Ich kann die schlechte Kritik hier nicht so ganz verstehen. Der Film ist irgendwie erfrischend anders. Anders als viele Filme versucht er nicht notfalls mit Gewalt Spannung zu erzeugen. Die Dialoge sind einfach süß und wirken niemals künstlich. Kein unnötiger Kitsch, keine aufgedrückte Romantik. Und Tiefgang hat der Film sehr wohl aufzuweisen. Da sind zwei Brüder, die erst ihren Weg finden müssen. Der eine von beiden ist blind vor Hass und Neid und schafft es dadurch nicht, sich von seinem inneren Wurm, der Abbott heißt, zu lösen. Er wird sich immer ärgern, dass nicht seiner Familie das Geld gehört, und so entgeht ihm das Schöne an seinem Leben. Das hat mich wirklich traurig gemacht, vorallem deswegen, weil es einem nicht so aufgedrückt wird. Der andere von beiden ist eher naiv und will die ganze Zeit seinem Bruder nacheifern, bis er erkennt, dass es sich hierbei um den falschen Weg handelt. Der Witz des Films ist auch am Ende der, dass genau der andere Bruder einen Weg zu den Abbotts findet, obwohl er gar nicht danach gesucht hat.
Schauspielerisch möchte ich die Leistung von Joaquin Phoenix und Liv Tyler hervorheben. Sie geben ihren Charaktern erst Charakter und lassen sie so echt wirken. Keine Klische-Rollen (Sie die Zicke, er der Macho, ...).
Wer den ganzen Film über Spannung erwartet sollte sich vielleicht einen Actionfilm anschauen, für alle anderen lädt der Film zu schönen Momenten und kleinen feinfühligen Nebensächlichkeiten ein, die eben auch das ware Leben so schön machen. Wirklich empfehlenswert.