Aus Defiziterfahrungen mit der Idee des „Assessment Centers" übernahm der Autor den Auftrag, ein konkret durchführbares und von ihm selbst zu moderierendes AC aufzubauen. Denn in der einschlägigen Fachliteratur vermißte derselbe immer wieder das Konkrete und Werkzeughafte, dessen der Autor neben dem Theoretischen und Grundsätzlichen bedurfte. Er entdeckte auch, daß andere Autoren sich an der Offenlegung von konkreten Ereignissen und methodischen Mikro-Elementen „die Finger nicht verbrennen" wollten, sondern die AC-Sache „doch lieber aus neutraler (pseudo-)wissenschaftlicher Distanz beleuchteten". Mangelnde Verbindlichkeit und Anschaulichkeit wurde von den Autoren mit vielen gravitätischen Sorgfaltsappellen, mit repetitiv-moralisierenden Beteuerungen, daß der Mensch selbstverständlich im Mittelpunkt stehe und mit der verdeckten Aufforderung zu einer geradezu mystischen Ehrfurcht vor dem Assessment Center überdeckt. Der Autor wollte deshalb zur Klärung der konkreten Ereignisse in einem AC direkt beitragen. Er räumt mit der Vorstellung auf, daß es sich bei der Durchführung von AC um etwas handle, „das nur die Allercleversten und die sozialwissenschaftlich Gebildeten bewältigen könnten". Deshalb verfolgt A. Gloor die Absicht, mich gewissermaßen „ins Kino zu setzen - an einen Ort, wo die Ereignisse mit Bild, Ton, Farbe und Bewegung sehr anschaulich vorgeführt werden". Dieser Leitidee kommt der Autor sehr, sehr nahe. Ich las das Buch wie empfohlen so an und durch, daß ich mich im Inhaltsverzeichnis informierte, die Trailer, mit denen jedes Hauptkapitel eröffnet wird, besonders intensiv er-las und die Zwischentitel im Text, die in Kursivschrift gesetzt und mit einer Anfangsmarke gekennzeichnet sind, stets mit im Auge behielt. Auch seine Aussagen über das Wertequadrat als gedankliches Arbeitsinstrument empfahl er mir intensiv zu studieren, damit ich - und ich denke auch Sie - an verschiedenen Stellen in diesem Buch die Kenntnis dieses Modells weiter ableiten kann. Die von mir mit diesem Buch angesetzten Assessment Center verhalfen vielen Teilnehmern wie Therapeuten-, Lehramts- und Management-Kandidaten zu zahlreichen Erfahrungen mit Übungen, die in diesem Buch vorgestellt werden und die zugleich die Potentiale der Mitmachenden sichtbar machten. Überzeugend stellt der Autor vor, auf welchen Grundlagen ein Assessment Center aufgebaut sein muß und welche Auswirkungen dessen Anwendung in Unternehmen mit sich bringen. Mir lieferte A. Gloor Entscheidungsgrundlagen zur Frage, ob und unter welchen Bedingungen die Einführung eines ACs für Unternehmen und für die Ausbildung von Sozialen Helfern lohnt.
Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis: 1. Das Assessment Center in der Auslegeordnung 2. Der Mist auf dem das SRT-AC gewachsen ist 3. Abwicklung eines Assessment Centers 4. Das Herzstück und die Beobachtungsbogen 5. Die Übungen 6. Das Bilanzgespräch 7. Ausbildung der Assessoren
Für die erew-BIBLIO-KOM: Dr. Karl-J. Kluge