Frans Bengtsson versteht es meisterlich seinem herausragenden Wissen um die Wikinger Leben einzuhauchen! Vom Denken, Fühlen und Handeln der Menschen erfahren wir auf beeindruckend humorvolle und sachkundige Art und Weise. Ob es darum geht, wie seinerzeit mit den "Geschorenen" (den christlichen Missionaren) verfahren wurde, wie man die Schätze aus den allfälligen Plünderungen untereinander verteilte, wie diese Heerfahrten organisiert waren und welchen Göttern dafür geopfert wurde, wie das Leben auf einem Bauernhof oder als Soldat in der Leibgarde des Großen Almanzur ablief (und warum es seinerzeit dort in Andalusien auch als Wikinger besser war zu Allah zu beten!), wie um Frauen gefreit wurde oder auch wie das Thing-Fest alle drei Jahre von Statten ging. Mit schlafwandlerischer Sicherheit führt Bengtsson Leserin und Leser mit grosser erzählerischer Verve durch ein Leseabenteuer der ganz besonderen Art! Ganz nebenbei erfährt Mann auch vom Aufkeimen des Feminismus (gänzend dargestellt in der Gestalt der Königstochter Ylva) , oder bekommt eine Lektion in Verhandlungsdialektik, wenn nämlich "Röde Orm" (die Rote Schlange) nach seinem Plädoyer vor dem geschlagenen englischen König die Belohnung, die ihm sein recht berühmter Anführer bietet, ausschlägt: "Es würde deinem und meinem Ansehen schaden, wenn ich so wenig annehmen würde!". Dieser, nicht beleidigt (!), fragt und denkt über Orms Worte nach, um ihm am nächsten Tag frohen Herzens die dreifache Summe zu schenken! "Es ist nicht so leicht, selbst zu wissen, wie berühmt man ist!" Ein Buch, das ich schließlich völlig zufrieden aus der Hand legen konnte - keine Seite zu viel und keine zu wenig.