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Die 68er in Berlin
 
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Die 68er in Berlin [Gebundene Ausgabe]

Christopher Görlich


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Kurzbeschreibung

"Am 2. Juni 1967 wurde der Student Benno Ohnesorg im Hofe des Hauses Krumme Str. 66 während einer Demonstration gegen den tyrannischen Schah von einem Polizisten erschossen. Sein Tod war ein Signal für die beginnende studentische und außerparlamentarische Bewegung, die ihren Protest gegen Ausbeutung und Unterdrückung besonders in den Ländern der Dritten Welt mit dem Kampf um radikale Demokratisierung im eigenen Land verband.“ Inschrift auf dem Sockel der Plastik von Hrdlicka „Der Tod eines Demonstranten“ vor der Deutschen Oper Berlin

Vorliegender Band führt zurück an die Schauplätze jener Zeit, in der die so bewegten Studenten die Stadt ein ums andere Mal „durcheinander“ brachten. Die heute so benannte 68er Bewegung war damals die erste Generation, die nach dem Krieg in der Bundesrepublik aufwuchs. Geprägt durch das „Wirtschaftswunder“, konfrontiert mit den sehr engen Moralvorstellungen jener Zeit, erschüttert durch die SPIEGEL-Affäre, entwickelte sich in den 60er Jahren vorwiegend unter den Studenten latent ein Protestpotential, welches nur irgendeines Anlasses bedurfte.

Die Protagonisten auf beiden Seiten sind schnell benannt, hier Rudi Dutschke dort Axel Cäsar Springer. Dann waren da noch die Jubelperser und Benno Ohnesorg. Einer hetzte und die anderen demonstrierten. So gab es die berüchtigten Pro-Amerika-Demonstrationen einerseits und die gegen den Vietnamkrieg andererseits. Es schrieb der Tagesspiegel am 6. Februar 1966 „Viele Berliner lachten vom Straßenrand her die Demonstranten aus oder tippten sich bezeichnend an die Stirn“. Und der Regierende Bürgermeister entschuldigte sich beim amerikanischen Stadtkommandanten John F. Franklin. Der Regierende war damals Willy Brandt.

Der junge Autor Christopher Görlich, Jahrgang 78, beschreibt sehr anschaulich die Zustände und Ereignisse in dieser Stadt in den Jahren 1965 bis 1968 aus der Sicht des „Danachgeborenen“. Man wird bei ihm daher den unverstellten Blick finden, dessen, der später erst diesem Faszinosum „68er“ erlegen war, der kritisch hinterfragt und analysiert. So ist es ein ganz anderes Buch über jene Jahre in Berlin geworden.

Görlich kommt zu dem Schluß: „Die Studentenbewegung war eine Protestbewegung. Sie war insofern nicht revolutionär. Resigniert zogen sich ihre Mitstreiter deshalb zurück. Manche wollten die Veränderung nun herbeibomben, sie griffen zu den Waffen. ... Andere traten den ´langen Marsch durch die Institutionen` an. ... Nun hatten die Rebellen von einst die Möglichkeit, etwas zu verändern, Politik nach ihren Wünschen zu gestalten. Doch viele nutzten die Möglichkeiten nicht mehr.“ Und schlussendlich heißt es bei ihm: „Aus dem ´Kampf gegen den Imperialismus` wurde die ´uneingeschränkte Solidarität`. Der ´Marsch durch die Institutionen` wurde zu einem ´Marsch in die Institutionen`“. Die ehemaligen Studenten waren endgültig in der Bundesrepublik angekommen. Aber die Bundesrepublik war ein bißchen liberaler und toleranter geworden.“

Mit den bewussten Provokationen und Regelverstößen gelang es den Studenten ein Medienecho zu erzeugen, dass bei breiten Teilen der Bevölkerung und der Politik ein Umdenken einleitete.

Über den Autor

Christopher Görlich, Jahrgang 1978

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