Diese Adaption des großen Klassikers ist nicht nur für Kinder hörenswert - auch Erwachsene werden diesem dreistündigen Hörspiel mit großem Gewinn lauschen. Zum einen weiß Koinegg die Geschichte spritzig und ohne Längen zu schildern, zum anderen stellt er Odysseus zwei Weggefährten zur Seite, welche bei Homer nicht vorkommen: den stark sächselnden, verwachsenen Zwerg Thersites, der auch gerne mal durch Unzuverlässigkeit oder salonbolschewistische Sprüche auffällt und Mumpo, der bei einer früheren Begegnung mit Circe bereits in ein Schwein verwandelt wurde und sich nun in dieser Tiergestalt sozusagen durch die Abenteuer "grunzt" (wobei er natürlich auch ganz normal sprechen kann). Die hervorragenden Sprecher und eine stimmige Regie tun ein übrigens zu einem lohnenswertes Hörerlebnis. Koinegg beginnt sein Hörspiel mit der Sage vom Trojanischen Pferd (an sich ja der Ilias zugehörig) und folgt Odysseus dann durch (so gut wie) alle Irrfahrten und Abenteuer bis hin zur Tötung von Penelopes Freiern. Griechische Mythologie wird durch das Auftauchen von Athene und der Schilderung des Besuchs im Totenreich ebenso angeschnitten und gut präsentiert. Insofern kann man dem Text auf der Casettenschachtel nur zustimmen: "Ein Ohrenschmaus, nicht nur für kleine Leute."