit, Dummheit und Menschenverachtung des Militärs und des Kriegs überhaupt vor aller Augen, denn Schwejk verbietet sich als braver Soldat jedes Denken und befolgt jeden Befehl wörtlich, unter unermüdlicher lautstarker Proklamierung patriotischen Unfugs.

Meisterhaft illustriert hat all das der große Josef Lada, dessen Umschlag-Gestaltung bis heute die Vorstellung vom Schwejk prägt.

Antikriegs-Literatur zum Scheckiglachen... Erst Jahrzehnte später schafften Chaplin und Lubitsch im Film vergleichbares, und schon wieder findet man also den Autor Jaroslav Ha¨ek in allerbester Gesellschaft.

Dass "der Schwejk" auch hierzulande (und auch andernorts) ein Begriff ist, liegt an Grete Reiners kongenialer deutscher Übersetzung aus den 1920er Jahren -- möglicherweise ermöglichte sogar erst die Übersetzung in eine weiter verbreitete Sprache den weltweiten Ruhm von Ha¨eks Meisterwerk. Aber egal -- Übersetzungen bzw. Übersetzer dieses Kalibers fände man gern öfter...

Übrigens: Hierzulande kennt und lobt man ja fast ausschließlich die Verfilmung mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle, auch wenn m.E. Heinz Rühmann den Schwejk allzu liebenswürdig und ein wenig zu harmlos, nicht gemein genug darstellt... Wer eine so richtig gemeine, werktreue (und natürlich auch saukomische) Literaturverfilmung kennenlernen will, dem empfehle ich die ungleich gelungeneren tschechischen Verfilmungen "Der brave Soldat Schwejk in Prag" und "Melde gehorsamst - Der brave Soldat Schwejk" mit Rudolf Hrusínský sen. in der Titelrolle. Und wie man an den deutschen Verleih- bzw. DVD-Titeln erkennt, wurden die Originale synchronisiert. Tschechisch-Kenntnisse sind also nicht vonnöten, sondern nur eine ordentliche Portion Humor.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Einfach großartig!, 14. Januar 2008
Von 
Leopold Berger "Klassiker" (Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Helmut Qualtinger, dem großen Genie der Sprache, zuzuhören wie er aus dem satirischen Roman von Jaroslav Hasek vorliest, ist ein herrlicher Genuss. Das Buch ist ja um ein Vielfaches tiefgründiger und hintersinniger als die "netten" Verfilmungen mit Heinz Rühmann und Peter Alexander einem nahelegen. Es ist ein Bilderbogen des alten Österreich unmittelbar vor Ausbruch des ersten Weltkrieges - und das aus der brillanten Sicht des "amtlich beglaubigten Idioten" Schwejk Josef, der meistens ohne viele Umwege der Wahrheit ins Herz sieht und Dinge sagt, die andere sich nicht mal zu denken trauen. Auch mehr als 70 Jahre nach seinem Erscheinen ist dieses Werk ein Hochgenuss der mitteleuropäischen Literatur - und gelesen vom "Quasi" einfach großartig!
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